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Neuruppin sucht Totengräber

Für anonyme Beerdigungen Neuruppin sucht Totengräber

Nicht immer sind nach dem Tod eines Menschen Angehörige da, die sich um das Begräbnis kümmern. In so einem Fall muss das Ordnungsamt einspringen. Für die dann folgenden anonymen Bestattungen sucht die Stadtverwaltung Neuruppin ein neues Bestattungsunternehmen und schreibt deshalb den Rahmenvertrag öffentlich aus.

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Die meisten Bestattungen sind Urnenbestattungen. Finden sich keine Angehörigen, übernimmt die Stadt die Kosten.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Stadtverwaltung Neuruppin sucht zum 1. Januar 2018 ein Bestattungsunternehmen, das für die nächsten drei Jahre die ordnungsbehördlichen Bestattungen vornehmen soll. Der aktuelle Rahmenvertrag läuft ab und wird nun bis Mitte November öffentlich ausgeschrieben.

Die meisten Menschen hinterlassen nach ihrem Tod Verwandte oder Angehörige, die das Erbe antreten und auch das Begräbnis organisieren. Doch in manchen Fällen gibt es keine Hinterbliebenen oder zumindest können sie nicht ausfindig gemacht werden. Was passiert dann mit dem Leichnam? Wo wird der Verstorbene begraben? In einem solchen Fall ist per Gesetz die örtliche Ordnungsbehörde zuständig. Sie entscheidet über die Art der Beisetzung und auch über den Begräbnisort. Dafür gibt es einen Rahmenvertrag mit einem örtlichen Bestatter, der die Arbeit ausführt. Gleichzeitig sucht ein Nachlassgericht in manchen Fällen noch mehrere Jahre nach Hinterbliebenen.

Eine Beerdigung und ein Grab sind in der Regel teuer. Im Vergleich zu privaten herkömmlichen Bestattungen kommt das Ordnungsamt Neuruppin allerdings günstig weg. Die Behörde hat für die etwa 35 Fälle, die es in der Stadt durchschnittlich pro Jahr gibt, ein Jahresauftragsvolumen von 12.000 bis 15.000 Euro aus dem Haushalt festgelegt. Genauere Zahlen können aufgrund der laufenden Ausschreibung nicht angegeben werden. Die Beisetzung entspreche in einfacher Form allen Anforderungen, sagt ein Sprecher aus dem Rathaus Neuruppin. Die Beerdigung erfolgt anonym und ohne einen Grabstein.

Der Bestatter, der bislang den Auftrag hat und namentlich nicht genannt werden möchte, beschreibt eine ordnungsbehördliche Bestattung als durchaus würdevoll: „Jede Beerdigung ist eine besondere Verabschiedung. Es ist ganz egal, ob der Mensch arm oder reich war, am Ende sind alle nur Menschen. Und so behandeln wir sie auch.“

Auch wenn sich keine Angehörigen für die Bezahlung der Beerdigung finden lassen, so gibt es dennoch häufig Bekannte oder Freunde, die um den Toten trauern und auch bei der Beisetzung anwesend sein wollen. Für diese Menschen sei es wichtig, trotzdem ein ordentliches Begräbnis abzuhalten und auch ein paar Worte zu sagen. Nicht selten ist der Bestatter jedoch alleine bei der Beisetzung.

Nach der Einäscherung, die in 99 Prozent aller Fälle vollzogen wird, kommt die Urne in ein anonymes Grab auf dem Friedhof in Alt Ruppin. Mindestens 20 Jahre bleibt die Grabstelle dann unangetastet. Nur in Alt Ruppin sind solche Gräber ohne Kennzeichnung erlaubt. Auf dem evangelischen Friedhof in Neuruppin beispielsweise sind durch das evangelische Friedhofsgesetz anonyme Gräber verboten.

Die öffentliche Ausschreibung des Rahmenvertrages über die ordnungsbehördlichen Bestattungen in Neuruppin läuft noch bis zum 14. November. Bis zu diesem Termin müssen mögliche Interessenten ihr Angebot mit allen geforderten Unterlagen im Rathaus abgeben. Die Ausschreibungsunterlagen sind über eine Internetplattform einsehbar, auf der sich Unternehmer registrieren können. Die Stadt sagt Bewerbern ihre Unterstützung in dem Verfahren zu. Unter der Telefonnumer 03391/35 57 25 werden alle Fragen beantwortet.

Von Jonas Nayda

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