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Neuruppin Schulen gegen Rassismus
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16:34 06.11.2018
Kam mit zwei „Schule ohne Rassismus“-Urkunden: Thomas Weidlich vom Mobilen Beratungsteam. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Berliner Band Egotronic hat nicht lange gezögert. Als die Neuruppiner Anfrage kam, sagten die Musiker sofort zu. Die Elektropunkband, die sich immer wieder gegen Faschismus und Rechtsextremismus bekennt, wollte die Agus/Gadat Berufliche Schule und die Agus Altenpflegeschule auf ihrem Weg zum Titel „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ unterstützen. Der Titel, sagt Sänger Torsun Burkhardt, sei ein „starkes, aber auch notwendiges Zeichen“.

Seit Dienstag dürfen sich die beiden Schulen mit dem Titel schmücken. „Es ist ein Anfang“, sagte Dozent Candy Boldt-Händel, der sich gemeinsam mit Schülern für den Titel eingesetzt hatte. Die eigentliche Arbeit beginne erst jetzt. In den kommenden Monaten wollen die Schüler immer wieder Projekte auflegen, in den sie sich mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auseinandersetzen.

Eigeninitiative der Schüler

„Niemand musste uns überreden“, sagte Christina Salewski, die Leiterin der Altenpflegeschule. Schüler und Lehrer hätten vor einem Jahr aus eigener Initiative begonnen, sich um den Titel zu bemühen. Birgit Volkmar, Leiterin der Agus/Gadat Berufliche Schule, versteht den Titel vor allem als Selbstverpflichtung. „Wir wollen wachsam sein“, sagte sie. „Ich wünsche mir Offenheit und Neugier im Umgang miteinander.“

Welche Projekte gegen Rassismus die Schulen initiieren werden, ist noch offen. Titel-Initiator Boldt-Händel würde sich viele kleinere Projekte wünschen, in denen etwa dem Widerstand der Weißen Rose gedacht oder an die Verbrechen der Nazis erinnert wird. „Ich glaube nicht, dass wir die Generation sind, die sich entschuldigen muss“, sagte er. „Aber wir haben die Aufgabe, daran zu erinnern, wohin Extremismus führt.“

Notwendige Erinnerungsarbeit

Boldt-Händel unterrichtet angehende Heilerziehungspfleger. Mit seinen Schülern spricht der 32-Jährige auch über die Euthanasie-Programme der Nazis. Er hat schon erlebt, dass ein Schüler die systematischen Ermordungen anzweifelte. Umso wichtiger ist es ihm, sich auch im Unterricht mit den Gräueln der Nazis auseinanderzusetzen. „Es geht um eine Haltung.“

Martin Osinski vom Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ begrüßte die Titelvergabe an die beiden Schulen. Vor drei Jahren hätten sich die Azubis von Agus/Gadat auf einer Demo für Vielfalt engagiert. Allerdings sei das Bekenntnis aus dem Neuruppiner Schulplatz nicht von allen Schülern begeistert aufgenommen worden. Wichtig sei deshalb, weiterhin im Gespräch zu bleiben.

Alltäglicher Rassismus

Auch Bürgermeister Jens-Peter Golde würdigte das Engagement der beiden Schulen. Wenn die 550 Azubis auch zu Hause über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit diskutieren, so sei das ein Erfolg. Niemand dürfe bei rassistischen Äußerungen weghören – ganz egal ob „in der Bundesliga, beim Martini-Markt oder beim Bäcker“.

Um den Titel „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ zu bekommen, müssen die Schüler zunächst Unterstützerunterschriften sammeln. Mindestens 70 Prozent der Schüler und darüber hinaus 70 Prozent des Lehrerkollegiums müssen sich hinter das Projekt stellen. Zudem sollte die Schule einen prominenten Unterstützer des Projektes finden.

Erfolglose Anfragen

Die Agus/Gadat Berufliche Schule hatte sich zunächst erfolglos um einen solchen Paten bemüht. Auf 20 Anfragen habe es keine Antwort gegeben, sagte Boldt-Händel. Die Band Egotronic, die Boldt-Händel selber gerne hört, sagte jedoch sofort zu. In den kommenden Monaten wollen die Musiker die beiden Schulen unterstützen – möglicherweise durch ein Konzert bei einer Projektwoche.

Die Agus/Gadat Berufliche Schule bildet in Neuruppin Heilerziehungspfleger, Erzieher und Sozialassistenten aus. Die Schule bietet zudem verschiedene Fortbildungen an. An der Agus Altenpflegeschule werden neben Altenpflegeausbildungen auch verschiedene Qualifizierungen angeboten.

Von Frauke Herweg

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