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Neuruppin Traumjob Schleusenwärterin
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13:16 18.07.2018
Schleusenwärterin Gabriele Krüger kennt viele Bootseigner seit Jahren. Ist einer unsicher, hilft sie gern. Quelle: Dagmar Simons
Alt Ruppin

„Das ist ja wie Urlaub“, bekommt Gabriele Krüger häufig zu hören. Die 59-Jährige bedient seit 18 Jahren die Schleuse Alt Ruppin: Bei Regen und Sonnenschein und in der Saison tagein, tagaus, von 8 bis 19 Uhr. Kein freies Wochenende, kein Sommerurlaub – das ist die Schattenseite dieses Berufes, der Gabriele Krüger aber großen Spaß macht und für sie ein Traumjob ist.

Der Reiz besteht für sie nicht in der Arbeit an der frischen Luft, sondern in dem Kontakt zu vielen Bootsfahrern. „Man lernt immer neue Leute kennen“, sagt sie.

In der Regel sind die Skipper dankbar für jede Hilfe

Und die sind in der Regel nett und dankbar für jede Hilfe. So wie das Paar, das mit einem Bungalowboot, dem sogenannten Bunbo, in die Schleuse einfährt und einige Schwierigkeiten beim Manövrieren hat.

Gabriele Krügers großer Faible sind, wie sie selbst sagt, die Leinen. Die müssen ja flexibel mit dem Ab- und Ansteigen des Wassers mitgehen. Sonst passiert es, dass die Boote in der Luft hängen.

Das Ausfahren aus der Schleuse ist nicht immer einfach

Auch das Anlegen oder das Neustarten des Motors beim Ausfahren ist nicht immer einfach. Gabriele Krüger erlebt immer wieder, dass gerade die Bunbo-Fahrer verunsichert sind. „Ich helfe grundsätzlich und versuche immer, Ruhe hereinzubringen.“

So nimmt sie auch unerfahrenen Wassertouristen die Angst. Nur manchmal verliert sie die Geduld, etwa wenn eine Crew junger Leute Junggesellenabschied feiert und dabei über die Stränge schlägt, mit Wasserpistolen alles nass spritzt und laut grölt. Da wird sie auch schon mal lauter.

Die Schleuse in Alt Ruppin müssen jene Wassersportler passieren, die auf dem Weg in Richtung Norden sind, etwa durch den Rhinkanal nach Boltenmühle wollen. Quelle: MAZ/Michael Hübner

Viele, so wie ein Ehepaar aus Lindow, das auf dem Heimweg ist, sind alte Bekannte. Kommen langjährige Bootsbesitzer zu Saisonbeginn, wird Gabriele Krüger zum Wiedersehen auch schon mal umarmt.

Oder sogar mit ihrem Mann zum Grillen eingeladen wie von einer Truppe, die regelmäßig zum Möllensee fährt und zu der sich im Laufe der Jahre ein beinahe freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat.

Seit 1995 arbeitet die 59-Jährige für den Gewässerunterhaltungsverband Oberer Rhin/Temnitz. In der Buchhaltung hat sie angefangen. Als ihre Vorgängerin sich in den Ruhestand verabschiedete, hat sie „zaghaft“ ihr Interesse an der Nachfolge angemeldet.

Die 18. Saison als Schleusenwärterin

Nun arbeitet sie bereits in der 18. Saison als Schleusenwärterin, in der Hochsaison vom 16. April bis 15. Oktober von 8 bis 19 Uhr mit einer zweistündigen Mittagspause. In der Regel wird zu jeder vollen Stunde geschleust. Das sieht Gabriele Krüger aber nicht so eng. Sie öffnet auch schon mal zwischendurch die Schleusentore.

Am vergangenen Wochenende herrschte Hochbetrieb mit 18 Schleusungen an zwei Tagen. Um die 100 Boote passierten die Schleuse. Jährlich schleust Gabriele Krüger zwischen 9000 und 10 000 Wasserfahrzeuge, angefangen vom Paddelboot über Arbeitsschiffe, Segel- und Motorboote bis hin zur Fahrgastschifffahrt.

Mehr Bunbos und Charterboote

Im Laufe ihrer Tätigkeit hat sie eine Änderung des Schiffverkehrs festgestellt. Der Anteil der Charterboote und Bunbos hat zugenommen. Die Zahl junge Leute mit eigenem Boot sei zurückgegangen.

Das merke sie auch bei den Seglern. Früher brauchte sie für die Schiffe bei der traditionellen Suppenfahrt drei Schleusungen, heute passen alle Boote in einen Schleusengang.

Bunbos werden immer häufiger geschleust, die schwimmenden Ferienwohnungen sind sehr beliebt. Quelle: Peter Geisler

Gabriele Krüger kümmert sich nicht nur um die Bootsführer, sondern auch um deren Kinder und Hunde. Für den Nachwuchs hat sie immer einen Lolli, für die Vierbeiner Schweineohren oder Kaustangen bereit.

„Bei mir werden alle versorgt“, sagt sie. Das wissen auch die Entenfamilien, die ihr regelmäßig einen Besuch abstatten und gefüttert werden.

Vom Trinkgeld finanziert er die Extras

Diese Extras finanziert sie von ihrem Trinkgeld, das der ein oder andere ihr bei der Schleusung zusteckt.

Davon hat sie auch zwei künstliche Schwalbennester gekauft, die an der Außenseite des Gerätehauses aufgehängt sind. Sie sollen das neue Zuhause für die Vögel werden, die derzeit auf der Lampe im Innenraum nisten.

Schleusenwärterin Gabriele Krüger hat eben nicht nur das Wohlergehen der Schiffe und ihrer Besatzungen im Auge, sondern auch das ihrer tierischen Besucher.

Von Dagmar Simons

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