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Neuruppin Krank und deshalb schuldunfähig
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Krank und deshalb schuldunfähig
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15:51 10.10.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Fehrbellin/Neuruppin

Mehrere Straftaten wirft die Staatsanwaltschaft einem 31-Jährigen aus Fehrbellin vor. Vorwürfe, die sich aus Sicht der Staatsanwaltschaft im Laufe der Beweisaufnahme vor dem Landgericht Neuruppin erwiesen haben.

Ins Gefängnis, weil er seine Mutter geschlagen hat

So im Januar 2017 der Einbruch ins Haus seiner Schwester, ein weiterer Einbruch bei einem Schulfreund, der ihm monatelang Unterschlupf gewährt hatte, viele Auseinandersetzungen mit seiner Mutter, die auch in Handgreiflichkeiten ausarteten. Im Oktober 2017 stieg er bei seiner Ex-Freundin gleich zwei Mal ein. Im Dezember bedrohte er mal wieder seine Mutter. Das war kurz bevor er ins Gefängnis musste, weil er seine Mutter geschlagen hatte.

Angeklagter leidet an Schizophrenie

Für die psychiatrische Sachverständige war nicht auszuschließen, dass der Angeklagte schuldunfähig war. Denn er ist krank. Zunächst habe sie an eine drogenindizierte Psychose gedacht. In diesen Fällen gehe man davon aus, dass diese sich nach Monaten ohne Drogen gegeben habe. Doch bei dem 31-Jährigen sei die Symptomatik auch ohne Drogen vorhanden. „Ich gehe von einer paranoiden Schizophrenie aus“, sagte die Gutachterin.

Angeklagter hat Wahnvorstellungen

Er erlebe Dinge als bedrohlich, fühle sich angegriffen. „Er ist nicht in der Lage, Situationen realistisch einzuschätzen und danach zu handeln.“ Das verschlimmere der Drogenkonsum, der für ihn kein Problem sei, wie er ihr gegenüber äußerte. „Nur alle anderen störe, dass er Drogen nehme.“

Der Angeklagte lebe in zwei Welten, die er noch auseinanderhalten könne. Was ihm aber immer schlechter gelinge, wenn er Drogen nehme oder in eine Stresssituation gerate.

Dann sei er ein anderer. Er sei normalerweise sehr angepasst, freundlich, umgänglich und nett, plötzlich komme ein Verhaltensumschwung und er werde aggressiv. Er habe ein paranoides Wahnsyndrom, hege Verschwörungstheorien. Er vermute Außerirdische, in seiner Wahrnehmung verschwinden Menschen, so die Gutachterin.

Krankheit ist gut behandelbar

Seit April ist er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Krankheit könne man gut behandeln, so die Sachverständige. Doch er habe weder eine Krankheits- noch eine Behandlungseinsicht, so die Sachverständige.

Momentan, so ihre Einschätzung, würde er sich weder in psychiatrische Behandlung geben noch die Finger von den Drogen lassen. Allerdings nimmt er seine Medikamente, die allerdings aus ihrer Sicht noch nicht optimal gewirkt haben. Die wird er auf Dauer nehmen müssen. Diese Notwendigkeit muss er einsehen.

„Wir wollen, dass die Patienten ein gutes Leben haben“, sagte die Gutachterin. Voraussetzung sei, dass der 31-Jährige Vertrauen fasse und erlebe, dass die Behandlung funktioniere. Bisher sei noch nichts Schlimmeres passiert, weil seine Umgebung deeskalierend eingewirkt habe. Es könnte aber viel schlimmer kommen, wenn er die Situation verkenne, so die Ärztin.

Freispruch beantragt

Für den Staatsanwalt stand fest, dass eine Eskalation nur von Zufälligkeiten wie dem besonnenen Verhalten seines Gegenübers abhänge. So hat seine Mutter oft klein beigegeben aus Angst vor seinen Ausbrüchen.

So hatte der Angeklagte bei einer der familiären Auseinandersetzungen in seinem Beutel ein Messer dabei. Ob er daran gedacht hat, kann dahin stehen, so der Staatsanwalt. Aber je nachdem, wie die Stimmung des Angeklagten umschlage, wisse man nicht, wie er reagiere.

Unterbringung in der Psychiatrie gefordert

Er schloss sich der Gutachterin an, dass ein hohes Risiko erneuter erheblicher Straftaten durch den Angeklagten bestehe, wenn er nicht behandelt wird. Und diese Behandlung ist in seinem momentanen Zustand in einem psychiatrischen Krankenhaus gewährleistet.

Der Staatsanwalt beantragte, seine Unterbringung und ihn wegen Schuldunfähigkeit von den Tatvorwürfen freizusprechen. Das Gericht wird morgen entscheiden.

Von Dagmar Simons

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