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Notruf aus dem Süden

Mehr als 100 Feuerwehrleute aus Ostprignitz-Ruppin warten auf Hochwassereinsatz Notruf aus dem Süden

Der Alarm kam dann doch schneller als erwartet. Am Freitag kurz nach 15 Uhr rückte das Technische Hilfswerk (THW) aus Neuruppin zum Hochwasser nach Jessen bei Wittenberg in Sachsen-Anhalt aus – zehn Leute mit drei Fahrzeugen voller Pumpen, Rohre und Spezialtechnik. 

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Letzte Besprechung: Freitagnachmittag brachen die THWler nach Sachsen-Anhalt auf.

Quelle: Peter Geisler

Der Alarm kam dann doch schneller als erwartet. Am Freitag kurz nach 15 Uhr rückte das Technische Hilfswerk (THW) aus Neuruppin zum Hochwasser aus – zehn Leute mit drei Fahrzeugen voller Pumpen, Rohre und Spezialtechnik. Noch am Donnerstag hatte der Neuruppiner THW-Chef Burkhard Pätzold mit einem Einsatz der Neuruppiner bei Wittenberge in der Prignitz gerechnet. Doch der erste Notruf kam aus einer anderen Richtung: aus Jessen bei Wittenberg in Sachsen-Anhalt, deutlich weiter im Süden.

Dort hat das Hochwasser die Deiche derart durchgeweicht, dass sie dem Druck der Wassermassen nicht mehr standhalten. „Die Lage rund um Jessen spitzt sich gerade enorm zu“, sagt Pätzold. Die Helfer werden so schnell wie irgend möglich erwartet.

Jessen kennen die Neuruppiner THWler schon. 2010 waren sie dort schon einmal im Hochwassereinsatz. „Wir sind mit der Situation vertraut“, sagt Pätzold. Für den Führungsstab war das ein wesentlicher Grund, ausgerechnet die Truppe aus Neuruppin anzufordern – trotz 160 Kilometer Anfahrt.

Burkhard Pätzold ging gestern davon aus, dass Jessen nicht der einzige Einsatzort für das THW aus Neuruppin bleibt. Wahrscheinlich würden die Helfer schon nach wenigen Tagen weiter nach Norden verlegt, in die Prignitz.

Dort droht ein noch viel höherer Hochwasserstand als zuletzt angenommen. Das Landesumweltamt hat ein Hochwasserlagezentrum in Neustadt (Dosse) eingerichtet. V{cms_b:1:'on dort hieß es, das Wasser bei Wittenberge könnte bis Dienstag auf bis zu 8,10 Meter steigen.'} Beim sogenannten Jahrhunderthochwasser 2002 waren es 7,34 Meter. Für viel mehr sind auch die sanierten Deiche an der Elbe nicht ausgelegt.

Immer mehr Helfer machen sich auf in das Krisengebiet an der Elbe. Vier junge Frauen der Akademie für Gesundheits- und Soziaberufe aus Neuruppin hatten sich über Facebook im Internet über die Lage informiert und sich dann auf den Weg nach Wittenberge gemacht. An der alten Ölmühle helfen sie seit zwei Tagen, Sandsäcke zu füllen. Die Unterstützung aus ganz Brandenburg ist enorm. Mittlerweile haben sich so viele Helfer gemeldet, dass es erste Probleme gibt, Unterkunft und Verpflegung für noch mehr Freiwillige sicherzustellen,wenn die sich nicht selbst darum kümmern können.

Unterdessen werden immer mehr professionelle Helfer an die Elbe verlegt. Kolonnen von Feuerwehrautos fuhren mit Blaulicht und Martinshorn gestern durch Neuruppin in Richtung Prignitz. Sie kamen unter anderem aus Oberhavel und dem Barnim.

Wann die Feuerwehren aus Ostprignitz-Ruppin angefordert werden, war gestern noch nicht sicher. Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald rechnet damit, dass die Leute am Sonntag alarmiert werden könnten: „Wahrscheinlich aber erst in der nächsten Woche, man schont uns noch.“ 100 bis 120 Feuerwehrleute aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin könnten an die Elbe fahren. Hohenwald: „Wir haben das alles mit dem Lagezentrum besprochen.“ Die Helfer werden wohl vor allem von den freiwilligen Feuerwehren im Altkreis Neuruppin kommen, hieß es gestern von dort.

Feuerwehrleute aus dem Raum um Neustadt werden auf kleinen Fall in die Prignitz geschickt. Sie werden im Neustädter Bereich selbst dringend gebraucht. Auch gestern war noch nicht klar, ob die riesigen Überschwemmungsflächen bei Babe südlich von Neustadt und im angrenzenden Havelland geflutet werden, um die Elbe etwas zu entlasten. Mehrere Millionen Kubikmeter Wasser könnten dann aus der Havel in die sogenannten Polder abfließen. Im Amt Neustadt wurden gestern erste Straßen gesperrt. Niemand soll den Deichen an der Havel mehr zu nahe kommen. (Von Reyk Grunow)

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