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Neuruppin Die Stadt will die Pfarrkirche übernehmen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Die Stadt will die Pfarrkirche übernehmen
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11:08 07.09.2018
Eigentümer der Pfarrkirche ist die Tourismusforum Neuruppin (TFN). Dort ist die Stadt bisher Mehrheitsgesellschafter. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Fontanestadt will die Pfarrkirche in Gänze übernehmen und deshalb alleiniger Gesellschafter der Tourismusforum Neuruppin (TFN) werden. Erste Gespräche mit der evangelischen Kirche dazu laufen bereits, sagt Heiko Rähse, der im Rathaus für das Beteiligungsmanagement zuständig ist. Denn die Kirche hält an der TFN etwa 43 Prozent.

Langwieriger Prozess erwartet

Räse warnte beim Neuruppiner Kultur und Sozialausschuss aber vor zu großen Erwartungen, was den Zeitplan betrifft. Denn da es um ein Grundstücksgeschäft gehe, sei mit einem „langwierigen“ Prozess zu rechnen.

„Wir stehen ganz am Anfang“, bestätigte am Donnerstag Gregor Hamsch, der Geschäftsführer in der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ruppin. Hamsch geht ebenfalls von einem längeren Prozess aus, auch weil die Landeskirche ein Mitspracherecht habe. Deshalb könne vermutlich erst zum Jahresende etwas zu einem möglichen Grundstückskauf gesagt werden.

Abriss verhindert

Die TFN war 1997 von der Kirche und der Stadt Neuruppin gegründet worden, um das historische Bauwerk in der Stadt vor dem Verfall zu retten. Immerhin wurde die Pfarrkirche St. Marien bereits von 1801 bis 1806 errichtet, nur wenige Jahre nach dem großen Stadtbrand. Dieser hatte 1787 weite Teile Neuruppins vernichtet.

Allerdings musste die Pfarrkirche 1970 gesperrt werden, da Einsturzgefahr bestand. Ein paar Jahre später drohte sogar der Abriss des Gotteshauses, was Proteste der Neuruppiner sowie von Kirchenfreunden aus Nah und Fern verhindern konnten.

1991 begannen erste Arbeiten in der Kirche, bis 2003 wurden weit mehr als acht Millionen Euro in St. Marien gesteckt, um daraus ein attraktives Veranstaltungszentrum zu entwickeln. Die geringfügige Schieflage des Turmes, die durch eine fehlerhafte Dachkonstruktion entstanden war, wurde dabei belassen, was bei Besuchern regelmäßig für Nachfragen sorgt.

Kredit wird umgeschuldet

Das einstige Gotteshaus ist als Kulturkirche für Neuruppin so wichtig, dass die Stadt jedes Jahr einen Zuschuss von 90 000 Euro an die TFN zahlt. Dieser Betrag soll im Jahr 2020 um 10 000 Euro reduziert werden, sagt Heiko Räse. Möglich ist das demnach deshalb, weil im Oktober ein Darlehen umgeschuldet werden soll, so dass sich die zu zahlenden Zinsen verringern. Deshalb könne der Zuschuss für die TFN im Jahr 2021 nochmals um 5000 Euro auf dann 75 000 Euro reduziert werden, so Räse.

Das begrüßte der Sozial- und Kulturausschuss ausdrücklich – und stimmte der Förderung der TFN für die Jahre 2019 bis 2021 zu. Das letzte Wort dafür liegt bei den Stadtverordneten, die am 8. Oktober tagen.

Von Andreas Vogel

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