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Neuruppin Freude ist Thema beim Tag des Friedhofs
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Freude ist Thema beim Tag des Friedhofs
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15:43 13.09.2018
Der Neuruppiner Friedhof. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Als Susann Wernicke mit ihren Kollegen das Motto „Der Friedhof: Leben, Lachen, Freude“ zum ersten Mal lasen, waren sie etwas ratlos. „Wir dachten: Um Gotteswillen, was machen wir nur mit diesem Thema“, erzählt die Neuruppiner Friedhofsverwalterin. Abschiednehmen, Trauern, In-sich-Kehren, Gedenken – all das gehört zu dem besonderen Ort wie selbstverständlich dazu. Aber Lachen und Fröhlichsein?

Auch auf Friedhöfen darf gelacht werden

Nach einer längeren Auseinandersetzung mit der diesjährigen Vorgabe für den bundesweiten Tag des Friedhofs, der am Sonnabend stattfindet, fanden Wernicke und ihre Mitstreiter aber immer mehr Facetten aus dem Bereich Freude, die sie als passend empfanden. „Friedhöfe sind Orte der Stille und Besinnung, aber auf ihnen finden auch Begegnungen und Gespräche statt, dort wird sich an Schönes erinnert und ja, dort wird auch gelacht“, fasst es der Gemeindepädagoge Thomas Klemm-Wollny zusammen. Wernicke ergänzt: „Man kann den Tod innig beklagen und doch Hoffnung finden. Wenn das auf einem Friedhof geschieht, dann ist es nur freudig.“

Kaffee und Kuchen statt Harke und Gießkanne

Deswegen haben Wernicke, Klemm-Wollny und Renate Schwarz, Leiterin des Neuruppiner Hospiz „Wegwarte“, trotz ihres anfänglichen Haderns am Ende doch keine großen Probleme gehabt, für ihre Gäste am Sonnabend ein fast ganztägiges Programm auf die Beine zu stellen. „Dabei können Menschen, die zu uns kommen, den Friedhof ganz anders erleben als sonst“, sagt die Verwalterin. Denn „sonst“ heißt meistens mit Harke und Gießkanne lediglich auf vertrautem Weg das vertraute Grab ansteuern und sich dort um nichts anderes zu kümmern. Beim Tag des Friedhofs werden ungewohnte Wege auf dem Begräbnisort eingeschlagen, werden Texte vorgetragen, Anekdoten erzählt und Lieder gesungen, es wird dort getrunken und gegessen.

Mit Tabus aufräumen

Damit wollen die Projektbetreuer den Ort auch ein Stück weit enttabuisieren. „Essen auf dem Friedhof, das geht ja gar nicht“ – diesen Satz höre sie oft, erzählt Susann Wernicke. Das findet sie nicht richtig und würde sogar einen Schritt weitergehen: Ein Friedhofscafè wäre aus ihrer Sicht wunderbar. „Dann hätten die Menschen einen Ort, an dem sie ihre Erlebnisse mitteilen und verarbeiten könnten.“

Um 10 Uhr startet der Tag des Friedhofs in Neuruppin mit einer Führung von Susann Wernicke, die auch über Bestattungsmöglichkeiten auf den Friedhöfen der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ruppin erzählen will. Um 14 Uhr beginnt ein Gang mit Texten und Musik mit Thomas Klemm-Wollny. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen. Um 17 Uhr referiert Renate Schwarz über Rituale als Balsam für die Seele. Alle Veranstaltungen finden in oder ab Friedhofskapelle statt. Nur die Kaffeetafel wird in der Anlage von Feld 17 aufgebaut.

Von Celina Aniol

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