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Neuruppin Eisenbahnträume im Miniaturformat
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00:21 30.01.2019
Gucken, staunen, fachsimpeln: Viele Fans kamen am Wochenende zur Modelleisenbahnausstellung des Modelleisenbahnclubs (MEC) Oranienburg 1964 ins Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Die Berge sind noch weiß und ungestaltet, auch die Gesamtfläche wirkt etwas leer. Dennoch stehen und staunen viele Besucher an der Modelleisenbahnanlage namens „Hoppenstedt“. Wann das immerhin acht mal vier Meter große Panorama fertig ist? Detlef Wilhelm muss passen. Es ist ein Langzeitprojekt, sagt der Vorsitzender des Modelleisenbahnclubs Oranienburg 1964 über die große TT-Vereinsanlage der „Havelland-Gruppe“ mit geplanten 105 Gleismetern und 77 Weichen, an der die rund 40 Vereinsmitglieder seit 2007 arbeiten: durchgehend zweigleisig durchs Elbsandsteingebirge – auf der zwölf Meter langen Paradestrecke kann sogar ein ICE fahren. Mittendrin ein großer Hauptbahnhof für Personen und Güterverkehr. Eine anspruchsvolle Sache, die ihre Zeit braucht. „Wir gehen ja alle noch arbeiten und treffen uns nur einmal die Woche zum Basteln“, erklärt Wilhelm die Bauzeit.

Die Faszination für Modelleisenbahnen ist ungebrochen: Am Wochenende pilgerten wieder viele Neugierige in den Stadtgarten, um sich an den Anlagen des Modelleisenbahnclubs Oranienburg 1964 die Nase platt zu drücken.

Jedes Jahr im Januar stellt der MEC im Neuruppiner Stadtgarten ein Wochenende lang einen Teil seiner Anlagen aus – das Interesse ist nach wie vor ungebrochen. Enkel mit Opas, ganze Familien – Modellbahnfans von Nah und Fern kommen nach Neuruppin, um sich die Nasen plattzudrücken, zu fachsimpeln und sich Inspirationen für die eigenen Anlagen zu holen. Darüber hinaus ist die Schau natürlich auch eine gute Chance, das heimische Equipment um die ein oder andere Lok oder diverses Zubehör zu erweitern. Stände im Foyer laden zum Shoppen ein.

Auf der Bühne lockt wie jedes Jahr die Gartenbahn des Modelleisenbahnstammtischs Oberhavel. „Wir bringen natürlich jedes Jahr ein paar neue Sachen mit“, erklärt Chef Stephan Eschke. Bei manchen der Waggons sei noch nicht mal die Farbe getrocknet, verrät er. Die habe sein Sohn gerade erst ergattert und schick gemacht. Dann zeigt er seine Rarität: Einen Waggon mit der Aufschrift: 9. November 1989 –Die Zugkraft des Volkes sowie dem Bundesadler und dem DDR-Emblem. „Davon wurden nur 1000 Stück hergestellt“, ist Eschke stolz auf das gute Stück, das sogar eine Innenbeleuchtung hat. „Manche bei uns sammeln ausschließlich Raritäten“, erzählt er – etwa der Kollege, der ein Faible für alle Kesselwagen hat.

Gartenbahn auf der Bühne ist immer ein Renner der Schau

Harzbahn-Fan Friedrich aus Wuthenow sowie sein Opa schauen gebannt den Zügen in der Hoppenstedt-Anlage zu. „Die große alte Dampflok ist toll“, sagt der Junge. Raffael aus Breddin ist ebenfalls mit Opa gekommen und hat sich in den roten Regionalzug und in den ICE verguckt. Er hat zwar selbst noch keine eigene Anlage – kriegt aber eine von Opa, verrät er. So fängt es bei vielen an, die dann schleichend zu begeistert bastelnden Jägern und Sammlern werden.

Etwa bei MEC-Chef Detlef Wilhelm: „Meine Eltern sind schuld, sie haben mir eine Anlage geschenkt, als ich acht war. Ich bin dem Hobby treu geblieben.“ Oder auch die Schüler John und Luke, die hinter der Winteranlage stehen. John gehört zur Modelleisenbahn-AG der Hans-Klakow-Oberschule Brieselang und bastelt seit vier Jahren. „Es macht Spaß rumzufriemeln, bis alles passt. Und es ist toll, etwas zu bauen, worüber andere dann staunen“, sagt er zufrieden. Drei bis vier Stunden wöchentlich frönt er seinem Hobby.

Gute Chance für Bastler und Sammler

Bitte einsteigen und Vorsicht bei Abfahrt des Zuges“, schallt es von der Gartenbahn. Unter Rattern und Pfeifen usetzt sich mal dieser, mal jener Zug in Bewegung, aus den Dampfloks quillt der Rauch. Auf dem Bahnhof und in einem Wagen sitzen viele Figürchen – Fahrgäste, eine Jazzcombo, Mönch und Nonne. Ein Hirsch steht zwischen den Gleisen, im Hintergrund schneegepuderte Tannen. Idylle und Technik in einem. Wie man die Accessoires so lebensecht bekommt, lassen sich viele Gäste von den Machern erklären.

New Mexico, Santa Fe und der Union Pacific haben es Andreas Kuczera angetan. Seine Anlage zeigt all das. „Ich hatte die Idee schon vor dreißig Jahren – aber für TT gab’s damals noch nicht so viel zu kaufen“, sagt er. Das sei nun anders und er habe sich den amerikanischen Anlagentraum nun erfüllt. „Muss man aber viel selbst machen“, sagt er. So üppig sei das Angebot nun doch nicht. Der Bastler ist kreativ – mit den eingesetzten Spiegelflächen schafft er noch mehr Perspektiven,der Fluss und der Highway darüber sehen so viel länger aus.

Auch er ist noch lange nicht fertig mit seiner Anlage. „Die Elektrik muss überarbeitet werden“, sagt er. Gerade habe er komplett auf digital umgestellt. „Es gibt immer genug zu tun“, sagt er über die Never-Ending-Story. Was er unbedingt noch braucht für seine Anlage? „Einen Namen“, sagt er und schmunzelt.

Von Regine Buddeke

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