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Sparkasse will Kunden vor Ausspähen schützen

Kontostandsanzeige am Automaten nicht möglich Sparkasse will Kunden vor Ausspähen schützen

Wer kennt das nicht? Man will vor dem Geld abheben noch schnell den Kontostand abfragen. An Sparkassenautomaten geht das zum Unmut einiger Kunden nicht - aus Sicherheitsgründen.

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Auweia! Habe ich mein Konto überzogen? Die Sparkassenkunden im Kreis erfahren das immer erst, nachdem sie Geld abgehoben haben.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Wer kennt das nicht? Man steht am Geldautomaten, will Geld abheben – weiß aber nicht genau, wie viel eigentlich noch auf dem Konto ist. Und schon kommt man ins Grübeln. Rutsche ich jetzt in die Miesen, wenn ich 100 oder gar 200 Euro abhebe?

Rita Büchner hasst diese Momente. Die Kyritzerin will vor dem Geldabheben wissen, ob sie in den Dispo rutscht. Doch eine sogenannte Kontostandsabfrage ist an keinem der 29 Geldautomaten der Sparkasse im Landkreis möglich. Dafür gibt es extra Kontoauszugsdrucker. Rita Büchner reicht das nicht. "Ich will nicht jedes Mal ausgedruckte Kontoauszüge haben. Das ist doch Verschwendung."

Für Sparkassenchef Markus Rück ist die Kontostandsabfrage am Geldautomaten "ein gefühlter Service". Technisch sei es kein Problem, die Geldautomaten so einzustellen, dass Kunden nach der Eingabe der PIN auch ihren Kontostand abfragen können, so Rück. Und auch keine Frage der Kosten. Dennoch hat sich die Sparkasse "bewusst dagegen entschieden", sagt Banksprecher Kai Wulfes, und zwar aus Gründen der Diskretion und der Sicherheit. "Sobald Dritte keinen Diskretionsabstand wahren, ist es relativ einfach, den auf dem Bildschirm angezeigten Kontostand zu erkennen und auszuspähen", so Wulfes. Zudem verweist der Sparkassensprecher auf mögliche technische Defekte, die es schon gegeben haben soll. So soll es durch einen Leitungsschaden schon vorgekommen sein, dass der Kontostand "über mehrere Stunden angezeigt wurde". So etwas will die Sparkasse auf keinen Fall. Und "da jegliche Technik niemals ohne Störungen funktionieren kann, gehen wir solchen Problemen bewusst aus dem Wege", sagt Wulfes.

Rita Büchner ist über diese Argumentation irritiert. Weiß die Kreistagsabgeordnete doch, dass an den Geldautomaten der Raiffeisenbank die Kontostandsabfrage vor dem Geldabheben problemlos möglich ist. "Wir haben das vor fünf, sechs Jahren als Service für unsere Kunden eingeführt", sagt Georg Hellwege, Vorstand der Raiffeisenbank. Sicherheitsbedenken seien deshalb bisher von niemandem geäußert worden. Das mag daran liegen, dass jeder Bankkunde selbst entscheidet, ob er die Kontostandsabfrage nutzt oder nicht. Hinzu kommt, dass jede Bank eine Obergrenze festlegt, wie viel Geld pro Tag überhaupt abgehoben werden darf. Damit soll - falls Geldkarten gestohlen werden - der Schaden für die Betroffenen möglichst gering gehalten werden.

Die Sparkasse will dennoch bei ihrer Linie bleiben. "Wir planen derzeit keine Änderung", sagt deren Sprecher Kai Wulfes. Er rät Kunden dazu, sich im Zweifel vor dem Geldabheben am Kontoauszugsdrucker einen Auszug zu holen. Dort würde der "sekündlich aktuelle Kontostand" ausgewiesen. Und auf dem Auszug seien auch die letzten Buchungen zu sehen.

Rita Büchner findet das irgendwie komisch. Denn in anderen Landkreisen können Kunden der Sparkasse durchaus auch an Geldautomaten der Sparkasse ihren Kontostand abfragen.

Von Andreas Vogel

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