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Neuruppin Waldjugendspiele sind gestartet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Waldjugendspiele sind gestartet
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00:19 02.06.2018
Die Flecken Zechliner haben die Spuren der Waldbewohner gut erkannt.  Quelle: Celina Aniol
Rheinsberg

Der schwarze Kothaufen sieht aus, als rieche er noch stark. Ihn anzufassen, das trauen sich die Jungs nicht. Theorien, von wem die Hinterlassenschaft stammen könnte, haben sie dennoch einige auf Lager. „Es ist von einer Waldmaus“, sagt Jann selbstsicher. „So kackt doch keine Maus“, greift Bastian kurzerhand ein. War es also doch der Uhu oder gar das Wildschwein, das die Wurst produziert hatte? „Ihr könnt auch ruhig zugreifen“, sagt Försterin Annette Meckel. Die Rheinsberger Revierleiterin schmunzelt, als sie in die angewiderten Gesichter der Kinder blickt, und klärt schnell auf: „Das Ding ist aus Knete.“ Der Anfass-Trick scheint zu helfen: Die Schüler aus Flecken Zechlin haben das richtige Tierschildchen der Spur zugeordnet, die so ähnlich ein Tier im Wald hinterlassen haben könnte. Annette Meckel nickt zufrieden. „Ihr dürft aber keine Fotos davon machen“, mahnt sie. Schließlich werden die Station noch hunderte Kinder in den nächsten Tagen bei den Waldjugendspielen anlaufen, und sie sollen vorher keine Tipps per Smartphone bekommen.

22 Klassen aus 14 Schulen machen mit

Zum Auftakt der Aktion der Oberförsterei Neuruppin in dieser Woche haben 69 Schüler aus Flecken Zechlin, Rheinsberg und Lindow einen Wissens- und Aufgabenparcours mit 17 Stationen im Forst Boberow bei Rheinsberg absolviert. Insgesamt 22 fünfte Klassen aus 14 Schulen des Altkreises Neuruppin, und somit über 450 Kinder, werden bis Mitte Juni an dem Wettbewerb in diesem Jahr teilnehmen, der in der nächsten Woche im Neuruppiner Stadtpark weitergeht. Das ist eine logistische Herausforderung, die die Oberförsterei Neuruppin als Hauptorganisator allein nicht stemmen kann. Deshalb sind unter den rund 30 Helfern auch Lehrlinge der Waldarbeitsschule Kunsterspring oder Mitarbeiter der Landeswaldoberförsterei Alt Ruppin.

Wettstreit fördert Teamarbeit

Genau diese Dienststellen übergreifende Zusammenarbeit schätzt Annette Meckel neben der Wissensvermittlung besonders an dem Projekt. „Das fördert Teamarbeit auch unter uns.“ Für die Kinder findet sie besonders wichtig, dass sie sich bei dem Wettbewerb der Natur auf vielfältige Weise annähern können und dabei unterschiedliche Talente gefragt sind: andere bei ihrer Station mit dem Spurenraten als beim Holzsägen oder Memory. „So kommt jeder Mal zum Zug.“ Und auch, dass die Schüler zwischen den Stationen alleine durch den Wald streifen, sei eine wichtige Erfahrung.

Waldwissen kontra Smartphone und Co.

Das findet auch ihr Kollege Pierre Gulz, der die Schüler am Ufer des Böbereckensees die Baumarten bestimmen lässt. „Viele Kinder werden von ihren Eltern gar nicht mehr an die Natur herangeführt“, sagt der Lindower Revierleiter. Computer, Smartphones und Spielekonsolen, die heutzutage eine immer größere Rolle im Familienleben einnehmen, können aber das Glücksgefühl, das der Wald vermittelt, nicht ersetzen, sagt Annett Engelmann. Die Leiterin der Oberförsterei Neuruppin hält deshalb an der Idee der Waldjugendspiele fest – auch wenn diese für die Organisatoren, die reformbedingt personell bluten mussten, immer einen Kraftakt bedeuten. Wie lange noch, das ist offen. Denn bei den anstehenden Einsparideen des Landes stehen die Stellen der Waldpädagogen derzeit zur Disposition.

Bauarten bestimmen fällt nicht jedem leicht

Die nächste Jungforschertruppe kommt forsch auf Pierre Gulz zu. Die Schülerinnen sollen Birke, Buche und Co. in der Umgebung anpeilen. Ihre Versuche scheitern, weil sie kaum Nadel- und Laubbäume unterscheiden können. Ein paar Punkte bekommen sie trotzdem. „Das mit dem Baumarten war ganz schön schwer“, sagt die zehnjährige Emilie. „Und die Mücken, die nerven die ganze Zeit.“ Spaß mache der Parcours dennoch, meinen die Kinder. „Weil es mal was anderes ist“, sagt Milena. „Und an anderen Stationen waren wir auch besser.“

Gesamtsieger wird mit Fotoshooting belohnt

Das Rennen geht weiter: für die Naturspürnasen und die Schulen. Denn am Ende des Wettstreits geht es darum, welche Klasse die meisten Punkte sammelt und als Gesamtsieger mit Wanderpokal und Fotoshooting belohnt wird.

Von Celina Aniol

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