Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Eco-Marathon: Evi-Team auf Bronze-Platz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Eco-Marathon: Evi-Team auf Bronze-Platz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:55 11.07.2018
Bronze-Team: Clemens Focke, Daniel Schlaugies, Christian Wenger-Rosenau, Detlef Frank, Jannik Noack (Fahrer) und Arik Noack (v. l.) Quelle: Frauke Herweg
Neuruppin/Nietwerder

Die Karosserie des E-Fish hat schon einige Blessuren. Doch das sind Äußerlichkeiten. Beim Shell-Eco-Marathon erkämpfte das Team der Evangelischen Schule mit dem Elektro-Auto am Wochenende in London den dritten Platz. Ein Riesenerfolg, findet Auto-Entwickler Christian Wenger-Rosenau. „Uns war es ganz wichtig, auf das Treppchen zu kommen.“

Eigentlich hatte das Team, das im vergangenen Jahr auch schon einen dritten Platz beim Shell-Eco-Marathon belegen konnte, auf ein noch besseres Abschneiden gehofft. „Aber die Konkurrenz hat ziemlich angezogen“, sagt Wenger-Rosenau.

Ausgereifte Technik

Warum sich das Team in der stark umkämpften „Urban-Concept“-Klasse dennoch so weit nach vorne kämpfen konnte, liegt für Wenger-Rosenau auf der Hand. „Wir beherrschen die Technik.“

Der orangene E-Fish sei mit relativ simpler Technik und einem einfachen Antrieb unterwegs. Nach neun Jahren ist der Wagen inzwischen jedoch so ausgereift, dass er jüngere Konkurrenz schlagen kann.

Andere Teilnehmer fahren mit deutlich jüngeren Autos. Die Uni München baut für den Eco-Marathon sogar jedes Jahr ein neues Auto. „Das ist Wahnsinn, was die für ein Budget haben“, sagt Teamchef Arik Noack. Dass das Team aus Bayern dennoch nur einen achten Platz belegte, macht Noack durchaus ein bisschen stolz. „Es geht auch mit alter Technik.“

Sehr junges Team

Das Evi-Team ging als eines der jüngsten an den Start. Die beiden Fahrer Jakob Rosenau und Jannik Noack sind gerade mal 16 Jahre alt – Mindestalter.

Anders als die teilnehmenden Studenten, die sich im Rahmen ihres Studiums mit umweltfreundlichen Autos beschäftigen, hätten die Schüler vergleichsweise wenig Zeit für die Rennvorbereitung, sagt Team-Chef Noack. „Hätten wir mehr Zeit, hätten wir eine aerodynamischere Schnauze entwickeln können.“

Aufgeregt vor der Premiere

In London hatte Jannik Noack schließlich die Wertung fahren können, die dem Team den dritten Platz einbrachte. Vor seiner Rennpremiere war der 16-Jährige „sehr aufgeregt“ gewesen. Tipps von Chefentwickler Wenger-Rosenau, mit dem er beim ersten Lauf telefonisch ständig Kontakt hielt, halfen ihm durch das Rennen.

„Die Herausforderung ist, ein Mittelmaß zwischen Effizienz und Schnelligkeit zu finden“, sagt Jannik Noack. Wer einfach nur schnell fahre, müsse später mehr bremsen – und das verbraucht viel Energie. Ein dickes Minus bei einem Eco-Marathon.

„Man muss im Team besprechen, mit welcher Taktik man fahren will“, sagt Noack. Beim E-Fish – einem Wagen mit zwei Elektro-Motoren – musste die Mannschaft etwa beraten, wann beide Motoren zum Einsatz kommen sollten und wann nur einer. Fährt der Fahrer mit nur einem Motor, so kann der andere Motor abkühlen – und der Wirkungsgrad lässt sich erhöhen.

Zurück ans Renn-Lenkrad

Im kommenden Jahren will Noack unbedingt wieder hinter dem kleinen Renn-Lenkrad sitzen. „Man muss die Strecke lesen und seine Ideallinie finden“, sagt der Neuruppiner inzwischen lässig. Dazu gehört etwa, dass der Fahrer auch die Gullydeckel der Rennstrecke im Blick hat und sie umfährt.

Jannik Noack profitierte auch davon, dass sein gleichnamiger Teamchef viele Tipps geben konnte. Arik Noack, der im vergangenen Jahr selbst den E-Fish gesteuert hat und an der Evangelischen Schule sein Abitur machte, schaute sich mit seinem Team-Kollegen Videos aus der Fahrerkabine an. Gemeinsam werteten sie Szene für Szene aus.

Autos ohne Rückwärtsgang

Einer der wichtigsten Tipps des Teamchefs: An der Stopplinie, bei der die Fahrer regelmäßig halten müssen, möglichst nicht hinter einem anderen Fahrer einscheren. Besser ist es, sich an den anderen Fahrern vorbeizuschlängeln. „Manchmal bleiben Autos am Start stehen“, weiß Arik Noack aus Erfahrung. „Dann kommt man hinter dem Fahrzeug nicht weg – die Wagen haben ja keinen Rückwärtsgang.“

Am Montagabend war das Team aus London zurückgekommen. Chefentwickler Wenger-Rosenau hat längst einige Ideen, wie der E-Fish für das nächste Rennen noch weiter verbessert werden könnte. Wie genau, das will er mit Blick auf die Konkurrenz nicht verraten. „Wir haben neue Aufgabenfelder und werden sie in Angriff nehmen“, sagt er lediglich.

Von Frauke Herweg

Einer der mutmaßlichen Mörder eines 54-Jährigen aus Radensleben suchte mit der Polizei den Ort ab, wo er die Tatwerkzeuge weg geworfen hatte, wie er vor Gericht sagte. Die Suche verlief ergebnislos.

11.07.2018

Saxofonist Ralf Benschu und Organist Jens Goldhardt musizieren seit 20 Jahren miteinander – als Orgelsax. Ihre neue Scheibe „Zwanzig“ stellten sie in der Klosterkirche Neuruppin vor.

11.07.2018

Damit die Friedrich-Engels-Straße am Braschplatz neu gebaut werden kann, müssen Archäologen Teile des alten, fast vergessenen Armenfriedhofs von Neuruppin verlegen. Das ist aufwändiger als gehofft.

10.07.2018