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Neuruppin 33 Tonnen schwer, eine Million Euro teuer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin 33 Tonnen schwer, eine Million Euro teuer
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00:21 15.07.2018
Der neue Magnet-Resonanz-Tomograf wurde am Donnerstag geliefert und gleich aufgestellt. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Es dauerte keine Stunde, dann hatte Kranführer Philip Müller (32) am Donnerstagvormittag den 33 Tonnen schweren und 13 Meter langen Container mit dem neuen Magnet-Resonanz-Tomografen (MRT) von der Ladefläche des Schwerlasttransporters gehoben und ganz vorsichtig auf seinen Platz am sogenannten Z-Haus der Ruppiner Kliniken gesetzt – ohne auch nur einen der nebenstehenden Bäume zu knicken oder mit dem Container eines der Klinikgebäude zu beschädigen.

Penible Auflagen

„Das ist perfekt gelaufen“, sagte Ladislav Vavricka nach Abschluss der Mission zufrieden. Er ist technischer Leiter der Medizintechnik Inmed in Offenbach, die sich auf mobile Medizintechnik spezialisiert und mit Hilfe einer Spedition den neuen MRT im Container geliefert hat.

Eigentlich sollte die moderne Medizintechnik, die fast eine Million Euro kostet und gestochen scharfe Aufnahmen von den Organen des Körpers macht, schon im März nach Neuruppin geliefert werden. Doch Reimund Parsche, Chefarzt und Radiologe in den Ruppiner Kliniken, sowie das Neuruppiner Krankenhaus hatten nicht mit den peniblen Auflagen für das Aufstellen medizinischer Gerätschaften in Brandenburg gerechnet.

Medizin-Container auch nach Chile

„Nirgends sind die Auflagen so hoch wie in Brandenburg“, sagt auch Ladislav Vavricka. Sein Unternehmen hat schon acht ähnliche Container aufgestellt, darunter drei in Deutschland sowie je einen in Polen, Chile und England. Doch nirgendwo seien die Auflagen so streng gewesen wie in Brandenburg.

So musste zum einen aus Brandschutzgründen nachgearbeitet werden, zum anderen gab es Bedenken, weil der MRT-Container direkt an ein bestehendes Klinikgebäude anschließt. In England sei das zwar auch der Fall gewesen, allerdings waren die Auflagen dort nicht so hoch, so Vavricka.

Volle Konzentration bei Kranfahrer Philip Müller aus Berlin. Quelle: Andreas Vogel

Gleichwohl war der Experte am Mittag zufrieden: Die Technik steht, in den Ruppiner Kliniken gibt es nun zwei MRT. Den ersten betreibt das Krankenhaus, den neuen betreibt die Praxis von Radiologe Reimund Parsche für die ambulanten Patienten. Beide Gerätschaften stehen auf dem Klinikgelände. „Das ist ein gemeinsames Werk. Wir können jetzt mit doppelter Kapazität arbeiten“, freute sich Matthias Voth, Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken.

Wartezeit soll sich deutlich verringern

Das ist auch dringend nötig. Schon seit gut zwei Jahren klagen Patienten über die langen Wartezeiten für eine MRT-Untersuchung in Neuruppin. Sechs bis acht Wochen sind keine Seltenheit, weshalb einige Patienten in Kliniken nach Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern wechseln.

Mit dem neuen MRT sollen sich die Wartezeiten in Neuruppin deutlich verkürzen. „Maximal drei Wochen“ würden Patienten warten müssen, sagte Reimund Parsche, der für die Technik auch neues Personal eingestellt hat: zwei medizinische Fachangestellte.

Fahrer war krank geworden

Allerdings dauert es noch ein paar Wochen, bis der neue Magnet-Resonanz-Tomograf von allen Prüfbehörden abgenommen ist. Chefarzt Parsche ist dennoch froh. Wäre doch beinahe der gestrige Liefertermin noch geplatzt: Der Fahrer der eigentlich bestellten Speditionsfirma hatte sich vor zwei Tagen krank gemeldet, so dass sich Inmed kurzfristig eine neue Spedition suchen musste.

Also sprang der Berliner Philipp Müller ein – und lieferte alles gut ab. Müller ist seit fünf Jahren Kranfahrer. So einen Brocken wie den MRT-Container hatte er noch nie am Haken.

Von Andreas Vogel

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