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Neuruppin Vortrag über obersten Denkmalschützer fesselte Besucher
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18:32 26.10.2018
Das ehemalige Gutshaus Radensleben, Altenteil derer von Quast. Quelle: Foto: Geisler
Neuruppin

Ohne Ferdinand von Quast sähe das architektonische Erscheinungsbild in Deutschlands Orten um einiges anders aus. Er ist der Vater des deutschen Denkmalschutzes. Im Neuruppiner Museum hielt in dieser Woche Ulrich Dressel einen Vortrag über den preußischen Staatskonservator.

Italien trieb ihn zum Denkmalschutz

Von Quast war Radenslebener. Im Juni 1807 ist er dort geboren, im Juli 1877 ist er dort gestorben. Nachdem er das Neuruppiner Gymnasium besuchte, wurde er an der Allgemeinen Bauschule, der späteren Berliner Bauakademie, Architektur-Schüler von Karl Friedrich Schinkel. Schon Schinkel setzte sich für die Denkmalpflege ein. Mit knapp 30 Jahren ging Ferdinand von Quast für ein Jahr nach Italien. Die Eindrücke dort sollten ihn nachhaltig prägen.

Er beschäftigte sich mit den antiken Städten in dem südeuropäischen Land und forderte später in Leipzig: Es müsse einen Verein geben, der deutsche Altertümer erforscht. Fünf Jahre später ernannte ihn der preußische König, Friedrich Wilhelm IV., zum „Konservator der Denkmäler“ in Preußen. Ferdinand von Quast sollte fortan Denkmale begutachten, Berichte und Zeichnungen zu den jeweiligen Objekten anfertigen und mit den zuständigen Beamten vor Ort verhandeln.

Lübecker Holstentor vor Abriss bewahrt

In seiner Position als oberster Staatskonservator setzte sich von Quast für die weitgehende Bewahrung originaler Bausubstanz ein. So wirkte er am Erhalt der Lübecker Holstentores mit, das die Bewohner der Stadt abreißen lassen wollten. Der Radenslebener entwickelte zudem einen Fragebogen zur Erfassung der Denkmale in Preußen, der im Kern heute noch verwendet wird.

Mit Ende 20, nach dem Tod seines Vaters, übernahm Ferdinand von Quast das elterliche Gut in Radensleben. Er baute das Herrenhaus mit Nebengebäuden aus. Das Altenteil der Familie blieb seit Mitte der 1990er Jahre ungenutzt. Diesen Sommer wurde es an einen Berliner Notar verkauft. Er möchte Wohnungen in dem Haus bauen lassen.

Von Quast setzte sich auch für die Kinder ein

Das Interesse am Leben und Wirken Ferdinands von Quast war im Neuruppiner Museum groß. Nach dem Vortrag von Dressel begann eine angeregte Diskussion. Etwa darüber, inwieweit sich die Nachfahren für das Erbe des preußischen Konservators engagieren oder über das soziale Engagement von Quast, indem er sich für die Errichtung eines Kindergartens in Radensleben eingesetzte, einer der ersten in Preußen.

Ulrich Dressel (76) war angestellt im Klinikum Berlin Buch. Dort war er unter anderem für die denkmalgeschützten Gebäude und Grünanlagen verantwortlich. Daher war ihm Ferdinand von Quast schon während seiner beruflichen Laufbahn kein Unbekannter.

Denkmalpflegepreis für Dressel

Und auch privat hatte Dressel mit dem Thema Denkmalpflege zu tun: Nach 40 Jahren in Berlin suchten er und seine Frau Erika ein Haus außerhalb der großen Stadt. Sie fanden es in Garz. Es war ein Haus von 1793 und es stand unter Denkmalschutz – und kurz vor dem Abriss. Die Dorfstraße sollte begradigt werden. Ulrich Dressel und seine Frau konnten die Zerstörung des historischen Giebellaubenhauses verhindern. Sie restaurierten es von Grund auf und schufen so einen markanten Punkt am Dorfanger. 2007 haben sie dafür den Brandenburgischen Denkmalpflegepreis erhalten. Heute führt die Straße in einem großen Bogen um das Haus herum.

Mit ihrem Engagement setzen die Dressels um, was Ferdinand von Quast Mitte des 19. Jahrhunderts forderte: Sie retteten historische Bausubstanz vor ihrer Zerstörung und bewahrten sie für die Zukunft.

Von Annika Jensen

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