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Neuruppin In der Bechliner Kirche führt Liebesentzug zum Frieden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin In der Bechliner Kirche führt Liebesentzug zum Frieden
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00:21 11.10.2018
Am Ende der Komödie gibt es Grund zum Feiern – der Liebesentzug führt schließlich zum Erfolg. Quelle: Cornelia Felsch
Bechlin

Seit dem 13. Jahrhundert bildet die Kirche von Bechlin den Mittelpunkt des Dorfes, das heute zu Neuruppin gehört. Wahrlich ein stattliches Alter. „Heute bekommen wir allerdings ein Stück zu sehen, das noch viel älter ist“, sagte der Vorsitzende des Orts-Gemeindekirchenrates, Gerhard Neumann, am Sonntag zu Beginn der Theateraufführung in dem alten Gotteshaus.

Auch den Frauen fällt die Entsagung schwer, Lampito (2.v.r.) täuscht eine Schwangerschaft vor, um zu ihrem Mann gehen zu können. Quelle: Cornelia Felsch

Auch wenn das Amüsement an diesem Nachmittag im Vordergrund steht, so können die finanziellen Aspekte nicht außer Acht gelassen werden. Denn sowohl der Verein „Theater in der Kirche“ als auch der Förderverein der Bechliner Kirche sind auf Spenden und Fördergelder angewiesen. Noch gibt es für den Förderverein und die Kirchengemeinde viel zu tun, wenn ihre Kirche demnächst wieder in altem Glanz erstrahlen soll. Dach, Fenster und Außenhülle sind noch reparaturbedürftig bevor der Innenraum in Angriff genommen werden kann.

Die Bechliner hoffen nun auf baldige Nominierung, um in den Staatskirchenvertrag aufgenommen zu werden. Einen Beitrag leisteten am Sonntag die Besucher mit ihren Spenden und die Stadt Neuruppin förderte die Kulturveranstaltung mit 500 Euro.

Athenerinnen werden aufmüpfig

Kinesias fleht seine Frau an, ihm nicht die Liebe zu versagen. Quelle: Cornelia Felsch

Der griechische Dichter bettete die ernste Problematik in einen humoristischen Geschlechterkampf. Vom Wunsch nach Frieden angetrieben, ruft Lysistrate (Maria Strauss), eine listige Athenerin, die Frauen der kriegslüsternen Griechen zum Streik auf. „Es ist kein Mann mehr da, deshalb haben wir Frauen uns zusammengetan, um Griechenland zu retten“, sagt Lysistrate. Make love, not war!

Auch den Frauen macht der Sexstreik zu schaffen

Sie besetzen die Akropolis und wollen den Männern nicht nur den Zugang zum Staatsschatz verwehren, sondern auch zum Ehebett. Und das auf subtile, raffinierte Weise. Sie wollen sie solange reizen, bis die Liebesabstinenz zur Qual wird und die Männer schließlich bereit sind, Frieden zu schließen.

„Das eben ist es, was Rettung uns verspricht, die gelben Schals, die Bänderschuhe, die Schminke“, sagt die Athenerin. Doch auch den Frauen macht der Sexstreik zu schaffen. Dennoch schwören sie: „Nie soll ein Ehemann mir nahen mit steifer Rute – und wenn ich schön geputzt im ­gelben Schal ihm gegenüber trete, so werde ich mich ihm nicht ergeben.“

Hilflos wirkenden Krieger

Der deftige Wortwitz verfehlt seine Wirkung nicht, an diesem Nachmittag wird in der Kirche ungewöhnlich viel gelacht. Amüsant anzuschauen war der Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern, vor allem angesichts der weiblichen Übermacht und der hilflos wirkenden Krieger. Und während Myrrhine mit raffinierten Mitteln ihren Kinesias immer mehr erregt, wälzt dieser sich schließlich unbefriedigt im Liebeswahnsinn am Boden.

Nach einigen Diskrepanzen – mehrfach wollen auch die liebestollen Frauen die Burg verlassen und in die Ehebetten zurückkehren – führt der raffinierte Plan dennoch zum Erfolg. Aristophanes beweist, dass es manchmal ungewöhnlicher Wege bedarf, um ein Ziel zu erreichen. Humor kann dabei eine starke Waffe sein, und vor allem die Liebe.

Der athenische Komödiendichter Aristophanes war ein scharfzüngiger Zeitgenosse. Für seine Komödien erhielt der griechische Dichter Aristophanes bei den Festspielen im antiken Griechenland zu Ehren des Gottes Dionysos hohe Auszeichnungen.

Von Cornelia Felsch

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