Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Prima Sprit tanken in der Fontanestadt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Prima Sprit tanken in der Fontanestadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:49 29.01.2019
Seit 2011 arbeitet Kerstin Henke beim Spirituosen-Händler Vick in Neuruppin. Sie begann im Verkauf und ist seit 2015 die rechte Hand des Chefs. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Ruppiner Klosterlikör, Prima Sprit, Berliner Luft-Pfeffi oder Brandstifter-Gin – beim Spirituosen-Fachhändler Vick in der Neuruppiner Karl-Marx-Straße 22 scheint es nichts zu geben, was es nicht gibt. Das Sortiment ist bunt, vielfältig und zugleich sorgfältig ausgewählt nach den Wünschen der Kunden, die die Beratung im Laden schätzen.

„Zur Erntezeit ist bei uns immer besonders Prima Sprit von der Spreewälder Brennerei Sellendorf gefragt“, erklärt Kerstin Henke, die rechte Hand vom Chef. „Er wird zum Ansetzen für den Rumtopf genommen.“

96 Prozent Alkohol enthält der Sprit für Früchte. „Sellendorf liefert den Hochprozentigen nicht mehr, wir müssen ihn eigens abholen“, lässt Henke wissen. Das mache ihn zu etwas besonderem. Zudem sei er vielseitig einsetzbar. „Eine Frau aus dem Altersheim kaufte ihn auch schon mal, um sich damit den Rücken einzureiben.“

Gut gegen Männerwehwehchen

Für Männerwehwehchen wiederum gibt es andere Abhilfe. „Männergrippe“ steht auf einem Etikett. Ein Scherz? Die Spirituosen-Kennerin lacht und erklärt, dass es sich um einen Eisminze-Likör von Krugmann aus dem Sauerland handele: „Er wird oft als Gag gekauft.“ Kunden verschenken auch gerne das Danziger Goldwasser mit 22-Karat Blattgold oder die Roner Williamsbirne mit ganzer Frucht, weil beides schick aussieht. Genauso die Berliner Luft mit teuflisch rotem Glitzer.

Absolute Trendgetränke seien Rum und Gin, versichert Henke: „Besonders jetzt im Winter sind Tee oder Kakao mit Rum sehr beliebt.“ Und nach wie vor Gin-Tonics. „Seit Frühjahr hat die Nachfrage von Gin zugenommen“, sagt die Fachfrau. „Daher haben wir aufgerüstet und unser Angebot erweitert.“

Mixgetränke wie Gin-Tonic liegen im Trend. Berliner Brandstifter reichern ihren Dry Gin mit frischen Gurken an. Quelle: Peter Geisler

Rund 15 verschiedene Sorten stehen bei Vick im Regal. Die Basis des gebrannten Schnapses ist immer Wacholder, angereichert wird er mit verschiedenen Geschmäckern. „Manchmal kommt Erdbeere dazu, dann wieder Schlehe oder Gurke wie beim Berliner Brandstifter. Diesen kann man wunderbar mit einer Scheibe Gurke servieren“, so der Tipp von Kerstin Henke. Das unterstütze den Geschmack.

Limitierter Berliner Brandstifter-Gin

Die Flaschen dieses siebenfach gefilterten Berlin Dry Gin sind limitiert, 9999 existieren. 29,95 Euro zahlt der Kunde für den Raritäten-Schluck. Wiederum nur die Hälfte kostet ein Norden Dry Gin. Hoch im Kurs stehen auch Whiskys, verrät Spirituosen-Kennerin Henke: „Gerne mit Cola gemixt. Dafür nehmen unsere Kunden 13 bis 15 Euro-Whiskys wie ein Irish Tullamore Dew. Hochwertige Whiskys wiederum werden auch pur getrunken beziehungsweise mit einem Minischluck Wasser.“

Männer bevorzugten eher Whisky, Frauen kauften Prosecco oder Likör, resultiert Henke. Sehr beliebt in der Region ist der berühmte Ruppiner Klosterlikör (ca. 13 Euro). Schon 1883 produzierte Firmengründer Hermann Wilhelm Theodor Degener den balsamisch-würzigen Kräuterlikör aus Wermut und Veilchenwurzel.

Außerdem im Degenerschen Portfolio und bei Händler Vick zu bekommen: das Boltenmühler Hexenfeuer, ein 50-prozentiger Feinbitter auf Kalmuswurzel-Basis, die Ruppiner Tafelrunde, mit 51 Prozent der stärkste Alkohol im Historien-Team, der Zieten aus dem Busch und der Kloster-Korn mit dem die Degenersche Zeit begann.

In Neuruppin hergestellt

Kerstin Henke bezieht die gehaltvollen Neuruppiner Tropfen von Sven Stirnemann, Chef des Teetraum-Ladens in der Fischbänkenstraße. Seit 2007 vertreibt der 41-Jährige die Produkte, 2015 hatte er von Nachfahre Hans-Hermann Degener Markenrechte und Familienrezepte übernommen. Im eigenen Haus setzt er den Kräuterlikör an beziehungsweise brennt Obstler und Korn.

Das Sortiment der Neuruppiner Likörfabrik Degener, die 1883 gegründet wurde, ist bei Vick zu haben. Beliebtestes Getränk darunter: der Ruppiner Klosterlikör (r.). Quelle: Peter Geisler

Über Stückzahlen sagt Stirnemann nichts. „Ein paar Flaschen verkaufen wir schon“, grinst er. Gastronomische Einrichtungen in Stadt, Region, ja bis nach Berlin und sogar hoch zur Ostseeküste beliefere er.

Spirituosen-Händler Vick verkauft mindestens einmal pro Woche eine der Neuruppiner Spezialitäten, so Kerstin Henke: „Heute kamen erst wieder zwei Kunden herein und kauften Klosterlikör, um ihn nach Österreich und in die Schweiz zu verschicken. Auch Firmen verschicken ihn ins Ausland.“

Dieses Jahr feiert das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. In dritter Generation betreibt Christof Vick den Familienbetrieb. Sein Großvater gründete das Geschäft. „Er stammte aus Hamburg, ist aber durch die Armee in Neuruppin hängengeblieben.“ Seitdem ist die Fontanestadt mit Spirituosen jeglicher Art gut versorgt.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

Das Neuruppiner Krankenhaus hat seine Notfallbetten auf 20 aufgestockt und wartet auf Verhandlungen mit den Krankenkassen. Grund ist das neue Notfallstufenkonzept des Bundes.

31.01.2019

Musikschüler aus Ostprignitz-Ruppin haben beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ in Rathenow tolle Ergebnisse erspielt. Drei Duo-Besetzungen qualifizierten sich für den Landeswettbewerb.

31.01.2019

Nun ermittelt die Polizei: Die Beamten wollen klären, was an dem Vorwurf stimmt, dass ein Busfahrer einen Neunjährigen aus dem Bus verwiesen hat – im Dunkeln und bei Minusgraden. Die Busgesellschaft weist den Vorwurf zurück.

31.01.2019