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Neuruppin Millionen für Fernwärme aus Sonnenlicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Millionen für Fernwärme aus Sonnenlicht
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01:15 14.03.2019
Am Stöffiner Weg steht bereits eine kleine Anlage für Solarthermie. Jetzt planen die Stadtwerke eine sehr viel größere für das Fernwärmenetz der Stadt. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Die Stadtwerke Neuruppin wollen in den nächsten Jahren weit über zehn Millionen Euro in das Fernwärmenetz der Fontanestadt investieren. Seit einiger Zeit ist das städtische Tochterunternehmen dabei, sein Leitungsnetz auszubauen. Jetzt sollen zwei hochmoderne Anlagen zur Wärmeerzeugung dazukommen.

Die erste ist an der Ernst-Toller-Straße geplant. Vor wenigen Jahren hatten die Stadtwerke dort ein Blockheizkraftwerk gebaut, das durch Verbrennen von Erdgas Hitze für das Fernwärmenetz und zugleich Strom liefert. Jetzt soll auf einer Fläche unmittelbar daneben mit rund 1,5 Millionen Euro ein Heizhaus für Holzhackschnitzel entstehen.

„2020 wollen wir mit dem Bau beginnen“, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer Joachim Zindler. Freigeräumt hat das Unternehmen die Fläche schon.

Das neue Heizwerk soll neben dem bestehenden Bockheizkraftwerk an der Ernst-Toller-Straße entstehen. Quelle: Peter Geisler

In dem Heizwerk wollen die Stadtwerke Holzschnitzel verfeuern, die sie selbst herstellen. 2017 hatten sie angefangen, rund um die Kläranlage an der Gentzstraße tausende Pappeln anzubauen. Nach wenigen Jahren sind die Triebe so groß, dass ein Teil von ihnen geerntet und zu Hackschnitzeln verarbeitet werden kann.

Stadtwerke haben Plantagen dazugepachtet

Innerhalb weniger Jahre wachsen wieder neue Bäumchen nach, die dann erneut geerntet werden. Damit jedes Jahr genügend Holz zum Verfeuern bereitsteht, müssen die kleinen Bäume aber auf großen Flächen angebaut werden.

Inzwischen hat der Neuruppiner Energieversorger deshalb auch 88 Hektar der Baumschule Angendohr bei Werder im Amt Temnitz gepachtet. Dort wachsen bereits Bäume, die sich bald ernten und verarbeiten lassen.

Neben der Kläranlage sammelt der ehemalige Bauhof bereits Holz, das zu Hackschnitzel verarbeitet für das neue Heizhaus werden kann. Dafür wird ein neuer Sammelplatz gebaut. Quelle: Peter Geisler

Die Idee, ein solches Heizhaus zu bauen, gibt es bei den Stadtwerken schon länger. Ursprünglich sollte es nur dazugeschaltet werden, wenn im Winter an sehr kalten Tagen besonders viel Wärme benötigt wird. Inzwischen gehen die Stadtwerke davon aus, dass sich so eine Anlage auch im regulären Betrieb von Herbst bis Frühjahr gut betreiben lässt.

„Das sind hochmoderne Anlagen“, sagt Artur Dzasokhov, der für das Projekt bei den Stadtwerken zuständig ist. „Als ich angefangen habe, mich damit zu beschäftigen, war ich selbst überrascht, wie präzise sie sich steuern lassen.“ Je nach Bedarf kann so ein Heizwerk zwischen 600 und 2000 Kilowatt Heizleistung liefern.

Und es ist umweltfreundlich. Beim Verbrennen des Holzes entsteht nur so viel Kohlendioxid, wie die Bäume beim Wachsen aus der Luft aufgenommen haben.

Die Sonne liefert kostenlose Wärme

Deutlich teurer wird die Solarthermieanlage, an der die Stadtwerke derzeit ebenfalls arbeiten. Mit ihrer Hilfe könnte in wenigen Jahren bis zu einem Viertel der benötigten Energie für das Fernwärmenetz mit Sonnenlicht erzeugt werden. Spezielle Solarkollektoren wandeln das Licht dabei nicht in Strom um, sondern erhitzen in ihrem Inneren Wasser.

Dass das klappt, beweisen die Stadtwerke gerade im Wohngebiet am Stöffiner Weg. Die neu gebauten Häuser dort werden bereits über Solarthermie beheizt.

Sonnenenergie für große Teile Neuruppins

Jetzt plant das Neuruppiner Unternehmen eine Anlage in sehr viel größerem Maßstab, um weite Teile Neuruppins mit Wärme versorgen zu können. Noch ist nicht genau klar, wo sie entstehen wird. Vielleicht rund um die ehemalige Radarstation der Sowjetarmee bei Bechlin. Vielleicht aber auch auf einer anderen Fläche, wo weniger Bäume gefällt werden müssten.

Wenn alles gut läuft, könnte der Bau in anderthalb bis zwei Jahren beginnen. Allerdings muss erst noch ein Bebauungsplan dafür her, räumt Dzasokhov ein.

Allein die Solarthermieanlage wird wohl mehr als zehn Millionen Euro kosten. Artur Dzasokhov ist aber überzeugt, dass sich die Investition lohnt – erst recht mit Blick auf die Umwelt. „Das große Ziel ist eine nachhaltige Wärmeversorgung bis 2030“, sagt er. Mit so wenig CO2-Ausstoß wie möglich.

Von Reyk Grunow

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