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Neuruppin Andacht statt Hetze
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Andacht statt Hetze
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19:50 11.01.2019
Genrefoto: Gewalt auf dem Schulhof. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Mit einer interreligiösen Andacht wollen die evangelische Kirchengemeinde, der Verein Esta Ruppin und das Aktionsbündnis Neuruppin bleibt bunt am Montag, 14. Januar, ab 16 Uhr in der Neuruppiner Klosterkirche auf die von einer Privatperson angekündigte Aktion „gegen Gewalt von Ausländern“ auf dem Schulplatz reagieren.Die Aktion, die sich auf eine Gewalttat an einer Neuruppiner Schule gegen einen 15-jährigen Schüler bezieht, wird vom Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) unterstützt.

Beunruhigt über das Ausmaß der Gewalt

„Wir sind nachdenklich und beunruhigt über das Ausmaß der Gewalt zwischen Jugendlichen“, heißt es in dem Aufruf zur Andacht. Experten an den Schulen sowie die Polizei bestätigten, dass Jugendgewalt ein generelles Problem darstelle, das nicht dem einfachen Schema „Ausländer gegen Deutsche“ folge. Deshalb mache das unverhohlen fremdenfeindliche Motto der geplanten Versammlung auf dem Neuruppiner Schulplatz betroffen, sagte gestern Martin Osinski vom Aktionsbündnis. „Es war erwartbar, dass die AfD im Jahr der Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen nach Gelegenheiten suchen würde, um ihr populistisches Süppchen zu kochen, so Osinski. Er verweist auf „entlarvende“ Formulierungen des AfD-Kreisverbandes im Internet. Dort hatte ein „Michael“ geschrieben: „Liebe Freunde, es geht los, wir können wirken ...“

Für das Aktionbündnis ist das ein Zeichen dafür, dass es die AfD wie im sächsischen Chemnitz billigend in Kauf nehme, dass ihr Aufruf gewaltbereite Rechtsextremisten anziehe. Gleichwohl hat sich das Bündnis entschieden, nicht reflexartig mit einer Gegendemonstration zu reagieren. „Wir folgen dem Appell des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, mehr miteinander zu reden, anstatt aneinander vorbei zu schreien“, so Martin Osinski.

Klares Zeichen gegen AfD-Veranstaltung

Weil man dennoch ein „klares Zeichen gegen die AfD-Veranstaltung“ setzen wolle, werde nun die interreligiöse Andacht in der Klosterkirche organisiert. Zudem sollen gemeinsam mit Esta Ruppin Räume geöffnet werden für Runden unter dem Motto „Komm, wir müssen reden“.

Wegen des Vorfalls an der Neuruppiner Schule am Montag hat sich das Jugendamt eingeschaltet. „Wir können Gewalt an Schulen nicht dulden“, hatte der Amtsleiter Andreas Liedtke am Donnerstag betont. Die Behörde steht deshalb im Kontakt mit der tschetschenischen Familie des Jungen, der den 15-Jährigen geschlagen haben soll, und will sich auch an die deutsche Familie wenden, dessen Kind bei der Auseinandersetzung Wache geschoben haben soll. „Wir können keinen Unterschied zwischen deutschen und Kindern anderer Nationalitäten machen“, sagte der Amtsleiter.

Von Andreas Vogel

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