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Neuruppin Volles Programm für Fontane-Festspiele in Neuruppin
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00:25 18.04.2019
Die Organisatoren Peter Böthig, Frank Matthus, Uta Bartsch und Otto Wynen (v.l.) haben ein buntes Programm für die diesjährigen Festspiele auf die Beine gestellt. Quelle: Hannah Rüdiger
Neuruppin

Mehr Fontane geht nicht: Rund 80 Veranstaltungen widmen sich bei den diesjährigen Fontane-Festspielen dem Dichterfürsten – und es könnten sogar noch mehr werden. „Unser Programm ist riesig geworden“, sagt Uta Bartsch, eine der vier Organisatoren. Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ist jeder Tag prall gefüllt mit Lesungen, Konzerten, Performances, Filmen, Wettbewerben, Ausflügen und Mitmach-Aktionen.

Altbewährte Programmpunkte hat die Festspiele-Leitung um Uta Bartsch, Otto Wynen, Peter Böthig und Frank Matthus wieder mit aufgenommen. Die vergangenen Jahre bildeten ein „Grundgerüst“, um das die Festspiele immer weiter wachsen, so Otto Wynen. „Wir wollen nicht erstarren. Jedes Mal kommen neue Sachen dazu“, sagt er.

Lyrik-Projekt mit bekannten Schauspielern

Eine Veranstaltung, die schon Tradition hat, ist zum Beispiel das Lyrik-Projekt. An zwei Tagen lesen Schauspieler wie Dominic Raacke, Valerie Niehaus oder Heikko Deutschmann ausgewählte Fontane-Texte in der Kulturkirche.

Das Lyrik-Projekt ist seit Jahren fester Bestandteil der Fonane-Festspiele. Quelle: Peter Geisler

Im Fokus soll diesmal der Theodor Fontane sein, den die Menschen nicht so gut kennen: „Wir ehren Fontane als großen Romancier, als deutschen Realisten, als Balladenschreiber, als Kriegsberichterstatter – immer ganz euphorisch“, erzählt Uta Bartsch. „Dabei wird oft vergessen, dass er viele Jahre am Existenzminimum lebte.“

Diese weniger bekannte Seite des Schriftstellers will das Lyrik-Projekt nun beleuchten. Für die erste Runde in der Kulturkirche seien bereits 350 Tickets verkauft worden, so Uta Bartsch.

Lesungen sind gefragt

Gleichzeitig findet wieder das europäische Festival für Reiseliteratur statt, das untrennbar mit den Festspielen zusammengehört. Unter dem Motto „Neben der Spur“ stehen ab dem 1. Juni zahlreiche Lesungen an verschiedenen Orten der Stadt an.

„Wir wollten eigentlich wieder in kleine Cafés, aber in diesem Jahr könnte es wirklich voll werden“, sagt Otto Wynen. Deswegen sei die Wahl zum Teil auf größere Veranstaltungsorte gefallen. Mit von der Partie ist unter anderem Anke Stelling, die in diesem Jahr mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für ihren Roman „Schäfchen im Trockenen“ ausgezeichnet wurde.

Versteigerungstheater mit Fontane-Fundstücken

Ein weiteres Highlight der diesjährigen Festspiele ist das unterhaltsame Versteigerungstheater „Ein gewisses Quantum Mumpitz“, bei dem „echt unechte Fontane-Fundstücke“ versteigert werden, wie Peter Böthig sagt. „Wir haben schon wunderbare Reliquien aufgetrieben“, so Böthig.

Unter den Hammer kämen zum Beispiel die Kordel von Effi Briests Schaukel oder die Trillerpfeife von John Maynard. Bisher seien acht Gegenstände für die Spaß-Auktion gesammelt worden, ein paar Objekte könnten aber noch dazukommen, meint Peter Böthig. „Die Absicht dahinter ist, einen leicht ironischen Blick auf Fontane zu werfen“, erklärt er.

Im vergangenen Jahr, als das Format zum ersten Mal erprobt wurde, sei die Resonanz überwältigend gewesen: Über 100 Menschen seien zur Theater-Auktion gekommen, um eines der Fundstücke zu ergattern.

Unterwelt-Theater im August

Das ist nur ein kleiner Auszug aus dem Programm: Hinzu kommen zahlreiche Konzerte, Mitmach-Kunstprojekte, Stadtspaziergänge und Filmvorführungen. „Wir stehen dafür, dass wir aus dem Fontane-Kosmos Formate entwickeln, die in die heutige Zeit passen“, erläutert Frank Matthus. Künstlerisch ansprechend seien sie alle.

Uta Bartsch, Otto Wynen, Frank Matthus und Peter Böthig (von unten links nach oben) sind die künstlerischen Leiter der Festspiele. Quelle: Hannah Rüdiger

Den krönenden Abschluss für die Festspiele gibt es dann als Nachtrag im August, wenn sich der Schulplatz in eine Bühne für „eine teuflische Unterwelt- und Nebenweltparty“ verwandelt, wie Frank Matthus erzählt.

So viel sei zu dem dreitägigen Theater-Spektakel zu verraten: „Kaiser Wilhelm I. wird sein Tourismus-Konzept für Neuruppin vorstellen und Effi gibt einen Ausblick auf Fontane 300“, so Matthus. „Die große Frage ist noch, ob Fontane selbst erscheint.“

Von Hannah Rüdiger

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