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Neuruppin Neuruppin macht Kohle mit Holz
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02:17 19.05.2018
Stephan Peter ist Stadtförster von Neuruppin. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Etwa 1550 Hektar Wald besitzt die Stadt Neuruppin. Mit dem Wald hat sie im vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 60 000 Euro gemacht – Geld, das dem Haushalt der Stadt zugute kam und für andere Zwecke ausgegeben werden konnte. Der Wald lohnt sich für die Fontanestadt – als Naturraum, als Erholungsort für die Bürger, aber auch finanziell.

Für Martin Hasselbach vom Waldbesitzerverband Brandenburg ist Neuruppin ein Musterbeispiel, wie eine Kommune ihren Forst so bewirtschaften kann, dass er Gewinn bringt. Und das dauerhaft.

Wald ist wertvoll – das haben nur nicht alle erkannt

Längst nicht alle Gemeinden im Land haben erkannt, wie wertvoll ihr Wald ist. Manche halten ihn eher für einen Klotz am Bein. Am Mittwoch hatte der Waldbesitzerverband alle Gemeinden aus Brandenburg nach Neuruppin eingeladen, um zu demonstrieren, was man tun muss, damit Wald nicht nur teuer ist.

Neuruppin ist seit 25 Jahren Mitglied im Verein. Knapp 3000 Mitglieder hat Waldbesitzerverband, nur drei sind Kommunen. Für die könnte die Mitgliedschaft künftig aber interessanter werden. Bisher lassen viele Städte und Gemeinden ihren Wald vom Landesforstbetrieb bewirtschaften, sagt Thomas Weber, der Vorsitzende des Vereins. Doch bald sei das nicht mehr möglich: Das Land ziehe sich zurück. Die Gemeinden müssen eine neue Lösung finden.

Experten warnen vor Waldverkauf

Die Stadt Treuenbrietzen will ihren Wald sogar verkaufen. Sie braucht die Einnahmen für Investitionen in Kitas und Schulen.

„Den Wald zu verkaufen, ist aus unserer Sicht der Katastrophenfall“, sagt Martin Hasselbach. Damit wäre er für immer verloren. Gut bewirtschafteter Wald kann dagegen Jahr für Jahr Geld für die Kommune bringen. „Doch dafür muss man etwas tun“, sagt Thomas Weber. Und wie das gehen kann, wollte der Verband in Neuruppin vorführen.

Die Fontanestadt beschäftigt einen eigenen Förster und bewirtschaftet ihren Forst selbst. Stephan Peter kümmert sich um die Flächen, seit Neuruppin sie vor 25 Jahren aus dem einstigen Volkseigentum zurückbekommen hat.

Neuruppin hat den Wald umgebaut

Er kümmert sich darum, dass die Flächen nachhaltig bewirtschaftet werden. Ein Punkt ist dabei der sogenannte Waldumbau. Auf etwa 60 Prozent der Neuruppiner Waldfläche wachsen heutzutage vornehmlich Nadelbäume, auf 40 Prozent der Fläche sind es vor allem Laubbäume.

Auch die Jagd gehört zur Waldwirtschaft. „Manche Stadtverordnete glauben, sie könnte viel Geld machen, wenn sie die Jagd teuer verpachten“, sagt Hasselbach aus Erfahrung. Doch wenn ein Pächter viel Wild auf seiner Fläche haben will, um es zu schießen, hat das letztlich auch Auswirkungen auf den Baumbestand.

Stadtförster Peter geht selbst auf die Jagd

Vielleicht muss die Fläche sogar eingezäunt werden. Neuruppin hat auf das Verpachten weitgehend verzichtet, auf den meisten Flächen jagt Stadtförster Stephan Peter selbst.

Auch damit ist die Fontanestadt für den Waldbesitzerverband beispielhaft. Seine Mitglieder besitzen zusammen rund 126 000 Hektar, etwa ein Neuntel der gesamten Waldfläche im Land Brandenburg.

Hasselbach und Weber hoffen, das sich in den kommenden Jahren weitere Kommunen ihrem Verband anschließen. Auch dafür war die Veranstaltung am Mittwoch in Neuruppin gedacht. „Es ist kein anderer Wald so nahe an den Bürgern wie der kommunale“, sagt Verbandschef Thomas Weber: „Wir sind eigentlich alle Waldbesitzer.“

Von Reyk Grunow

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