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Neuruppin Keine Kita-Plätze, weil Personal fehlt
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18:09 30.01.2019
Wer bald einen Kitaplatz in Neuruppin braucht, hat derzeit schlechte Karten. Es fehlen Erzieher. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Fontanestadt kämpft wieder einmal mit einem akuten Mangel an Kita-Plätzen. Eltern, die jetzt einen Platz in einer Krippe oder einem Kindergarten suchen, haben schlechte Karten. Und das nicht einmal, weil es keine freien Plätze gibt.

Einige sind sehr wohl vorhanden, räumte Neuruppins Sozialamtsleiter Maik Buschmann am Dienstag im Sozialausschuss der Stadt ein. Doch etliche Plätze können nicht vergeben werden. „Das Problem ist, dass uns Erzieherinnen fehlen“, sagt Buschmann.

Ausschreibung für Erzieher läuft ununterbrochen

Die Stadt findet einfach nicht genügend Personal. Dabei sucht Neuruppin inzwischen dauerhaft noch geeigneten Frauen und Männern, versichert Sozialdezernent Thomas Fengler.

Früher habe die Stadt immer dann Stellen öffentlich ausgeschrieben, wenn sie gerade freie zu besetzen hatte. „Inzwischen haben wir eine Dauerausschreibung zu laufen“, sagt Fengler. Heißt: Neuruppin sucht ständig Kita-Personal und findet trotzdem nicht genügend Leute.

Plätze gibt es ohnehin nur für ältere Kinder

Die Fontanestadt betreibt selbst neun Kitas und fünf Schulhorte. Insgesamt werden dort etwa 1500 Kinder betreut, so Fengler. 130 Plätze seien theoretisch frei. „Allerdings nur für große Kinder“, sagt Maik Buschmann. Für Kinder unter drei Jahren gibt es gar keine Kapazitäten in den Einrichtungen der Stadt mehr.

Die Fontanestadt ist zwar mit Abstand der größte Kita-Träger; keine andere Kommune betreut so viele Kinder wie Neuruppin. Doch es gibt durchaus noch weitere Kitas in der Stadt.

Andere Betreiber haben dasselbe Problem

Die Evangelische Kirche betreibt zwei, eine in Neuruppin und eine in Radensleben, es gibt das Montessori-Kinderhaus, die Kita Bummi des Arbeitersamariterbundes (ASB), der Internationale Bund (IB) betreibt eine Kita, die Ruppiner Kliniken eine und ebenso die Stephanus-Stiftung.

Das Problem sei bei allen dasselbe, sagt Thomas Fengler: „Alle Kitas sind voll.“ Etwa ein Dutzend Eltern warten deshalb, das sie endlich einen Platz in einer Kita der Stadt bekommen, räumte er auf Nachfrage ein.

Mehrere Kitas werden erweitert, neue sind geplant

Grundsätzlich sollen bald neue Plätze entstehen. Die Stadt will die Kita Tabaluga in Gildenhall erweitern, die evangelische Kirche will in Radensleben eine neue, größere Kita bauen.

Die Kita am Bullenwinkel soll größer werden, ebenso das Montessori-Kinderhaus, und schließlich plant die Wohnungsbaugenossenschaft WBG, im Fehrbelliner Tor einen neuen Kindergarten zu bauen. Aber all’ diese neuen Plätze gibt es frühestens in ein oder zwei Jahren.

Der Landkreis muss für mehr Plätze sorgen

Entspannen werden die neuen Kitas die Situation auch kaum. Wird doch für mehr Kitas auch noch mehr Personal benötigt. Und das fehlt schon jetzt überall, nicht nur in Neuruppin.

Nach dem Kita-Gesetz haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Verantwortlich dafür, dass es genügend Kita-Plätze gibt, ist jedoch der Landkreis.

Andreas Liedtke, der dortige Chef des Amtes für Jugend und Soziales, ist deshalb mit Neuruppin im Gespräch – auch weil der Kreis derzeit am sogenannten Kita-Bedarfsplan für 2019/2020 arbeitet.

Jugendamt sieht Lösung „mittelfristig“

„Die Situation ist nicht einfach“, sagte Liedtke beim Jugendhilfeausschuss. Gleichwohl sollen „mittelfristig“ Lösungen geschaffen werden.

Wie diese aussehen könnten, das ließ der Amtsleiter allerdings am Dienstag offen.

Von Reyk Grunow und Andreas Vogel

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