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Neuruppin Turmbau in der Heide mit Hindernissen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Turmbau in der Heide mit Hindernissen
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01:15 15.03.2019
Bei Pfalzheim wird auf dem Sielmannshügel in der Kyritz-Ruppiner ein Aussichtsturm errichtet. Quelle: Peter Geisler
Pfalzheim

Daniel Renz hat es geahnt. „Die Wege sind durch den Niederschlag zu weich geworden“, sagt der Bauleiter der Firma Schaffitzel aus Sulzdorf in Baden-Württemberg. Da nützt es auch nichts, dass der 37-Jährige bereits am Dienstag gegen 3 Uhr in der Nacht losgefahren ist, um die Arbeiten bei der Montage des Aussichtsturmes auf dem Sielmannshügel in der Kyritz-Ruppiner Heide in gut 600 Kilometer Entfernung von der Heimat koordinieren zu können: Erst steckt einer der drei Laster fest, auf denen die in Sulzdorf vormontierten vier Segmente des Holzturmes verladen wurden, dann der zweite.

Er wird 14 Meter hoch und soll einen wunderschönen Blick über die Kyritz-Ruppiner Heide ermöglichen – der Aussichtsturm auf dem Sielmannhügel, wenige Gehminuten vom Parkplatz bei Pfalzheim entfernt.

Mit solchen Problemen hat Johannes Oblaski (60) durchaus gerechnet. Der Bürgermeister der Gemeinde Temnitzquell hatte deshalb vorsorglich seine Hilfe angeboten und war am Dienstagmorgen als eine Art Einweiser für die Fahrer vor Ort. „Woher sollen die Bauarbeiter sonst wissen, welchen der Wege sie am besten mit den schweren Lastern nehmen sollen?“

Die Männer haben sich entschieden, mit den gut 14 Meter langen und mehr als zehn Tonnen schweren Fahrzeugen nicht über den Weg von Pfalzheim zum Sielmannshügel zu fahren, sondern über Neuglienicke. Die Strecke ist zwar auch nicht befestigt, doch steht dort am Morgen weniger Wasser. Dennoch benötigen die Kraftfahrer schon bald die Hilfe eines Baggers, um auf dem tiefen Sandboden bis zum Ziel auf dem Sielmannshügel zu kommen und dort ihre Fracht mit Hilfe eines großen Kranes abladen zu können.

„Ich freue mich riesig auf den Turm“, sagt Oblaski, der aufmerksam die Arbeiten verfolgt. „Das wird ein schöner Baustein für Touristen, die die Heide entdecken wollen.“

Aber noch ist es nicht so weit. Denn während am Dienstag bis kurz nach dem Mittag die vier Holzsegmente für den knapp 15 Meter hohen Aussichtsturm erfolgreich angeliefert werden konnten, fuhr sich kurz danach der dritte Laster, der die Plattform geladen hat, auf dem Sielmannshügel fest – so dass Bauleiter Renz erst noch einen Radlader organisieren musste, damit die Fracht auch ans Ziel kam.

Die Treppe kommt erst noch

Mit dem eigentlichen Aufbau des Turmes kann deshalb auch erst am Mittwoch begonnen werden. Die Arbeiten sollen möglichst früh am Morgen starten – weil der Wetterdienst für die Region am Nachmittag aufkommenden Wind und Regen angesagt hat. Bis dahin sollen die vier Segmente sicher auf dem Sielmannshügel stehen. Genutzt werden kann der Turm dann aber noch nicht. Denn die fehlende Treppe wird vermutlich erst Ende April eingesetzt. Für die Montage der mehr als 70 Stufen, die einzeln verschraubt werden, ist eine Woche angesetzt, sagt Renz. Der Bauleiter rechnet damit, dass der Turm problemlos mindestens 20 oder 30 Jahre hält. „Hier in der Heide weht stets ein leichtes Lüftchen, da kann das Holz immer gut trocknen.“

Eröffnet wird der Turm am 10. Mai

Auch bei der Heinz-Sielmann-Stiftung ist man froh über die Arbeiten. Der Turm biete Besuchern demnächst einen „außergewöhnlichen Rundblick über die riesige Heidefläche. Kein Dach versperrt den Ausblick, Sternengucker haben freie Sicht in den bestirnten Nachthimmel“, sagt Elisabeth Fleisch von der Stiftung. Die Sielmannstiftung betreut rund ein Drittel der rund 12.000 Hektar großen Kyritz-Ruppiner Heide und setzt dabei auf den Ausbau des Naturtourismus.

Die offizielle Eröffnung des Aussichtsturmes ist für Freitag, den 10. Mai, geplant. Dann soll traditionell in der Heide angewandert werden.

Die Kosten für den Turm, der aus Lärchenholz besteht, betragen rund 250.000 Euro. Etwa 190.000 Euro hat das Land übernommen, der Eigenanteil des Landkreises Ostprignitz-Ruppin liegt bei rund 50.000 Euro.

Von Andreas Vogel

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