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Neuruppin Mungo Jerry riss das Neuruppiner Publikum voll vom Hocker
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14:07 29.10.2018
Mitreißend: Mungo Jerry und seine Band gaben ein Konzert in der Kulturkirche Neuruppin. Quelle: Foto: Regine Buddeke
Neuruppin

Setlist? Fehlanzeige. Gespielt wird, was gefällt – nach Lust und Laune. So hat es sich Mungo Jerry gedacht. Und so funktioniert es auch. Ein Konzert mit dem Altmeister des Rock-Blues-Boogie-Skiffle – so ungefähr muss man seinen unverwechselbaren Sound nennen – ist immer ein Erlebnis und der Mann mit den markanten Koteletten lässt dabei nichts anbrennen. Souverän haut er in die Saiten, singt seine Texte und ringt der Blues-Harp alles ab, was geht. Dass er schon 72 ist, sieht man ihm kein bisschen an, so energetisch wie er die Bühne beherrscht: mager wie Mick Jagger doch mit freundlich-wachem Lächeln.

„In the Summertime“ ist Mungo Jerrys größter Hit. Und er singt ihn auch Jahrzehnte später immer noch gern. Das Publikum in der Kulturkirche war entspechend heiß darauf – sang aber auch bei vielen anderen Titeln begeistert mit.

Knapp 300 Fans sind am Sonntag in Neuruppins Kulturkirche geeilt, um sich der guten alten Zeiten zu erinnern und ihr Idol einmal wieder zu erleben. Und natürlich „In the Summertime“ zu hören, den größten Hit von Mungo Jerry, den er einst, als er noch Ray Dorset hieß, für seine Band Mungo Jerry schrieb und unter diesem namen dann bekannt wurde. Immerhin gehört der gut gelaunte Kult-Song mit mehr als 30 Millionen Verkäufen zu den meistgespielten Songs aller Zeiten.

Mungo Jerry, dessen Liebe zur Musik von Elvis Presley und Bill Haley geweckt wurde, hat eine Schar an virtuosen Instrumentalisten an seiner Seite, die das Konzert zur Party machen: Da wären Keyboarder Toby Hounsham, Jon Playle an der Bassgitarre, Bob White, der wie eine freundliche Gottheit hinter den Drums thront und Franky Klassen, der wie ein Derwisch um sein Cello kreiselt – ein bizarres Teil, das irgendwie an ein Skelett erinnert und seinem magischen Bezwinger die Aura des freundlichen Jack aus Tim Burtons „Nightmare before Christmas“ verleiht. Nicht selten beschwört er das Publikum mit der Energie eines Magiers zum Mitsingen, Klatschen oder Arme schwenken.

Mungo Jerry war einst Frontmann, Sänger und Songschreiber der gleichnamigen Band

Der Saxofonist Adam Davy ist neu im altgedienten Team – es ist das erste Mungo-Jerry-Konzert, bei dem er mitspielt. Dafür macht er seine Sache mehr als gut – das tiefe Sax bereichert den Klangkosmos hörbar und ist ein perfekter Duettpartner, wenn Mungo Jerry sein Kazoo bespielt – die kleine unscheinbare Ansingtrommel, die trötet wie ein Elefant.

Gleich zu Beginn des Konzerts geht der Meister auf Nummer Sicher: Mit „In the Summertime“ beginnt ein Medley seiner Hits, das die Richtung des Abends zeigt: Es geht um Spaß, um ungezügelte lebenslust und um Musik, die in die Beine geht und in die Herzen. Das Konzept geht mehr als auf. Schon wenig später tanzen die ersten Unverdrossenen im Gang neben den Säulen. Da hat der Abend grade erst begonnen.

Mungo Jerry wringt schneidend kristallklare Gitarrensoli aus seinem Instrument. Die übrigen Instrumente tun das Ihrige. Fetter Blues, saftiger Rock: Die Lokomotive nimmt Fahrt auf und donnert durch den Saal. Zwischendrin plaudert Mungo Jerry mit seinen Fans in seinem unnachahmlichen Denglisch. Ab und an hilft sein Cellist mit einem deutschen Wort aus. „Schönes Gebäude“, lobt der Sänger. Überhaupt sei Neuruppin eine schöne Stadt so am See. „Ihr müsst sehr glücklich sein, hier zu leben“, radebrecht er und setzt noch einen drauf: „Und das Publikum ist so jung.“

Sein In the Summertime bekam den Sony-Award für den erfolgreichsten Sommerhit aller Zeiten mit weltweit 30 Millionen Verkäufen

Er singt seine großen Hits: „Lady Rose“ und „Hello Nadine“. Er singt Songs von seiner allerersten Langspielplatte und neuere Lieder. Er singt „Feels like I’m in love“, das er einst für Elvis Presley schrieb. „Er starb leider vorher“, erzählt er. Also habe er den Song selbst gesungen. Auch die Sängerin Kelly Marie hatte damit Erfolge.

Er lobt seine Mundharmonika – ein deutsches Fabrikat aus Markneukirchen. „Do we have Hippies here?“, ruft er und dutzende Hände recken sich im Victory-Zeichen nach oben. Gemeinsam wird ein Chor initiiert und schallalaund tangelang geträllert. Die Fans haben Spaß, Mungo Jerry und seine Band auch.

„Ich bin Fan, seit es Mungo Jerry und Kassettenrekorder gibt“, sagt Thomas Dominitzki, der eigens aus Berlin gekommen ist und viele Mungo Jerry Konzerte besucht hat. „Richtig geil hier – auch die Location“, lobt er. Und ist besonders froh, dass es in Neuruppin auch Autogramme gibt. Mungo Jerry signiert die Pause durch, bevor es wieder weiter geht. Auch mit dem Top-Hit wartet das Idol nicht bis zur allerletzten Zugabe. Die Fans kommen voll auf ihre Kosten und danken es immer wieder mit frenetischem Applaus.

Von Regine Buddeke

Ganz klassisch: Klavier, Violine und Cello sind erprobte Instrumente, die bestens miteinander harmonieren. Ein Klaviertrio aus Geigerin Klaudyna Schulze-Broniewska, Cellist Thomas Georgi und Pianistin Yuko Yamashiro brachte am Sonntag die Zuhörer zum Träumen.

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