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Neuruppin Komm auf Tour: Schüler entdecken ihre Stärken
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Komm auf Tour: Schüler entdecken ihre Stärken
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01:15 14.03.2019
Augen zu und los geht es: Auch Vertrauen ist beim Projekt Komm auf Tour gefragt – wie hier beim Gang durch ein Labyrinth. Nur der Erste weiß, wo es lang geht. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Etwas enttäuscht war Landrat Ralf Reinhardt (SPD) schon. Meldeten sich doch am Montag gerade mal zwei Schüler auf seine Frage, wer Mitglied bei einer freiwilligen Feuerwehr in Ostprignitz-Ruppin ist. Indes schnellten die Finger von fast allen 50 Siebtklässlern der Wittstocker Dr.-Wilhelm-Polthier-Schule bei der Frage in die Höhe, wer regelmäßig Sport in einem Verein macht.

Wo die eigenen Stärken liegen, können dieser Tage über 600 Schüler aus Ostprignitz-Ruppin beim Projekt “Komm auf Tour“ in der Neuruppiner Kulturkirche entdecken.

Reinhardt war zur Eröffnung des Projekts „Komm auf Tour“ in die Neuruppiner Pfarrkirche gekommen. An diesem beteiligen sich in diesen Tagen mehr als 600 Mädchen und Jungen. Ziel des Projektes ist es, den Jugendlichen zu helfen herauszufinden, wo außerhalb des Schulunterrichtes eigentlich ihre Stärken liegen: Wer kann gut organisieren? Wer ist besonders hilfsbereit? Wer repariert sein Fahrrad und wer schafft es, sein Kinderzimmer in Ordnung zu halten?

Parcours auf 500 Quadratmetern

Antwort auf diese Fragen sollen die Siebtklässler auf spielerische Weise bei dem Parcours finden, der auf 500 Quadratmetern in der Pfarrkirche aufgebaut ist.

Lucie weiß schon ganz genau, was sie einmal werden will. „Maskenbildnerin“, sagt die 13-jährige Wittstockerin. Auf ihren Berufswunsch ist sie gekommen, weil sie nicht nur zu Halloween gern sich und andere schminkt und verkleidet, sondern sich das ganze Jahr mit ihrem Hobby beschäftigt.

Bastian möchte Erzieher werden

Auch für Bastian steht schon so ziemlich fest, was er mal werden wird. Erzieher – weil auch seine Eltern Erzieher sind und er in den Ferien schon mehrfach testen konnte, ob ihm diese Arbeit liegt. Am Montag darf der Wittstocker aber wie seine Klassenkameraden erst einmal auf unterschiedliche Art probieren, wie man am besten mit Schwimmflossen durch ein Labyrinth kommt.

Marie (13) findet die Stationen in der Pfarrkirche „ganz interessant“ – auch weil sie mit einigen Freundinnen mal eben eine kleine Theaterszene spielen und dabei in eine andere Rolle schlüpfen konnte. Dabei ging es in den Szenen darum, wie Eltern auf den Traumberuf ihrer Tochter reagieren, wenn diese partout Friseurin werden und nicht studieren will. Schauspielerin will Marie dennoch nicht werden. Vielmehr möchte sie ihrem Bruder folgen, der beim Zoll bei einer Hundestaffel arbeitet.

Wie erhalte ich ein Praktikumsplatz?

Dass sich Jugendliche daran orientieren, was ihre Eltern oder Geschwister beruflich machen, sei ganz normal, sagt Daniel Kosic. Der 23-Jährige gehört zum Projektteam von „Komm auf Tour“ und ist bereits zum dritten Mal in der Fontanestadt. Viele Schüler wollten auch wissen, wie sie überhaupt zu einem Praktikum kommen können und wie sie herausfinden, was ihre Stärken sind und was ihnen Spaß macht.

Für Tino ist das klar. Der 14-Jährige will Koch werden – auch wenn er noch kein Praktikum in einer Küche absolviert hat. Allerdings kocht der Wittstocker, der in einer Wohngruppe lebt, gern in seiner Freizeit, auch für Mitbewohner.

Niemand wollte Landrat werden

Landrat Reinhardt ist nach einer Stunde etwas optimistischer: Zum einen, weil viele Siebtklässler kaum Hemmungen haben, auf der kleinen Bühne eine selbst ausgedachte Szene zu spielen. Zum anderen können sich doch ein paar Schüler mehr vorstellen, später für eine Feuerwehr im Einsatz zu sein, um anderen in der Not zu helfen.

Landrat wollte aber keiner der Schüler werden. Vielleicht lag das auch an der Beschreibung für seine Arbeit. Man müsse geduldig sein, viel lesen, diskutieren können, nachdenken. „Und man muss auch anpacken können“, so Reinhardt. Komm auf Tour gibt es zum fünften Mal in Ostprignitz-Ruppin. Finanziert wird sie vom Landkreis und dem Arbeitsamt.

Von Andreas Vogel

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