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Neuruppin Übungsturm der Feuerwehr kostet viel mehr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Übungsturm der Feuerwehr kostet viel mehr
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00:46 29.04.2018
Den Umgang mit Leitern – auch mit den Drehleiterfahrzeugen – müssen die Feuerwehrleute trainieren. Quelle: Bernd Gartenschläger/Archiv
Neuruppin

Die Fontanestadt muss für ihre Feuerwehr erneut tiefer in die Taschen greifen als gehofft. Das Übungsgelände, das die Stadt Neuruppin in Treskow für die Feuerwehr bauen lässt, wird wesentlich teurer als erwartet. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass die Kosten um fast 30 Prozent steigen. Betroffen ist vor allem der Übungsturm, an dem die Feuerwehrleute künftig den Umgang mit Leitern und Sicherungstechnik und das Abseilen üben sollen.

Erst im vergangenen Sommer hatten die Stadtverordneten beschlossen, an der Feuerwache Südwest in Treskow ein eigenes Gelände zu schaffen, auf dem die freiwilligen Retter der Fontanestadt den Ernstfall proben können. Einen Übungsturm, wie er dort geplant ist, gibt es im Landkreis bisher nur in der feuerwehrtechnischen Zentrale in Kyritz. Dort üben alle Wehren des Kreises; passende Termine sind deshalb schwer zu bekommen.

Die Neuruppiner hatten sich daher oft alte Gebäude gesucht, um zu trainieren, wie man Leitern sicher aufstellt, um auch in höhere Gebäude zu kommen. Doch viele der alten Häuser wurden inzwischen saniert.

Die Feuerwehr drängt seit Jahren auf einen Übungsturm

Seit Jahren drängt Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick die Stadt, ein eigenes Trainingsgelände zu schaffen, damit die Feuerwehrleute die vom Gesetz vorgeschriebene Möglichkeit haben, sich auf ihre Einsätze vorzubereiten. Die Forderung wurde immer mal wieder diskutiert, dann aber stets verworfen, weil das Geld fehlte.

2017 hatte die Wehrführung dann jedoch damit gedroht, sich nicht erneut zur Wahl zu stellen, wenn die Verwaltung nicht endlich handelt. Die Stadt hat daraufhin ein weiteres Grundstück neben der bisherigen Feuerwache in Treskow gekauft und einen Plan ausgearbeitet. Nach dem sollte das Übungsgelände samt Turm bisher rund 148 000 Euro kosten.

Doch die Schätzung war zu optimistisch, wie sich nach der Ausschreibung des Turmbaus zeigte. Das günstigste Angebot einer Firma lag fast dreimal so hoch wie die Summe, die die Stadt ausgeben wollte.

Projekt wird neu ausgeschrieben – in kleineren Aufträgen

Die Neuruppiner Verwaltung hat sich deshalb entschlossen, das Projekt noch einmal neu auszuschreiben. Diesmal sollen mehrere Teilaufträge vergeben werden, statt ein Gesamtauftrag an einen Anbieter. „Jetzt können sich auch kleinere Firmen bewerben, für die der Auftrag vorher zu groß war“, sagt Thomas Dumalsky, der Leiter der Neuruppiner Kämmerei. Die Stadtverwaltung hofft so auf mehr Konkurrenz unter den Firmen und letztlich günstigere Angebote.

Das ändert jedoch nichts daran, dass die Kosten höher liegen werden als anfangs geschätzt. Die Stadtverordneten sollen deshalb jetzt 40 000 Euro nachlegen.

Im Hauptausschuss am Montag reagierte der CDU-Abgeordnete Michael Gayck verärgert angesichts der drastischen Kostensteigerung. Die Verwaltung hätte sich vorher in anderen Städten erkundigen sollen, was so ein Bau kostet, sagte er. Dann hätte das Ergebnis der Ausschreibung vielleicht nicht 167 Prozent über der vorherigen Schätzung gelegen. Der Hauptausschuss stimmte den zusätzlichen 40 000 Euro trotzdem zu.

Im Oktober soll das Übungsgelände fertig sein.

Von Reyk Grunow

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