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Neuruppin Warum Uwe Kleinschmidt die Parkplatzsituation in Neuruppin so ärgert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Warum Uwe Kleinschmidt die Parkplatzsituation in Neuruppin so ärgert
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18:26 31.01.2019
Uwe Kleinschmidt vor einem Schild mit eingeschränktem Halteverbot in der August-Bebel-Straße. Quelle: Fabian Lamster
Neuruppin

Uwe Kleinschmidt (61) ist wütend und in Eile. Er hat sein Fahrzeug in der Karl-Marx-Straße geparkt, wo es mit Parkscheibe nur eine Stunde stehen kann, wenn er ohne Knöllchen davonkommen möchte.

„Das kann alles nicht wahr sein. Wie kann man es Touristen und Einwohnern von Neuruppin mit dem Parken nur so schwer machen“, fragt der Neustädter.

Dabei ärgert ihn nicht nur die nach seinem Empfinden immer schlimmer werdende Parkplatzsituation in der Neuruppiner Altstadt.

Parkplätze in Neuruppin: Ärger beginnt bei Umzug der Tochter

Auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes würden „quasi nur darauf lauern, dass ich als Autofahrer eines der teilweise vier oder fünf Straßenschilder übersehe, die die Parkmöglichkeiten zusätzlich erschweren“, findet Kleinschmidt.

Wie kompliziert es sein kann, in der Neuruppiner Altstadt einen Parkplatz zu bekommen, hat er im Herbst 2018 erfahren, als er seiner Tochter Madlen beim Umzug half, die in der August-Bebel-Straße wohnt.

Allein mit dem Umzugswagen sei es eine Tortur gewesen, dort einen Parkplatz zum Ausladen und Stehen zu finden. „Dort konnte ich nur maximal eine Stunde stehen“, sagt er. Auch seine Tochter Madlen, die ihren Lebensunterhalt mit Hartz-IV verdient, hat schon Bußgelder vom Ordnungsamt an ihrer Windschutzscheibe gefunden.

Parkplatzsituation in Neuruppin: „Glücksfall, wenn man Parkplatz findet“

„Und es wird immer schlimmer“, findet Kleinschmidt. Bauarbeiten wie am Braschplatz würden die sowieso angespannte Parkplatzsituation weiter verschärfen, da kein Ersatz geschaffen worden sei.

Schäferstraße, Wichmannstraße, Präsidentenstraße: Man könne die Straßen in der Innenstadt abfahren, wie man möchte: „Es gleicht einem Glücksfall, wenn man einen Parkplatz findet, bei dem man nicht entweder zehn Minuten laufen oder permanent seine Uhr im Blick haben muss“, sagt er.

Als er seine Enttäuschung über die Parksituation im Herbst 2018 Bürgermeister Jens-Peter Golde persönlich mitteilen möchte, bekommt er keinen Termin.

Stattdessen habe ihm Goldes Sekretärin ausrichten lassen, dass er keine Zeit habe und ihm auch nicht helfen könne. „Wo soll ich mit meinem Anliegen hin, wenn mir etwas nicht gefällt, das in der Stadt funktioniert?“

Stadt Neuruppin könne Aussagen des Neustädters nicht nachvollziehen

Michaela Ott, Referentin des Bürgermeisters, weist auf MAZ-Anfrage darauf hin, dass Gäste und Bürger der Stadt sich unter Berücksichtigung des Terminkalenders des Bürgermeisters am besten direkt mit den zuständigen Amtsleitungen oder Dezernenten in Verbindungen setzen sollen.

Zur Parkplatzproblematik in und um die August-Bebel-Straße bezieht sie wie folgt Stellung: „In der August-Bebel-Straße gibt es durchaus die Möglichkeit des Parkens für ein bis drei Stunden mit Parkscheiben. Ansonsten kann man auch in der Schinkelstraße für zwei bzw. drei Stunden mit Parkscheibe parken.“

Darum könne die Stadt Neuruppin Kleinschmidts Aussagen nicht nachvollziehen. Zumal sich ihrer Meinung nach die Parksituation mit dem Ende der Baumaßnahmen in der Friedrich-Engels-Straße weiter entspannen würde.

Parkplätze in Neuruppin: „Der Parkdruck in der Altstadt hat sich erhöht“

Dass die Parksituation in der Neuruppiner Innenstadt angespannt ist und durch Bauarbeiten noch verschärft werden kann, weiß auch Jan Juraschek, Leiter des Sachgebiets Stadtplanung.

„Richtig ist, dass der Parkdruck sich in den letzten Jahren in der Altstadt erhöht hat. Dies ist insbesondere dem glücklichen Umstand geschuldet, dass durch fortschreitende Sanierungsmaßnahmen deutlich mehr Einwohner in der Altstadt leben.“

Genau diese Baumaßnahmen seien es aber auch, die dazu führen, dass einzelne Stellplätze in der Stadt nicht mehr zur Verfügung stehen.

Parkraumkonzept der Stadt Neuruppin soll Defizite offenlegen

Gleichzeitig laufe derzeit eine Ausschreibung für das Fortsetzen eines Parkraumkonzepts in der Neuruppiner Innenstadt, bei dem laut Juraschek ein externes Planungsbüro „eine umfassende Analyse der aktuellen Defizite und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen“ festlegen solle.

Der Auftrag solle noch im Jahr 2019 erteilt werden. Dabei soll auch als Frage im Mittelpunkt stehen, „ob die tatsächliche Zahl von bereitgestellten öffentlichen Stellplätzen auf die Nachfrage angemessen ausreichend ist“, so der Leiter des Sachgebiets Stadtplanung.

Für Uwe Kleinschmidt jedenfalls steht auch aufgrund der Parkplatzsituation in der Innenstadt eines fest: „Freiwillig würde ich nicht in Neuruppin wohnen wollen.“ Da gefalle ihm Neustadt deutlich besser.

Von Fabian Lamster

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