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Neuruppin Diese Schwierigkeiten gibt es beim Martinimarkt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Diese Schwierigkeiten gibt es beim Martinimarkt
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01:15 26.10.2018
Stadtservice-Mitarbeiter verteilen Holzschnitzel auf dem Braschplatz, damit die Besucher auch bei Regen nicht durch Morast laufen müssen. Einige Schausteller sind schon da. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Lothar Welte rotiert. Gerade noch steht er neben seinem Kleintransporter und sagt den Männern, wo sie die Stromverteiler aufstellen sollen, die auf dem Anhänger stehen. Im nächsten Moment springt der Schausteller schon wild gestikulierend vor einen großen Lastwagen, der zwei Wohnanhänger quer über den Neuruppiner Braschplatz zieht.

„Nee, da sollst du hin“, ruft Welte dem Fahrer zu und weist mit ausgestrecktem Arm nach links. Dass sein Mitarbeiter nicht versteht, was er von ihm will, macht Welte beinahe rasend.

Der Aufbau des Martinimarktes in Neuruppin ist in diesem Jahr eine besondere Herausforderung. Zum 363. Mal verwandelt sich Neuruppin Anfang November in eine Vergnügungsmeile. Mehr als hundert Karussells, Riesenschaukeln, Autoscooter und andere Fahrgeschäfte und Imbissbuden werden in den nächsten Tagen zwischen Friedrich-Ebert- und Rudolf-Breitscheid-Straße aufgebaut.

Zehn Tage Rummel in der Innenstadt

Am 2. November eröffnet die „die größte Kirmes zwischen Ostsee und Berlin“, wie die städtische Inkom als Veranstalter den Martinimarkt gerne nennt. Bis dahin sind noch einige Probleme zu meistern. Das größte sind die Bauarbeiten in der Friedrich-Engels-Straße.

Eigentlich sollten die bis zur Eröffnung der großen Sause längste beendet sein. So hatte es Baudezernent Arne Krohn in Aussicht gestellt, als die Arbeiten zum Ausbau der Straße im Juli begannen. Doch schon damals war klar, dass der Plan sehr ambitioniert ist. Und tatsächlich gab es Verzögerungen, etwa durch die aufwändige Arbeit der Archäologen, die einen ganzen Friedhof umbetten mussten. Die Bauarbeiten dauern noch mindestens bis Januar.

Die Martinimarkt-Organisatoren mussten umplanen. In diesem Jahr wird einiges anders sein. Welte und seine Kollegen können sich damit arrangieren. „Wir Schausteller sind doch flexibel“, sagt er und lacht. Aber auch für Anwohner und Autofahrer bedeutet das Umstellungen.

Weitere Straßen werden gesperrt

Inkom-Chef Axel lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt der Stadt und dem Tiefbauamt. „Ohne das Zusammenspiel hätten wir das ganz Thema nicht rund bekommen“, sagt er. Doch jetzt steht der Plan, und der Rummel kann starten.

Einige Fahrgeschäfte müssen in diesem Jahr an anderer Stelle aufgebaut werden als gewohnt. Die riesige Berliner Rutsche steht zum Beispiel in der Karl-Marx- statt in der Präsidentenstraße. Die Karl-Marx-Straße wird deshalb vom 2. bis 11. November entlang des Braschplatzes gesperrt.

Behinderungen wird es auch in der Präsidentenstraße von August-Bebel- bis Karl-Marx-Straße geben; sie wird zur Sackgasse. Autofahrer werden über August-Bebel- und Friedrich-Engels-Straße um den Rummel herumgeleitet. Die Kreuzung Engels- und Präsidentenstraße soll bis dahin wieder benutzbar sein, zumindest teilweise.

Mit 110 Stundenkilometern über die Stadt

Umleitungen hin oder her – die Martinimarkt-Organisatoren erwarten auch in diesem Jahr gut 100.000 Besucher in den Zahn Tagen des Rummels. Und die bekommen wieder Einiges geboten.

Etwa im Afterburner Rocket. Die riesige Schaukel hat Platz für bis zu 24 Passagiere und schleudert sie mit bis zu 110 Stundenkilometer in die Höhe. Kurzzeitig wirken Kräfte bis zur vierfachen Erdanziehung. Als Belohnung erwartet die Fahrgäste aber auch ein kurzes Gefühl der Schwerelosigkeit.

Das Speedwave ist ein einzigartiges Kettenkarussell. Es ist nicht nur der schnellste Wellenflug, wie diese Art von Fahrgeschäft heißt – es fährt auch in zwei Richtungen, vor- und rückwärts.

Erstmals mit dabei ist diesmal auch das Tingel Tangel. Deutschlands einziges mobiles Travestie- und Cabaret-Theater verspricht ein allabendliches Programm „aus Erotik, Spaß und Unterhaltung bis in die Nacht“.

Kostenlose Shuttle-Busse für alle Besucher

Gleich zwei Riesenräder werden aufgebaut, dazu eine Familienachterbahn, eine elf Meter hohe Geisterbahn, Breakdance und natürlich der Autoscooter von Lothar Welte.

Martinimarkt-Cheforganisatorin Andrea Voigt rät allen Besuchern, die mit dem Auto kommt, sich einen Parkplatz weitab zu suchen und den Busshuttle zu benutzen, den die Inkom extra eingerichtet hat oder die Busse der Stadtlinie. Im Halbstundentakt fahren Busse von der Artur-Becker-Straße über das Reiz und die Fehrbelliner Straße zur Pfarrkirche und weiter über das Oberstufenzentrum (OSZ) nach Alt Ruppin. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt. Der Busshuttle ist kostenlos, versichert Axel Leben.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Textes hatte wir versehentlich berichtet, dass auch die Karl-Marx-Straße vor dem Amtsgericht in eine Fahrtrichtung gesperrt wird. Das ist jedoch falsch. Richtig ist lediglich, dass es nicht möglich sein wird, vom Schulplatz (Friedrich-Ebert-Straße) in Richtung Rheinsberger Tor in den verkehrsberuhigten Bereich der Karl-Marx-Straße zu fahren.

Von Reyk Grunow

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