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Neuruppin Brand in Asylbewerberheim
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Brand in Asylbewerberheim
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18:18 29.01.2019
Landgericht Neuruppin Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Nicht er, sondern sein Zimmernachbar habe in der Nacht des 18. Juli 2018 Brand in dem gemeinsamen Zimmer im Asylbewerberheim in Treskow gelegt. Das sagte der 20-jährige Hazrat K. am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Neuruppin aus. Er sei es auch nicht gewesen, der anschließend mehrere parkende Autos an der Erich-Dieckhoff-Straße beschädigte.

Angeklagter schilderte seine Version der Taten

Wegen schwerer Brandstiftung, Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte muss sich der Pakistaner derzeit vor Gericht verantworten. Der in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte wollte am ersten Verhandlungstag weder etwas über sich, noch zu den ihm vorgeworfenen Taten sagen. Das holte er nun nach.

Sie hätten zu zweit in ihrem Zimmer gesessen und einen Joint geraucht. Er sei dann in die Küche gegangen. Bei seiner Rückkehr habe er das Bett brennen sehen, sein Mitbewohner sei weg gewesen.

Er habe dann – mit dem Messer, mit dem er seine Pizza habe schneiden wollen – an alle Zimmertüren auf der Etage geklopft und dann einem Mann von der Sicherheitsfirma Bescheid gesagt. Dann habe er das Heim verlassen.

Nicht er, sondern sein Zimmernachbar war es

Sein Bettnachbar habe ihm zuvor gestanden, die Autos beschädigt zu haben, ihn aber verpflichtet, den Mund zu halten. Dafür sollte er, der Angeklagte, Geld bekommen, falls er mit den Taten in Verbindung gebracht würde. Deshalb habe er bei der Polizei auch die Schuld auf sich genommen.

Vor der Polizei, die ihn in den frühen Morgenstunden in der Nähe des Yachthafens an der Fehrbelliner Straße stellte, sei er weggelaufen aus Angst, ins Gefängnis zu kommen. „Jemand muss wohl gesagt haben, ich sei mit einem Messer unterwegs“, sagte der Angeklagte.

Bei der Polizei die Taten gestanden

Der Vernehmungsbeamte dagegen hatte ausgesagt, dass Hazrat K. zugegeben hatte, die Bettdecke in Brand gesteckt und die Autos demoliert zu haben. „Ich hatte große Angst und habe deshalb oft ja gesagt“, sagte der Angeklagte, als ihm das Gericht diese Aussage vorhielt.

Gesehen hat niemand denjenigen, der ihre Fahrzeuge kaputt gemacht hat. Ein Ehepaar, das zu Besuch in der Dieckhoff-Straße war, wurde nachts von einem „unheimlichen Krach“ wach. „Gruseligster afrikanischer Rap“, wie der 59-Jährige die lautstarke Musik beschrieb, die durch die menschenleere Straße hallte.

Neuen BMW mit Stein beworfen

Dann hörte er etwas auf sein vor der Garage abgestelltes Auto krachen. Als er aus dem Haus kam, war die Person bereits 150 Meter entfernt, zu weit, um sie identifizieren zu können. Neben seinem Wagen, einem nagelneuen 5er BMW, lag ein etwa 15 Kilogramm schwerer Stein, mit dem der Täter geworfen hatte. Der Schaden allein an diesem Fahrzeug belief sich auf 8500 Euro. Der Besitzer blieb auf 300 Euro Selbstbehalt sitzen. So erging es auch anderen Geschädigten, die neben den Kosten teilweise in ihrer Versicherungsklasse höher eingestuft wurden.

Schäden um die 90 000 Euro entstanden dem Betreiber des Asylbewerberheims durch die Brandstiftung. Die betroffene Etage mit 16 Zimmern musste gesperrt werden. Die Arbeiten ziehen sich bis heute hin.

Die Verhandlung wird im Fe­bruar fortgesetzt. Für den 6. März wird ein Urteil erwartet.

Von Dagmar Simons

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