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Neuruppin Die Stadtentdecker zogen durch Neuruppin
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17:48 28.11.2018
Stadtentdecker im Ratssaal: Anna Hirtz und Magnus Frieske zeigen Baudezernent Arne Krohn ihr Bushaltestellenmodell. Quelle: foto: Annika Jensen
Neuruppin

Zwei Stockwerke soll sie haben. Die Bushaltestelle von Jesse Schnee und Robert Neumann, Schüler des Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasiums, die sie in dieser Woche im Ratssaal vorgestellt haben, ist anders. Über eine Wendeltreppe kommen die Wartenden in die obere Etage. Im Erdgeschoss steht ein gemütliches Sofa und ein Snack-Automat. Die Schüler durften ihrer Kreativität freien Lauf lassen und alles in ihrem Modell umsetzen, was sie sich von einer Bushaltestelle so wünschen.

Architektin Martina Nadansky betreute die Kinder während des Projektes. Quelle: Annika Jensen

Es ist eines von vier Modellen. Zwei Modelle stellen Bushaltestellen dar, eines eine verbesserte Version des Bahndamms und eines die optimierte Nutzung der freien Fläche am Westbahnhof.

Die Modelle sind Teil des Projektes „Die Stadtentdecker“. Dabei machen Schüler der 8. Klassen mit ihren Lehrern und Architekten einen Spaziergang durch die Stadt und werden ermuntert, ihre Stadt aktiv zu entdecken. So soll ihnen, eine eigene, ganz spezifische Wahrnehmung der gebauten Umwelt vermittelt werden.

Was läuft gut, was läuft schlecht?

Ins Leben gerufen hat das Projekt im Jahr 2013 die Brandenburgische Architektenkammer. Geld dafür gibt es vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung.

Die elf „Stadtentdecker“ des Schinkel-Gymnasiums hatten sich das Thema Mobilität zur Brust genommen. Sie sind mit Bus und Fahrrad durch Neuruppin gefahren und haben sich angeschaut, was für Radfahrer und Busfahrgäste gut läuft und was nicht.

Kinder sollen sich beteiligen können

Danach steckten sie ihre Köpfe zusammen. Neun Punkte in der Stadt haben die Schüler ihren Eltern und anderen Interessierten präsentiert. Darunter: Der Kirchplatz, der Braschplatz und der Bahnhof Rheinsberger Tor. Aus den neun Orten wählten die Kinder vier aus und bauten Modelle, die zeigen, wie sie die Orte verbessern würden. Die Bushaltestellen sollen vor allem vor der Schule stehen und den Wartenden mehr Komfort bieten.

Betreut wurden sie unter anderem von der Architektin Martina Nadansky und dem Politiklehrer Tobias Freutel. Der hatte freilich einen bestimmten Hintergedanken bei dem Projekt. „Es geht auch darum, den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen. Ihnen bereits Partizipation zu bieten in einem Alter, in dem sie nicht mal wählen dürfen.“

Solarmodule sorgen für Licht

Auch Anna Hirtz, 13, und Magnus Frieske, 13, haben eine kleine Bushaltestelle gebaut. Wie bei dem zweigeschossigen Exemplar ihrer Mitschüler ist ihr Dach am Rande begrünt und in der Mitte mit Solarmodulen ausgestattet. Die Haltestelle hat überdachte Fahrradständer und sie hat ebenso einen Snack-Automat. Der und die Beleuchtung im Innern werden autonom durch Solarenergie betrieben.

„Wir warten teils lange auf den Bus, da könnte jemand Hunger bekommen“, sagt Anna. „Und es wird spät hell und früh dunkel. Da ist die Beleuchtung gut“, sagt Magnus. Für Solarenergie haben sie sich entschieden, um etwas für die Umwelt zu tun und um es günstiger für die Stadtverwaltung zu machen, sagen sie.

Baudezernent ist begeistert

Vor ihnen steht Baudezernent Arne Krohn und schaut sich ihr Modell an. Er ist begeistert. „Die multifunktionalen Bushaltestellen sind klasse“, sagt er. Doch er würde sich Sorgen machen. „Wenn ich sehe, dass viele Bushaltestellen in der Stadt stark beschädigt werden, wäre das bei euren wirklich schade.“

Anna und Magnus indes sind sehr angetan von dem Projekt „Die Stadtentdecker“. „Ich fand es spannend, die Stadt aus der Busperspektive zu sehen“, sagt Magnus. „Ich fahre sonst eher mit dem Fahrrad.“ Und er habe viel gelernt, etwa über die verschiedenen Dacharten auf Bushaltestellen und wie er mit LED an einem Modell arbeitet.

Und dann sagt Anna einen Satz, der ihren Politiklehrer freuen dürfte: „Ich finde es toll, dass unsere Stimme mal gehört wurde und wir unsere Projekte sogar der Stadtverwaltung zeigen durften.“

Von Annika Jensen

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