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Neuruppin Trödel im Wandel der Zeiten
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11:16 10.02.2019
Viel Andrang an den Ständen in der Kulturkirche. Quelle: (2) Cornelia Felsch
Neuruppin

Eine Nuckelflasche aus Jenaer Glas liegt zwischen bunt bemalten, mit Gold verzierten Porzellandosen, alten Metallteilen und einem Hercules-Kamm, handgemacht in Deutschland seit 1856. Dicht gedrängt zwängen sich die Besucher zwischen den Trödelständen in der Kulturkirche hindurch. Während die Frauen das alte Leinen mit den weißen Spitzen begutachten, sind die Männer auf der Suche nach alten Medaillen, Briefmarken, Karten oder Modelleisenbahnteilen.

Schon eine halbe Stunde bevor der Antik- und Trödelmarkt am Sonnabend seine Türen für Besucher öffnet, stehen die waren Fans vor der Tür. Frank und Bärbel Nobis aus Dresden besitzen viele geheimnisvolle Pappkartons, in denen die ganze Welt verborgen scheint. Alte Postkarten mit historischen Abbildungen von Stadtteilen und Häusern sind nicht nur Liebhaberstücke. Sie werden auch von Architekten, Hauseigentümern oder Bühnenbildnern gesucht, wenn es darum geht, alten Dingen neuen Glanz zu verleihen.

Auf der Suche nach historischen Ansichten

„Als die Deutsche Bank in einem denkmalgeschützten Haus in Dresden saniert wurde, kamen die Architekten auch zu mir, um nach Ansichten zu suchen“, erzählt Frank Nobis, der auch beim Aufbau der Frauenkirche gefragt war. An diesem Morgen sucht ein Besucher aus Wittstock nach einem Dresdner Stadtteil, in dem er einst gewohnt hat.

Komplette Jahrgänge der Abrafaxe stapeln sich in einem Karton, eingetütet in Folienbeutel. „Bitte nicht in die Folien fassen“, steht darauf – die Comiczeitschrift Mosaik, in der die Abrafaxe 1976 zum ersten Mal auftauchten, hat an Wert gewonnen. Ob sich für die Paperback-Ausgabe „Wir bauen einen Kaninchenstall“ ein Käufer findet, ist allerdings fraglich.

Die Geschmäcker sind verschieden

Doch die Geschmäcker sind zum Glück recht unterschiedlich – ein Erfurter Händler hat bereits seine Erfahrungen gemacht. „Ost- und Westkunden sind recht unterschiedlich“, sagt er. „Im Osten kann man immer noch Dinge verkaufen, für die man im Westen Deutschlands kaum noch Kunden findet.“ Blaugraue Steinguttöpfe sind derartige Produkte, für die man in den westlichen Bundesländern kaum noch fünf Euro bezahlt.

Aber die Zeiten ändern sich und damit auch der Geschmack der Käufer. „In den letzten drei Jahren war Bernstein besonders beliebt“, sagt der Händler. „Weil besonders Chinesen auf der Suche danach waren, hat jeder , der mit altem Schmuck handelt, wieder seine Bernsteinvorräte hervorgekramt.“. Momentan ist Korallen- und Türkisschmuck im Kommen. In einer Schale liegen Köpfe kleiner Porzellanpuppen, aber auch Arme und Beine.

Puppenköpfe von der Deponie

In Thüringen gab es früher einige Werke, in denen Porzellanpuppen hergestellt wurden, erzählt der Antiquitätenhändler. „Wenn es Fehlbrände gab und die Puppen nicht verkauft werden konnten, schlug man ihnen die Köpfe ab, bevor man sie zur Mülldeponie brachte. So wollte man verhindern, dass Kinder mit diesen Puppen spielten, schließlich sollten diese ja käuflich erworben werden.“ Findige Händler sind auch heute noch auf Deponien unterwegs, um die Puppenteile zu sammeln, für die Liebhaber gern einige Euro zahlen.

Von Erinnerungen getrieben, schlendern die Liebhaber alter Dinge durch die Reihen. Nicht nur die Nuckelflasche weckt Erinnerungen. Auch die Weihnachtskrippen und Laternen aus buntem Papier lassen die Kindheit wieder in die Gegenwart rücken.

Marita Hein aus Potsdam und ihr Mann freuen sich über ihre Entdeckung. Ihren Ausflugstag nach Rheinsberg und Neuruppin nutzen sie nun, um für die Enkel Papierlaternen für den nächsten Martinsumzug zu erstehen. Und wenn sie in den Vorweihnachtstagen die Papierkrippe aufstellen, werden sie sich sicher auch an den Neuruppiner Trödelmarkt erinnern.

Von Cornelia Felsch

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