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Neuruppin Weiter hoher Krankenstand im Rathaus
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18:57 31.05.2018
Die Mitarbeiter in der Neuruppiner Stadtverwaltung sind im Schnitt zehn Tage länger im Jahr krank als im Bundesdurchschnitt. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Neuruppiner Stadtverwaltung muss viel mehr für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun. Das geht aus der Krankenstandsanalyse 2016/17 hervor, die am Mittwochabend beim Strukturausschuss vorgestellt wurde. Demnach ist der Krankenstand in der Stadtverwaltung im vergangenen Jahr zwar etwas zurückgegangen, dennoch liegt er immer noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dieser liegt laut den Betriebskrankenkassen bei 17 Tagen je Mitarbeiter und Jahr – in der Neuruppiner Stadtverwaltung sank der Krankenstand im Schnitt von 32,6 Tagen im Jahr 2016 auf 28,2 Tage je Mitarbeiter im vergangenen Jahr, sagte Nadine Janiszewski. In dieser Zahl sind auch Kuren eingerechnet.

Mehr Langzeiterkrankungen, aber weniger Krankentage

Janiszewski kümmert sich im Rathaus seit diesem Jahr um das Gesundheitsmanagement. Laut der Krankenstatistik, die auf einer Basis von 500 Mitarbeitern beruht, sind zuletzt immer mehr Mitarbeiter von Langzeiterkrankungen betroffen, wobei die Zahl der Krankheitstage aber sank: 2016 kamen auf 26 Mitarbeiter mit Langzeiterkrankungen 4148 Krankentage, im vergangenen Jahr auf 63 Mitarbeiter genau 3373 Krankentage. Vermutlich liege das daran, dass mehr als die Hälfte der Beschäftigten in der Stadtverwaltung 50 Jahre und älter sei, sagte Janiszewski. Eine Rolle könnte zudem spielen, dass mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter Frauen seien.

Viele stressbedingte Krankheitsfälle

Auffällig ist, dass die Zahl der psychischen und Verhaltensstörungen zugenommen hat und ebenfalls über dem Bundesschnitt liegt. Hauptamtsleiterin Jutta Mießner führt das auf einen Wandel bei den Krankschreibungen durch die Ärzte zurück. Demnach werde in Ostdeutschland viel offener mit stressbedingten Erkrankungen umgegangen als im Westen der Republik. Viele Mitarbeiter müssen sich aber auch wegen Beschwerden am Muskel- und Skelettsystem krank schreiben lassen oder weil sie an einer schweren Erkältung leiden. So dürfte wohl im Januar und November 2016 eine Grippewelle für die Vielzahl der Krankmeldungen in der Verwaltung verantwortlich sein. Ähnliches gilt für den Januar und Februar 2017.

Erste Gespräche mit Mitarbeitern

„Wir müssen tiefer nach den Gründen für die Krankmeldungen suchen“, sagte Ausschusschef Michael Peter (CDU). Schließlich sei der Krankenstand in der Verwaltung „deutlich höher als in der freien Wirtschaft“. Erste Gespräche gibt es inzwischen auch. Von 50 Mitarbeitern hätten 28 zugestimmt, gemeinsam nach den Ursachen zu forschen, sagte Janiszewski. Doch brauche es Zeit, damit die Mitarbeiter Vertrauen fassen und es nicht Angst und Unsicherheit herrsche.

Spezielle Übungen gegen den Stress für Kita-Erzieher

SPD-Fraktionschef Nico Ruhle schlug vor, Gesundheitskurse anzubieten und auch das Arbeitszeitmodell zu prüfen. So gebe es beim Amtsgericht seit dem Einführen von sogenannter freier Arbeitszeit viel weniger Kurzzeiterkrankungen. Das Rathaus plant indes vorerst keine Änderungen. „Wir haben Gleitzeit in der Kernverwaltung“, so Miesner. Zudem soll es nun in den Kitas mit der Barmer-Krankenkasse spezielle Übungen gegen den Stress für Erzieher geben.

In der Kreisverwaltung liegt der Krankenstand laut Sprecherin Britta Avantarion im Schnitt bei 24 Tagen je Mitarbeiter und Jahr.

Von Andreas Vogel

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