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Neuruppin Schüler-Ideen für ein besseres Neuruppin
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16:21 27.11.2018
Auch ein Jugendcafe in der Neuruppiner Innenstadt als Begegnungstreff wünschen sich Mädchen und Jungen von der Evangelischen Schule. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Mehr Geld für Sportvereine, mehr Technik im Unterricht, ein Heim für obdachlose Tiere oder Erholungsecken mit regengeschützten Sofas – es ist eine lange Liste, die Siebentklässler der Evangelischen Schule Neuruppin zusammengestellt haben. Sie beteiligen sich seit Montag an dem bundesweiten Projekt „Pimp your town“, zu deutsch bringt eure Stadt auf Vordermann.

Jeder kann etwas ändern

„Wir wollen zeigen, dass Kommunalpolitik spannend ist und dass jeder etwas verändern kann“, sagt Alina Schilling. Die 21-Jährige aus Hannover ist gelernte Veranstaltungskauffrau und arbeitet seit drei Jahren beim Verein „Politik zum Anfassen“, der das Projekt betreut und jetzt damit zum ersten Mal in Neuruppin ist.

Zum Projekt gehört zum einen, dass sich Schüler für ihre Ideen stark machen – zum anderen, dass sie mit Politikern über ihre Vorschläge diskutieren und dabei prüfen, ob diese schnell umgesetzt werden können. Deshalb sitzt am Dienstag auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) mit in der Schule sowie mehrere Stadtverordnete. Diese betreuen die fiktiven Fachausschüsse, in der die Vorschläge der Schüler beraten werden.

45 Vorschläge aus drei Klassen

„Die Politiker sind schon sehr engagiert“, sagt Alina Schilling. Sie freut sich darüber. Gehe es doch darum, etwas gegen Politikverdrossenheit zu unternehmen. Von dieser ist am Dienstagmorgen wenig zu spüren. Jede der drei siebenten Klassen hat 15 Vorschläge ausgearbeitet, was in der Fontanestadt verbessert werden sollte. Nun werden die Vorschläge mit Abgeordneten diskutiert.

André Ballast (46, Pro Ruppin), der für das Projekt Chef des Sozialausschusses ist, versucht, den Überblick über die Vorschläge zu behalten. Gibt es zu in der Stadt nun zu wenige Parks oder befinden sich viele davon lediglich in einem schlechten Zustand? Die Schüler sind unsicher. Die Wege in den Wallanlagen im Bereich des Rheinsberger Tores müssten auf jeden Fall in Ordnung gebracht werden, findet Florentine. Dem stimmen die anderen zu, das Projekt wird nun den Stadtverordneten, also allen beteiligten Schülern, vorgestellt.

Angelstellen oder Mülleimer?

Ein konkretes Projekt lasse sich schneller umsetzen als lediglich zu fordern, dass alle Wege gemacht werden müssten, sagt André Ballast. Der Fahrer im Rettungsdienst ist überrascht, wie vielfältig die Vorschläge der Schüler sind und wie weit dabei mitgedacht werde. So wird der Vorstoß zu den Erholungsecken mit den regengeschützten Sofas recht schnell begraben – auch weil unklar bleibt, wer diese pflegen könnte.

„Die Vorschläge sind nicht weit weg von denen der Politiker“, freut sich Nico Ruhle (36, SPD) und verweist auf den Wunsch nach kostenlosem W-Lan, überdachte Bushaltestellen und mehr Begegnungsmöglichkeiten für Jugendliche in der Innenstadt. „Ganz spannend“ fand Ruhle wie sich während der Diskussion so mancher Antrag gewandelt hat. So wurde aus einem Wunsch nach mehr Angelstellen am Ruppin See schließlich die Forderung nach mehr Mülleimern.

Das Projekt „Pimp your town“ wurde 2009 ins Leben gerufen. Von den knapp 2400 Schülerideen wurden bisher in 37 Kommunen mehr als 500 umgesetzt.

Von Andreas Vogel

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