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Neuruppin Aufwändige Sanierung im Tempelgarten: Die Pracht ist wieder komplett
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18:29 26.10.2018
Der Tempelgartenverein präsentierte am Freitag die frisch sanierte Vase. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die barocke Prunkvase im Zentrum des Blumenbeetes hat wieder ihre volle Schönheit zurück. Zwei Jahre lang musste die Vase ohne Henkel auskommen. Jetzt konnte der Neuruppiner Tempelgartenverein endlich welche besorgen.

Gut 2500 Euro hat er ausgegeben, um die aufwändig gestaltete Vase aus Terrakotta wieder so aussehen zu lassen, wie sie einst erschaffen wurde. Vereinschef Peter Neiss war der Stolz über die gelungene Restaurierung am Freitag anzusehen, als er das Kunstwerk präsentierte.

„Für uns war das ein absoluter Glücksfall“, sagt Vereinsmitglied Helmut Behrendt. Damit meint er nicht nur den Zuschuss von 1000 Euro, den die Stiftung Soziales Neuruppin für die Reparatur gewährt hat. Der eigentliche Glücksfall war, dass der Verein einen absoluten Experten für die Arbeit gefunden hat.

Die Vorlage stammt aus dem 19. Jahrhundert

Vasen wie im Tempelgarten stehen auch im Park Sanssouci in Potsdam und in mehreren Parks in Berlin. Um 1850 wurden sie von der renommierten Berliner Firma March hergestellt.

Das Unternehmen gibt es längst nicht mehr, auch viele seiner Werke sind im Laufe der Zeit verloren gegangen. Vor gut 20 Jahren hat der Neuruppiner Tempelgartenverein eine verschollene Vase für den kleinen Park an der Präsidentenstraße nachformen lassen. Genau der Fachmann, der das damals übernommen hatte, konnte jetzt auch die Henkel nachbilden.

Vandalismus ist ein großes Problem

Die Originale waren vor zwei Jahren von einem Randalierer zerschlagen worden. „Vandalismus ist hier ein großes Problem“, sagt Peter Neiss. Ein Täter wurde in diesem Fall zwar ermittelt; die Kosten für die Sanierung seien bei ihm aber nicht zu holen, sagt Neiss.

In einer Keramikwerkstatt in Velten wurden die Bügel aus Terrakotta detailgetreu nachgebildet. Mitarbeiter der Firma Treskower Innenausbau haben sie mit großem Aufwand montiert. Einen ganzen Tag hat allein das gedauert.

Wie lange hält die Schönheit des Parks?

Die Vase strahlt wieder – der Tempelgarten rundherum allerdings nur bedingt. Zwei Jahre lang hatte die Stadt Neuruppin ihren kleinen Park mit großem Aufwand nach historischem Vorbild umgestalten lassen. Rund 2,5 Millionen Euro hat das gekostet. Gut ein Jahr nach der Übergabe macht der Tempelgartenverein als Betreiber sich Sorgen, wie lange die Schönheit halten wird.

„Die Pflege könnte aus unserer Sicht besser sein“, formuliert es Peter Neiss vorsichtig. Das ist keineswegs als Vorwurf an die Stadt gemeint, sie vernachlässige den Garten nicht. Geld für die Pflege sei vorhanden und Firmen seien auch beauftragt, sagt Peter Neiss dankbar. Doch die Qualität der beauftragten Pflegearbeiten mache ihm und anderen Vereinsmitgliedern Sorge.

Ein eigener Gärtner wäre gut

Zum großen Fontanejubiläum 2019 will der Verein den Tempelgarten im besten Licht präsentieren. Zwei neue Beete mit Fontane-Rosen sollen eigens zum Jubiläum angelegt werden. Und die Besucher sollen Pflanzen entdecken können, die Fontane einst beschrieben hat.

Was Peter Neiss sich von der Stadt für den Tempelgarten noch wünschen würde, ist ein eigener Gärtner. „Im Idealfall auch jemand, der eine gärtnerische Ausbildung hat“, sagt Landschaftsplaner Markus Thelen, der auch Mitglied im Verein ist. Um den Park auf Dauer erhalten zu können, sei Fachwissen nötig, sagt er. Von der Stadtverwaltung bekam der Verein für seine Idee bisher eine Absage. Aufgeben will er aber nicht.

Von Reyk Grunow

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