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Neuruppin Pete York’s Rock und Blues Circus begeisterte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Pete York’s Rock und Blues Circus begeisterte
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13:08 09.12.2018
Pete York's Rock and Blues Circus im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten begeisterte die Fans. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Wenn Lord Bishop vorglüht, ist der Saal heiß. Das war auch am Samstagabend im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten der Fall, wo der Hüne aus der Bronx mit seiner glühenden Hendrixxian einmal mehr einen umjubelten Auftritt auf die Bretter schmiss. 450 Rock’n-Roll-Fans waren ins Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten gekommen, um Pete York’s Rock and Blues Circus zu erleben. Und hatten bereits vorab jede Menge Spaß, noch bevor die Haupt-Act-Helden die Bühne betreten hatten.

Der Bassist von Deep Purple, der Gitarrist der Keef Hartley Band, der Pianist der Animals, der Saxophonist von Supercharge: Pete York, Drummer bei der Spencer Davis Group, hat sie alle um sich geschart, um Musik von damals zu machen.

Pete York war – man erinnere sich – Drummer bei der Spencer Davis Group. Der 76-Jährige hat immer noch Bock auf Bühne – und tingelt daher in wechselnden Formationen durch die Welt und die Genres. Man hat ihn schon mit Helge Schneider erlebt – und eben auch mit seinen Mitstreitern des von ihm initierten Rock und Blues Circus: Deep-Purple-Bassist Roger Glover, Animals-Keyboarder Zoot Money, Supercharge-Saxofonist Albie Donnelly und last not least Miller Anderson, Gitarrist und Sänger bei der Keef Hartley Band. Alle eint die Lust auf eigene und fremde Songs und eine ungebrochene Leidenschaft für die Musik ihrer Generation. Dazu kommt: Alle sind sie Meister auf ihrem Instrument.

Mit „Keep on running“ – dem Tophit der Spencer Davis Group – geht’s los. Das heizt gut ein und bereitet den Boden für Willy Dixons „Hoochie Coochie Man“. Eins-A-Bluesgitarre, ein hackendes Piano und ein spektakuläres Saxofonsolo lassen staunen: Die alten Haudegen habens immer noch drauf. Donnelly lässt das Sax knarzen und krächzen, quietschen und jammern, röhren und schmettern. Und spielt es schlussendlich kopfüber – das Sax, nicht er selbst.

Songs von der Spencer Davis Group, den Animals und Deep Purple

„My turn“ – ein Song von Roger Glover. Zoot Money singt’s, Glover selbst tänzelt leichtfüßig auf der Stelle und befeuert seinen Bass mit vergnügtem Lächeln. Spielfreude wohin man schaut.

Ein slidiges Gitarrensolo leitet in „High Tide and High Water“ –ein Viertelstünder-Song mit Potenzial zum Drin-Suhlen. Die rockige Gitarre treibt voran, das Sax raucht und raunt, die Orgel jamt und jazzt ihr Teil dazu. Das ist erste Sahne.

Zoot Money witzelt über die gute alte Zeit der psychedelischen Sixties in Soho. Sein Song „Thunder“ zeugt davon – zu Recht. Man ulkt über Bing Crosby, singt kurz White Christmas an, vergleicht dessen Bariton mit dem von Roger Glover – der dann den Eddie- Cochrane-Song „Something Else“ singt. Die Fans vor der Bühne jubeln einmal mehr. Ein saftiger Rock’n Roll, bei dem man die Sixties-Röcke wirbeln sieht.

Fünf Meister an ihren Instrumenten

„If age brings wisdom“ – Zoot Money sing davon, wie Alter Weisheit bringt. Klar, das haben die Mannen der All-Star-Band allesamt zu bieten. Auf Pete Yorks Shirt prangt fett der Satz „Never underestimate an old Man“ – unterschätze niemals einen alten Mann. Wohl wahr. Was die prominenten Helden abliefern, hat Glanz und Patina in einem. Etwa die süffig-zartrockige Deep-Purples-Ballade „When a Blind man cries“. Da weint Andersons Gitarre.

Sie war schön, klug, talentiert und hatte riesige – Kunstpause zum Lachen – Persönlichkeit, erfährt man von Zoot Money über die Frau, die ihn verließ. „Ooooch“ tröstet das Publikum mitfühlend und erfährt sogleich, um wen es geht. „Thank You, Mama“ hat Pete York seinem Freund Money auf den Leib geschrieben. Röhrendes Sax, rotziger Gesang. Schöner Song. Dann der Nummer-1-Hit von Zoot Money. Der windet sich. „Big time Operator“ habe auf Platz 21 gestanden, gerade mal acht Wochen lang. „Aber ich glaube immer noch an den Song“, sagt er und legt los. „I’m a man“, das kennt man und auch das verrückt-fröhliche „Gimme some lovin“. Und dann ist es viel zu früh bereits vorbei. „Sind Sie noch am Leben“, frozzelt Pete York die Fans. „Was haben Sie getrunken – Beton?“ Und dann legt er ein Schlagzeugsolo hin, dass seinem Namen Mister Superdrumming alle Ehre macht. Der Applaus ist umwerfend und – ja, das wird nicht vergessen – steigert sich noch nach der Zugabe: „Smoke on the Water“. Was muss, das muss.

Von Regine Buddeke

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