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Neuruppin Polizei Nord ist gegen generelles Tempolimit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Polizei Nord ist gegen generelles Tempolimit
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00:25 01.02.2019
Seit auf der A24 zwischen den Dreiecken Havelland und Wittstock ein Tempolimit gilt, ist auf dieser Strecke die Zahl der schweren Verkehrsunfälle deutlich zurückgegangen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Wenn die Autobahn frei ist, schaltet Ekkehard Rohwer gern den Tempomat ein und düst entspannt mit 160 Stundenkilometern durch die Lande. „Das spart Zeit, und dass es einen spürbar höheren Schadstoffausstoß gibt, das kann ich mir auch nicht vorstellen“, sagt der Neuruppiner Fahrschullehrer.

Spediteur befürchtet mit Tempolimits noch mehr Staus

Rohwer verfolgt zwar die derzeitigen Diskussionen um ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen, doch er ist kein Fan davon. Der Fahrschullehrer ist mit seiner Haltung nicht allein. „Wir bauen für Milliarden Euro teure und moderne Straßen, warum sollten wir dann nicht auf diesen auch die Geschwindigkeit fahren, die das Auto hergibt?“, fragt auch Olaf Dau. Der Neuruppiner Spediteur befürchtet zudem noch mehr Staus auf den Straßen, wenn auf immer mehr Tempolimits gelten.

Diese Sorge treibt die Verkehrsexperten der Polizeidirektion Nord zwar nicht um. Gleichwohl sprechen auch sie sich nicht für ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen aus. Dabei zeigt eine Untersuchung des Landesbetriebs für Straßenwesen, dass sich die Zahl der Unfälle auf der gut 60 Kilometer langen Strecke der A24 zwischen den Dreiecken Havelland und Wittstock um gut die Hälfte reduziert hat, seit dort ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern gilt.

„So eine Tempobeschränkung ist immer abhängig davon, wie die jeweilige Strecke aussieht und wie stark sie belastet ist“, sagte gestern Polizeisprecherin Dörte Röhrs und verwies auf den nördlichen Abschnitt der A24 hinter dem Dreieck Wittstock. Dort gibt es kein Tempolimit, dennoch sei der Abschnitt kein Unfallschwerpunkt, so Röhrs. Möglicherweise liege das aber auch daran, dass sich in diesem Bereich die Autobahn teile: Die A19 führt nach Rostock, die A24 weiter nach Hamburg.

IHK-Chef: Mehr in Bus und Schiene investieren

 Falko Stephan ist als IHK-Chef in Ostprignitz-Ruppin zwar viel in der Region unterwegs, die Diskussionen um das Tempolimit sieht er aber entspannt – auch weil er meist auf Landstraßen fährt. Eigentlich gehe es doch aber darum, wie durch Investitionen in Bus und Schiene mehr Verkehr auf den Straßen vermieden werden könne. „Es wäre sicher besser für die Umwelt, wenn insgesamt weniger Autos fahren als wenn diese nur etwas weniger schnell unterwegs sind“, so Stephan. Der IHK-Chef bezweifelt, dass ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen den erhofften Effekt bringt.

Auf der Hälfte der Strecke ohne Limit

Knapp 800 Kilometer lang ist das Brandenburger Autobahnnetz. Auf etwa der Hälfte der Strecke gibt es kein Tempolimit.

Tempo 130 gilt zwischen den Autobahndreiecken Havelland und Wittstock (Dosse) seit Januar 2003. Seitdem hat sich laut der Untersuchung des Landes die Zahl der Unfälle auf der gut 60 Kilometer langen Strecke deutlich verringert: von 654 Unfällen mit schweren Personenschäden pro Jahr auf 337. Das ist ein Minus von 48 Prozent.

Die Zahl der Verunglückten auf der Strecke ist von 838 auf 362 gesunken. Das sind 57 Prozent weniger als vor Einführung des Tempolimits.

Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch die Unfälle verursacht wurde, sank demnach von 24 Millionen Euro auf elf Millionen Euro pro Jahr.

Laut der Untersuchung des Landes ist die Zahl der Unfälle auf Brandenburgs Autobahnen in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Etwa ein Viertel des Rückgangs ist demnach auf eingeführten Tempolimits zurückzuführen. av

Cornelie Schlegel, die Chefin der Neuruppiner Arbeitsagentur, mag sich in die Debatte zum Tempolimit eigentlich nicht einmischen. „Ich fahre mit Tempo 130 entspannt, das ist wenig anstrengend“, sagt sie. Cornelie Schlegel bezeichnet sich als „defensive Fahrerin“, deren erstes Ziel es sei, „heil“ anzukommen. „Ich habe durch eine höhere Geschwindigkeit keine höhere Lebensqualität“, so Schlegel. Zudem denke sie auch wirtschaftlich. Bei Tempo 130 sei der Krafttstoffverbrauch nicht zu hoch.

Von Andreas Vogel

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