Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Säumige Eltern belasten die Kreiskasse
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Säumige Eltern belasten die Kreiskasse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:49 16.04.2019
In Ostprignitz-Ruppin erhielten 2018 mehr als 1700 Alleinerziehende Unterhaltsvorschuss. 2016 waren es gut 870 Alleinerziehende. Quelle: dpa
Neuruppin

Seit einer Gesetzesänderung muss der Landkreis Ostprignitz-Ruppin deutlich mehr Geld für Kinder ausgeben, die Anspruch auf einen sogenannten Unterhaltsvorschuss haben. Wurden 2016 im Landkreis lediglich 873 Fälle von Alleinerziehenden bearbeitet, hat sich deren Zahl mit 1774 Fällen im Jahr 2018 mehr als verdoppelt. Zudem musste der Landkreis wegen des enormen Anstiegs Personal einstellen. Zunächst wurden zwei zusätzliche Vollzeitkräfte angestellt. Weil das nicht ausreichte, hat die Verwaltung 2018 noch eine weitere Fachkraft eingestellt.

Der Staat springt ein

Hintergrund ist der Unterhaltsvorschuss, der in der Bundesrepublik 1980 eingeführt wurde. Dabei springt der Staat für unterhaltspflichtige Väter und Mütter ein und zahlt übergangsweise deren Beitrag. Bis zu der Gesetzesänderung, die am 1. Juli 2017 in Kraft trat, wurde der Vorschuss längstens für sechs Jahre gezahlt – und zwar nur bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr. Diese Limits sind passé. Nun beträgt der Vorschuss je nach Alter des Kindes zwischen 160 und 282 Euro im Monat.

Seit der Gesetzesänderung hat sich nicht allein in Ostprignitz-Ruppin, sondern in ganz Deutschland die Zahl der Alleinerziehenden, die Vorschuss beziehen, erhöht. Allein in Brandenburg stieg deren Zahl von 17.400 im Jahr 2016 auf 34.700 im Jahr 2018. Das Potsdamer Jugendministerium sieht in dem Unterhaltsvorschuss einen „wichtigen Baustein zur Reduzierung der Armutsgefährdung“.

2018 wurden in OPR 4,5 Millionen Euro gezahlt

Zuständig für den Vorschuss sind die Jugendämter der Städte und Landkreise. Sie gaben 2018 in der Mark etwa 89 Millionen für den Unterhaltsvorschuss aus, das ist fast doppelt so viel wie in den Vorjahren. In Ostprignitz-Ruppin ist der Anstieg noch größer: 2016 waren es laut Kreissprecherin Eylin Roß rund 1,7 Millionen Euro und 2018 sogar 4,5 Millionen Euro, die gezahlt wurden.

Wie viel Geld sich Ostprignitz-Ruppin von säumigen Vätern und Muttern zurückholen konnte, das ist offen. Die Rückholquote sei nicht so „einfach zu ermitteln“, weil es dafür umfangreicher statistischer Auswertungen bedürfe, so die Kreissprecherin.

Im Land Brandenburg betrug die Rückholquote 2018 laut Land elf Prozent. Bekannt ist, dass die Quote regional erheblich schwankt. In Oberhavel und Potsdam-Mittelmark lag sie zwischen 19 und 22 Prozent – in Dahme-Spreewald und Märkisch-Oderland indes nur bei knapp acht Prozent.

Von Andreas Vogel

Autofahrer können aufatmen: Rechtzeitig vor Ostern sollen die Arbeiten auf der Neuruppiner Umgehungsstraße fertig werden. Die Baustelle am Schulplatz braucht indes noch etwas länger. Nur Fußgänger dürfen dort ab Karfreitag schon durch.

16.04.2019

Es ist weiter unklar, ab wann die Landesstraße L 16 nördlich von Neuruppin in Richtung Rheinsberg gesperrt wird. Das Rathaus und die Baufirma versichern aber, dass es eine Lösung für Rettungsfahrzeuge geben wird.

19.04.2019

Matthias Zágon Hohl-Stein arbeitet an einem neuen Kunstwerk, das schon bald vor der Klosterkirche stehen soll. Vor Jahren scheiterte der Parzival-Schöpfer noch mit der Idee. Jetzt bekommt er eine neue Chance.

16.04.2019