Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Förderprojekt endet nach drei Jahren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Förderprojekt endet nach drei Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:26 30.05.2018
Tischlermeister Malte Krohn (r.) und Bastian Litfin wollen bis Mitte Juli den alten Zirkuswagen wieder hergerichtet haben. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Bastian Litfin hat wieder eine Perspektive, die ihn froh stimmt. Der 34-jährige Neuruppiner wird im August beim Mehrgenerationenhaus „Krümelkiste“ für ein Taschengeld ein Jahr als sogenannter Bufdi im Bundesfreiwilligendienst arbeiten und danach eine Ausbildung als Erzieher beginnen. Das hätte Litfin selbst vor ein paar Monaten noch nicht geglaubt. Immerhin hatte er mal eine Lehre als Elektriker begonnen und etwas später eine Ausbildung als kaufmännischer Assistent für Informationsverarbeitung abgeschlossen. Doch so einen Job wollte der Neuruppiner nicht. „Darauf hatte ich keine Lust und habe lieber mit Kumpels rumgehangen.“

„Ich würde sonst immer noch zu Hause sitzen“

Das ging so lange, bis ein Brief vom Jobcenter ihn auf das Projekt Biwaq aufmerksam machte. Biwaq steht für „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“, wurde vom Bundeswirtschaftsministerium aufgelegt und soll die Chancen von Bewohnern in benachteiligten Stadtteilen erhöhen, eine für sie passende Arbeit zu finden. Das Besondere daran: Die vor Ort aufgelegten Projekte sind freiwillig. Genau das machte Litfin neugierig. „Ich wollte wieder irgendwas zu tun haben.“ Der Neuruppiner meldete sich, denn die Fontanestadt gehörte zu den 70 Kommunen in Deutschland, die 2015 den Zuschlag für das Projekt Biwaq erhalten haben.

„Ich würde sonst immer noch zu Hause sitzen“, sagt Bastian Litfin. Stattdessen hilft er derzeit Tischlermeister Malte Krohn (56) vom Beruflichen Qualifizierungszentrum (BQZ) in Neuruppin, bis Mitte Juli einen alten Zirkuswagen wieder auf Vordermann zu bringen. Das BQZ ist wie der Internationale Bund (IB) und der Verein Esta-Ruppin Partner des Projektes Biwaq – und der zehn Meter lange Zirkuswagen soll künftig als Büro und kleiner Auftrittsort für das Zirkusprojekt von Esta Ruppin dienen.

Kinder statt Zirkusprojekt

Bastian Litfin will aber nicht bei dem Zirkusprojekt einsteigen. Vielmehr hat er während der Zeit, bei der er auf dem Neuruppiner Bauspielplatz ausgeholfen hat bemerkt, dass er sehr gut, mit Kindern umgehen kann. Deshalb will er nun nach seiner Zeit als Bufdi in der Krümelkiste, eine Ausbildung als Erzieher machen.

Stefan Fulst, der bei Esta-Ruppin das Projekt Biwaq leitet, freut sich über solche Beispiele. Zeigten sie doch, dass die erhofften Ziele auch erreicht werden können. 89 Teilnehmer gab es bisher, 58 haben mit Hilfe kleiner Projekte eine Qualifizierung abgeschlossen, einen Mini-Job begonnen oder bessere Weichen für ihr künftiges Berufsleben gestellt, wie Bastian Litfin.

Drei weitere Ideen

In den nächsten Monaten sollen drei weitere Ziele angegangen werden, für die noch Teilnehmer zwischen 27 und 54 Jahren gesucht werden. Zum einen soll im Neubaugebiet ein zweiter „Birnenplatz“ als öffentlicher Ruheort geschaffen werden, zum anderen sind der Bau von offenen Bücherschränken und die Restaurierung eines zweiten Wandbildes geplant, so Fulst.

Bedauerlich sei, dass Biwaq ab 2019 in Neuruppin nicht fortgesetzt werden kann, sagte Sabine Ruffert, die im Rathaus das Projekt begleitet. Aber von den 100 Städten, die sich beworben hatten, sei der Zuschlag nur an fünf Städte in Ostdeutschland gegangen.

Von Andreas Vogel

Im Herbst soll der Grundstein für die neue Feuerwehrwache in Alt Ruppin gelegt werden. Lange musste die Feuerwehr darauf warten. Nun soll der Neubau, der wohl 2,8 Millionen Euro kostet, schnell gebaut werden.

30.05.2018

Erstmals findet der Brandenburgtag der Jungen Union in Ostprignitz-Ruppin statt. Erwartet werden am 1. und 2. Juni etwa 60 Mitglieder aus ganz Brandenburg und hochkarätige Gäste.

30.05.2018

Kein Niederschlag im Mai – die Bauern des Landkreises Ostprignitz-Ruppin rechnen mit erheblichen Ernteeinbußen bis hin zu Totalausfällen.

30.05.2018