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Neuruppin Schülermusical Mary Poppins im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten
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00:22 16.02.2019
Hoch die Schirme: Szene im Schülermusical Mary Poppins im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Kinder zu erziehen, ist keine leichte Sache – das wissen alle Eltern. Auch die von Jane und Michael Banks. Bis Mary Poppins kommt, die zauberhafte Nanny. Statt auf Laissez-faire oder militärischen Gehorsam setzt sie auf spielerisches Lernen, Vernunft, Verständnis. Sie weiß dabei genau, dass Kinder die Welt auf ihre Weise entdecken wollen und macht die Welt zum Abenteuerspielplatz. Nicht ohne pädagogische Prinzipien freilich – aber die versteckt sie klug im berühmten „Löffelchen voll Zucker.“ Und was am schönsten im allseits bekannten Musical ist: Die Nanny erzieht viel mehr die Eltern als die Kinder – und zeigt ihnen auf ihre fröhlich-bestimmt Art, dass man Kindern Zeit schenken muss und wie man sie dabei am besten begeistern kann, fürs Leben zu lernen.

Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin und der Kreismusikschule OPR erarbeiten jedes Jahr ein Musical – in diesem Jahr stand die reizende Geschichte „Mary Poppins“ auf dem Spielplan.

Das Pädagogenteam der Evangelischen Schule weiß um dieses Geheimnis auch – nicht umsonst nehmen seit Jahren die Evi-Schüler begeistert am Musical-Projekt teil, bei dem jeder gefordert ist – ob auf oder hinter der Bühne. „Die Schöne und das Biest“ gab es bereits, „My Fair Lady“, „König der Löwen“ oder „Notre Dame von Paris“ – und noch etliche gelungene Produktionen mehr. In diesem Jahr nun haben sich die Kinder und Jugendlichen „Mary Poppins“ vorgenommen. In der Projektwoche Ende Januar hat die Hauptarbeit stattgefunden: Die Bühnenbilder entstanden und die Kostüme. Die Musik wurde – in traditioneller Kooperation mit der Kreismusikschule – in vielen Orchesterproben geübt. Die Jugendkunstschultänzer um Pädagogin Gritt Maruschke haben den Tanz der Schornsteinfeger einstudiert. Wenig Zeit für ein großes Projekt.

Am Dienstagmorgen fand im Neuruppiner Stadtgarten eine Aufführung für Schüler statt – mit etwas verspätetem Beginn, weil so viele Schüler kamen, dass die Darsteller vor Beginn noch Stühle in den Saal bringen mussten, damit alle einen Platz haben. Mit viel Freude und Enthusiasmus gingen die jungen Musicalmacher ans Werk – Musiker und Mimen, Tänzer, Techniker und Kulissenschieber. Das wandelbare Bühnenbild war ein echter Hingucker, auch die Kostüme überzeugten – genau wie die gesanglichen und schauspielerischen Leistungen des gesamten Ensembles. Klarer Fall – das Mary Poppins’sche Rezept, Kinder dazu zu bringen, sich mit Neugier und Lust einer Sache zu widmen, führt immer dazu, dass jene daran wachsen und gar über sich selbst hinauswachsen. Spaß an der Sache kann Erstaunliches bewirken. Entsprechend groß war am Ende auch der Applaus – auch bei der Abendvorstellung.

„Futter – Zwei Penny nur“: Mary Poppins, hier Julie Schacht, erklärt Jane (Lina Maria Wolff) und Michael (Tom Reiske) die Welt. Quelle: Regine Buddeke

Warum Mary Poppins? „Die Idee kam von Herrn Bölk“, erklärt Annett Voge, Lehrerin an der Evangelischen Schule, die seit Jahren zum Erwachsenen-Team der Musical-Macher gehört. Harald Bölk, Leiter der Kreismusikschule Neuruppin und ebenfalls langjähriger Unterstützer des Musicals, habe da so ein Poppins-Medley gehabt, erzählt Voge. „Lass uns das machen“, habe er gesagt und Annett Voge ist froh darüber. Nicht nur, weil das Stück so tolle Lieder hat, sondern auch wegen der vielen Rollen.

Das Highlight für alle? „Supercali ...“, sagt Annett Voge und lacht. „Weiter kann ich es nicht sagen.“ Da haben die Kinder ihr einiges voraus. Sie können „Supercalifragilisticexpialigetisch“ nicht nur sagen und singen, sondern auch gebärdentechnisch untermalen und das sowohl im Buchstabiermodus als auch in „presto presto“. Und – das ist das Sahnehäubchen – sogar synchron im Ensemble. Kaum zu glauben, dass an dem Song, der übrigens im knallbonbonbunten Süßigkeitenladen stattfindet, nur ein Tag lang geübt wurde. „Das war der beste Song – wenngleich es echt hart war, das auch noch rückwärts aufzusagen“, sagt auch Janey Chenoa Drößler, die Mary Poppins der Abendvorführung.

Tolles Bühnenbild: Hier die Szene in der Bank. Quelle: Regine Buddeke

Die 15-Jährige ist schon seit fünf Jahren beim Musical in den Hauptrollen zu finden, erzählt sie. Etwa überrascht war sie aber dieses Jahr dennoch, dass die Lehrer sie als Mary Poppins haben wollten. „Ich hatte mich auf die Jane-Rolle beworben. Aber dafür war ich wohl schon zu erwachsen“, sagt Janey, die das traditionelle Kostüm der Nanny trug, wie man es aus dem Film kennt. Ihre Vormittags-Kollegin Julie Schacht dagegen hatte sich ein eigenes Mary-Outfit zusammengestellt. „Die Schüler durften ihre Kostüme selbst gestalten“, erklärt Annett Voge. Auch das im Sinne von: Lass die Kinder ruhig ihre eigene Sicht der Dinge einbringen. Mary Poppins hätte daran gewiss Freude gehabt.

Info: Weitere vier Aufführungen finden am Mittwoch und Donnerstag im Kyritzer Kulturhaus statt.

 

Von Regine Buddeke

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