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Neuruppin Streikzug durch Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Streikzug durch Neuruppin
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09:31 25.04.2018
Mit 200 Teilnehmern hatte die Gewerkschaft Verdi beim Protest in Neuruppin gerechnet. Gekommen sind fast doppelt so viele. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Mit einem gellenden Pfeifkonzert sowie vielen Fahnen sind am Mittwoch mehr als 350 Frauen und Männer durch die Neuruppiner Innenstadt gezogen, die Gewerkschaft Verdi war zufrieden. Die Gewerkschaft hatte die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu einem Warnstreik aufgerufen, um den Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn sowie mindestens 200 Euro für die unterern Lohngruppen zu fordern. „Der öffentliche Dienst leistet wertvolle und wichtige Arbeit, die auch vernünftig bezahlt werden muss“, sagte Susanne Feldkötter, Bezirksgeschäftsführerin von Verdi.

Mit einem gellenden Pfeifkonzert sowie vielen Fahnen sind gestern mehr als 300 Frauen und Männer durch die Neuruppiner Innenstadt gezogen. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu einem Warnstreik aufgerufen, um den Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn sowie mindestens 200 Euro für die unterern Lohngruppen zu fordern

Das sieht auch Erik Erikin so. Dem 22-Jährigen von der Sparkasse in Rathenow ist aber noch etwas ganz anderes wichtig – dass die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS), für die er arbeitet, nicht nur einigen, sondern allen Auszubildenden einen unbefristeten Arbeitsvertrag anbietet. Demnach erhalten derzeit viele nur ein Angebot für zwölf oder 24 Monate. „Wenn die Jugend nicht nachrückt, sieht es schlecht für die Sparkasse aus“, sagte Erikin.

Auch Kinder pusten in die Trillerpfeifen

Etwas am Rande des Streikzuges hatte sich Erzieherin Katrin Müller (32) von der Neuruppiner Kita Lila Sausewind postiert, schließlich hat sie die Runde gleich für einen Spaziergang von sieben ihrer Kinder genutzt, die kräftig in die Trillerpfeifen bliesen. Die Erzieherin fordert einen besseren Personalschlüssel. Derzeit gilt für die Kita, die vom Landkreis betrieben wird, demnach, dass eine 40-Stunden-Kraft sich um 11,5 Kinder zu kümmern hat. Für Müller, die eine 30-Prozent-Stelle hat, würde das rein rechnerisch bedeuten, dass sie für 9,5 Mädchen und Jungen verantwortlich ist. „In der Realität habe ich mich aber um 13 Kinder zu kümmern“, sagte Müller.

Der von der Polizei mit mehreren Streifenwagen abgesicherte Demonstrationszug war am Morgen vor dem Gebäude der Kreisverwaltung in der Heinrich-Rau-Straße gestartet und hatte dann bei seiner Runde durch die Innenstadt unter anderem vor der Neuruppiner Sparkassenzentral und dem Rathaus einen kurzen Stopp gemacht, ehe es über den Schulplatz und durch die Virchowstraße zurück zur Abschlusskundgebung in die Heinrich-Rau-Straße ging.

„Die Beteiligung war viel besser als erwartet“, sagte Gewerkschaftssekretärin Feldkötter. Das zeige, dass sich die Mitglieder nicht mehr abspeisen lassen wollten. „Sie wollen mehr Geld sehen.“ Verdi hatte mit etwa 200 Teilnehmern in Neuruppin gerechnet.

„Wir sind es wert“ – mit diesem Slogan forderten die Beschäftigten mehr Geld. Quelle: Peter Geisler

Wegen des Streiks hatte die Stadtverwaltung am Mittwoch den Hort Hummelnest an der Rosa-Luxemburg-Grundschule geschlossen, da die Erzieher schon tags zuvor angekündigt hatten, ihre Arbeit für die Aktion niederzulegen. Mit 160 Plätzen ist das „Hummelnest“ einer der größten Schulhorte in Neuruppin. Weitere Einschränkungen gab es für die Bürger nicht, hieß es aus der Stadt- und der Kreisverwaltung.

Die Arbeitgeber haben laut Verdi bisher kein Angebot für die Tarifverhandlungen vorgelegt, die am Sonntag und Montag in Potsdam fortgesetzt werden.

Von Andreas Vogel und Reyk Grunow

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