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Schüler sammeln Geld für Afrika

Neuruppin Schüler sammeln Geld für Afrika

Arbeiten statt die Schulbank drücken: Rund 1 000 Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin spenden ihre Tageseinnahmen für ein Hilfsprojekt im afrikanischen Uganda. Dort ist der Bau eines Schülerheims geplant.

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Auch Esel schätzen eine gute Haarwäsche: Florentine Falkenberg striegelt Melchior den Rücken.

Quelle: Jan Philipp Stoffers

Neuruppin. Rund 30 Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin standen am Freitagvormittag in brütender Hitze auf dem Neuruppiner Schulplatz und verkauften selbst gebackenen Kuchen und Cupcakes – alles für einen guten Zweck. Seit 2005 nimmt die Schule jährlich an der bundesweiten „Aktion Tagwerk – dein Tag für Afrika“ teil. Anstatt im Klassenzimmer Schulbücher zu wälzen, arbeiteten die Schüler einen Tag in selbst gewählten regionalen Unternehmen, zu Hause bei der Familie oder verkauften Kuchen auf dem Neuruppiner Schulplatz. Die erstmals 2003 gestartete Kampagne unterstützt mit ihren Erlösen Bildungsprojekte des Human Help Network in Burundi, Ghana, Ruanda, Südafrika und Uganda.

Die Spenden gehen an die Partnerschule in Uganda

In diesem Jahr werden erstmals Projekte für junge nach Deutschland Geflüchtete unterstützt. Der gesamte Erlös der Schüler der Evangelischen Schule geht an deren Partnerschule in Rubona im afrikanischen Uganda.Alle Schüler der Evangelischen Schule (rund 1000) nahmen am Freitag an der Aktion teil, zum Beispiel auch Florentine Falkenberg aus Wuthenow. Die Schülerin liebt Tiere über alles und vollbrachte ihr Tagwerk deshalb auf dem Wuthenower Sonnenlandhof. Die Betreiber Juliane und Jörg Stockhammer bieten auf ihrem Ferienhof nicht nur Unterkünfte in einem ausgebauten Stallgebäude an. Das Ehepaar hat sich für den echten Landurlaub jede Menge Getier angeschafft. Neben Hühnern, Schafen und Ziegen leben seit wenigen Tagen drei Esel aus Köln auf dem Hof.

„Auf die Esel habe ich mich total gefreut“, sagt Florentine. Caspar, Melchior und Balthasar haben Florentine bereits ins Herz geschlossen. Die zehnjährige Schülerin übernahm die Versorgung der Tiere – Stall ausmisten, Heu füttern, den Wassertrog auffüllen. Und natürlich darf die Fellpflege der „drei Heiligen“ nicht zu kurz kommen. „Das Bürsten macht Spaß und die Esel genießen das richtig“, sagt Florentine. Auch das Anhalftern macht der Schülerin keine Probleme, trotz der Größe der Tiere. „Das habe ich auf dem Pferdehof einer Freundin gelernt. Die Hufe kann ich auch auskratzen.“

Neuruppiner unterstützen die Aktion der Schüler

Während Florentine Tiere versorgt, nehmen die Neuruppiner Anteil und kaufen den Schülern auf dem Schulplatz jede Menge Kuchen ab. „In zwei Stunden waren rund 30 bis 40 Leute hier und wir haben etwa 60 Euro eingenommen“, sagt Lotta Franzen (12). „Ich begrüße diese Aktion und finde es schön, wenn Schüler etwas für andere leisten“, sagt Karin Krüger. „Die Schüler können das ja aber alleine kaum schaffen.“ Deshalb wünscht sich die Neuruppinerin mehr Engagement von der Politik und den Wirtschaftsbossen.

Axel Schulz besucht zwischen zwei Terminen seine beiden Söhne auf dem Schulplatz, die an der Aktion teilnehmen. „Ich finde die Idee gut. Die Spenden fließen direkt in das Projekt und das ist nachvollziehbar“, so der Leiter des Neuruppiner Adaptionshauses.

Die Früchte der Arbeit wachsen im fernen Rubona

Dass die Aktion der Neuruppiner Schule Früchte trägt, zeigen die Erfolge im fernen Uganda. „Im vergangenen Jahr konnte mit Hilfe der Spenden ein Haus für die Lehrer unserer Partnerschule errichtet werden“, sagt Bettina Labahn. Außerdem konnte dank der letzten Aktion Tagwerk die Reise zweier Schüler aus Uganda nach Neuruppin finanziert werden. Das Ziel sei nicht nur, Geld zu sammeln, sondern die Schüler zu ermutigen, Initiative zu ergreifen und solidarisch zu handeln, sagt die stellvertretende Schulleiterin. Bald soll für die Schüler in Rubona vor Ort Unterkunft entstehen, damit diese nicht mehr so lange Schulwege in Kauf nehmen müssen. Die Aktion kommt auch bei den fleißigen Neuruppiner Schülern gut an. „Wenn ich in der Situation wäre, würde ich mich auch über Hilfe freuen“, sagt Kuchenverkäufer Jakob (12).

Von Jan Philipp Stoffers

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