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Neuruppin Tagespflege feiert 20. Jahrestag
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Tagespflege feiert 20. Jahrestag
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01:17 02.12.2018
Christine Soffner (63), Lydia Hauser (90), Silke Hasse (48) und Sieglinde Hasse (86) (v.l.) während der 20-Jahr-Feier der Diakonie-Tagespflege Quelle: Annika Jensen
Neuruppin

Die lange Tafel ist festlich geschmückt und schwer beladen mit Kuchen, Schnittchen, Tee und Kaffee. Kein Platz ist mehr frei. Etwa 30 Männer und Frauen sind in festlicher Stimmung. Der Anlass ist an jeder Brust sichtbar. Sie feiern 20 Jahre Geburtstag. Denn 1998 wurde ihre zweite Familie gegründet: Die Tagespflege der Diakonie.

„Wenn es das hier nicht gäbe, wäre ich schon längst nicht mehr“

„Mir gefällt es hier sehr gut“, sagt Sieglinde Hasse. 2003 war ihre Mann gestorben. Zwei Jahre später ging sie erstmals durch die Tür der Tagespflege. Seit 13 Jahren kommt die 86-Jährige nun täglich in das flache Gebäude am alten Bahnhof. Zur gleichen Zeit bezog sie eine Wohnung im Seniorenwohnen. Das liegt im selben Innenhof, zehn Meter vom Eingang zur Tagespflege entfernt.

„Wenn es das hier nicht geben würde, wäre ich schon längst nicht mehr“, sagt sie. Ihr gefalle die Gemeinschaft. Die gebe ihr täglich Motivation, aufzustehen und sich anzuziehen. „Ich mache alles mit. Die Bewegung tut mir gut und wir lachen viel.“

Mehr Frauen als Männer

Sieglinde Hasse ist eine von 19 Frauen, die regelmäßig in die Tagespflege kommen. Einen Mann haben sie in ihrer Runde. „Frauen werden älter“, begründet die Leiterin der Einrichtung, Silke Hasse, die Mehrheit an Frauen in der Gruppe. Sie ist die Schwiegertochter von Sieglinde Hasse.

„Außerdem sind Frauen eher bereit, in die Tagespflege zu gehen. Männer ziehen sich lieber zurück.“ Und einige der Männer, die sich doch interessieren, sind von der großen Zahl der Frauen abgeschreckt. „Nichtsdestotrotz sind auch die älteren Männer in der Stadt herzlich willkommen, zu uns zu kommen“, sagt Silke Hasse.

Vor allem gegen die Einsamkeit

In den vergangen 20 Jahren hat sich eine Menge getan bei der Tagespflege in der Bahnhofstraße. Doch damals wie heute geht es vor allem darum, den älteren Menschen die Einsamkeit in ihrem Alltag zu nehmen. Einige kommen zwei Mal in der Woche. Andere täglich.

1998 hatte Christine Soffner, 63, alleine angefangen. Sie hatte eine Musiktherapeutin an der Seite, die einmal in der Woche für eine Stunde kam, aber ansonsten managte sie alles ohne Hilfe.

Von Anfang an beliebt

Zu Anfang kamen drei Senioren. Sie hatten einen Raum mit 30 Quadratmetern und eine kleine Teeküche. Sie waren einfach beisammen, haben sich unterhalten, gesungen, zusammen gegessen und gebastelt. Es war ein schmales Programm. Und doch hatten es die Senioren das Angebot gut angenommen, sagt Silke Hasse.

Heute haben sie mehr Platz, die Musiktherapeutin ist gleichzeitig Tanztherapeutin, mittlerweile betreuen sieben Frauen die Senioren und drei Fahrer fahren sie zur Diakonie und wieder nach Hause. „Jeder bringt sich ein“, sagt Hasse. „Die Betreuerinnen und unsere Gäste. Denn nur zusammen funktioniert es.“

Die Senioren schätzen die Pflege und Liebe

Und was hält Christine Soffner, die Frau der ersten Stunde, von der Entwicklung? „Wahnsinn, ich hätte nie gedacht, dass es so gut läuft und so gut angenommen wird“, sagt die Betreuerin. Sie habe damals nicht die Vorstellung gehabt, dass es so groß wird, sagt Soffner weiter. „Ich arbeite gerne mit den älteren Menschen zusammen, weil sie die Pflege und die Liebe von uns allen sehr schätzen. Und es macht einfach Spaß.“

Morgens um neun Uhr kommen die Gäste bei ihnen an. Dann startet das aktive Programm. Die Senioren tanzen, singen und lachen. Am Nachmittag geht es etwas ruhiger zu. Man unterhält sich oder bastelt gemeinsam. Und wenn jemand Geburtstag hat, wird sich mächtig ins Zeug gelegt. Eine aufwändige Frühstückstafel steht bereit und den ganzen Tag lässt sich das Geburtstagskind feiern.

Nun ist die Tagespflege dran

In dieser Woche war jedoch die Tagespflege selbst an der Reihe. Alle hatten eine papierne blau-weiße Blume mit der Zahl 20 auf der Brust. Und feierten ihre Tagespflege wie es sich gehört: Mit Musik, Sekt und viel guter Stimmung.

Von Annika Jensen

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