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Neuruppin Frauenhaus hofft auf Verstärkung im Team
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Frauenhaus hofft auf Verstärkung im Team
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14:47 06.12.2018
Das eigene Zuhause kann für Frauen der gefährlichste Ort der Welt sein. Quelle: dpa
Neuruppin

Viele Jahre hatte es gedauert, bis sie ihren prügelnden Ehemann endlich verließ. In ihrem Dorf hatte man dafür jedoch nur wenig Verständnis. „Die kann den doch nicht mit dem großen Grundstück allein lassen“, hieß es. Oder. „Die kann den doch nicht sitzen lassen.“

Michaela Rönnefahrt hat solche Sprüche schon oft gehört. Die Sozialarbeiterin des Neuruppiner Frauenhauses berät und begleitet Frauen, die häusliche Gewalt erlitten haben. Immer wieder hat sie erlebt, dass das Umfeld der Frauen erstaunlich wenig Verständnis für das Opfer aufbrachte. „Ich wünsche mir da mehr Sensibilität“, sagt sie.

Alle Plätze sind zurzeit belegt

32 Frauen und 35 Kinder haben in diesem Jahr bereits Schutz im Neuruppiner Frauenhaus gesucht, dem einzigen im Landkreis. Das sind ähnlich viele wie in den Jahren zuvor. Zurzeit sind die 20 Plätze des Neuruppiner Frauenhauses komplett belegt. Immer wieder muss Rönnefahrt Schutz suchende Frauen an andere Frauenhäuser weitervermitteln.

Im Frauenhaus sollen Frauen, die häusliche Gewalt erlitten haben, zur Ruhe kommen. Auch die Kinder, die nicht selten die Gewalt der Männer miterlebt haben, sollen sich erholen. In der Praxis kann das schwierig sein. Wichtig sei, dass das Wiedersehen mit dem Vater im Sinne der Kinder geregelt werde, sagt Rönnefahrt. „Sonst werden Kinder wieder aufgeschreckt.“

Auch die Kinder sind traumatisiert

Rönnefahrt würde sich viel öfter eine Umgangspause wünschen, in denen die Kinder das Erlebte verarbeiten können. „Kinder haben ein Recht auf Unversehrtheit“, sagt sie. Erst wenn ein Täter in einer Umgangspause bewiesen habe, dass er sich an Vereinbarungen halte, solle ein begleiteter Umgang erlaubt werden. „Ein Vater sollte sich das Umgangsrecht erarbeiten.“

Seit Langem schon wünscht sich das Frauenhaus-Team eine Kollegin für die Betreuung der im Frauenhaus lebenden Kinder. „In vielen Frauenhäusern ist das Standard“, sagt Rönnefahrt. Bislang ist jedoch unklar, wer eine solche Unterstützung für das Neuruppiner Frauenhaus bezahlt.

Land könnte Finanzierung übernehmen

Rönnefahrt hofft, dass das Land im kommenden Jahr die Finanzierung einer Erzieherin mit Zusatzqualifikation zur Traumapädagogin übernimmt. Gewalt drohe sich von Generation zu Generation zu vererben, wenn das Thema nicht aufgearbeitet werde, sagt Rönnefahrt, die inzwischen seit fast 20 Jahren im Frauenhaus arbeitet. „Wir haben schon mit den Kindern von damals zu tun.“

Doch nicht nur für die Betreuung der Kinder würden Rönnefahrt und ihre einzige fest angestellte Kollegin sich eine Fachkraft wünschen. Seit Ende 2017 sucht das Frauenhaus für die Beratung und Begleitung der Schutz suchenden Frauen eine Kollegin, die für den Umgang mit traumatisierten Menschen ausgebildet ist. Bislang erfolglos. Es gebe nur wenige Fachleute mit entsprechender Qualifikation, sagt Rönnefahrt. Zudem sei die Arbeit herausfordernd. „Man muss es auch thematisch aushalten.“

Ambulante Beratungen

Der Verein „Frauen für Frauen“, der das Frauenhaus betreibt, bietet auch Beratungen an. Im vergangenen Jahr nahmen 78 Frauen das Angebot einer ambulanten Beratung an. In 30 Fällen wurde zudem eine Beratung vereinbart, nachdem es bei der Polizei eine Meldung über häusliche Gewalt gegeben hatte. Stimmt die Frau dem zu, kann die Polizei die Meldung an das Frauenhaus weiterleiten.

Im vergangenen Jahr waren in Ostprignitz-Ruppin 330 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet worden. Etwa ein Drittel dieser Fälle wurden nach Angaben der Polizei in Neuruppin registriert. In 44 Fällen verwies die Polizei einen Partner der Wohnung. Allerdings darf sie das nur für maximal zehn Tage.

Von Frauke Herweg

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