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Wasser marsch aus allen Rohren

Sportverein plädiert wegen Trockenheit für Kunstrasen Wasser marsch aus allen Rohren

Die anhaltende Hitze und Trockenheit macht mittlerweile auch den Sportvereinen in und um Neuruppin zu schaffen. Wenn Wasser- und Energieverbrauch weiter steigen, gibt es für den Märkischen Sportverein nur noch eine Alternative: Kunstrasen. 

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Die Rasensprenger auf den Plätzen des Neuruppiner Volksparkstadions stehen kaum noch still – bis zu 14 Stunden sind sie aktuell in Betrieb.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Zitt, zitt, zitt – das eindringliche Geräusch des routierenden Wassersprengers gehört aktuell genau so zur normalen Geräuschkulisse wie das Singen der Vögel. Zumindest auf den Fußballplätzen in und rund um Neuruppin stehen die mechanischen Wasserwerfer kaum noch still. „Bei uns laufen die Sprenger bis zu 14 Stunden am Tag“, sagt Eveline Svenßon. Sie sitzt in der Geschäftsstelle des Märkischen Sportvereins (MSV) Neuruppin und kümmert sich dort auch um die Verwaltung der weitläufigen Platzanlage des Volksparkstadions.

Das Problem zu trockener Plätze tritt jährlich auf, doch eine anhaltende Hitzeperiode wie aktuell stellt die Vereine vor Probleme. „Der Wasserverbrauch ist in den vergangenen Tagen stark gestiegen“, so Svenßon. Zwar ist das Wasser hier nicht das große Problem – der MSV hat einen eigenen Brunnen. Doch die Energiekosten steigen immens. „Im Moment haben wir alles noch gut im Griff, aber um so länger es nicht regnet, desto schwerer wird es, die Plätze grün zu halten“, sagt die Geschäftsstellenmitarbeiterin. Sie wäre nicht böse, würde beispielsweise das Technische Hilfswerk seine Hilfe anbieten.
Als erste Maßnahme gegen die Hitze und Trockenheit hat sich der MSV dazu entschlossen, auch nach Sonnenuntergang zu wässern. „Auf dem Hauptplatz des Volksparkstadions läuft nachts die Beregnungsanlage“, so Svenßon.

Auch dem Abteilungsleiter Fußball des MSV Neuruppin, Jens Reckmann, ist die Problematik bewusst. Doch er favorisiert eine ganz andere Lösung. „Die Kosten für das viele Bewässern und alles, was sonst noch mit der Rasenpflege zusammenhängt, könnten schnell reduziert werden. Die Lösung wäre ein modernen Kunstrasenplatz.“ Den allerdings könnte sein Verein niemals allein aus dem Boden stampfen, denn die Kosten liegen zwischen 40 000 und 50 000 Euro. „Hier wäre natürlich auch die Kommune gefragt, in der Kreisstadt eine moderne Anlage zu schaffen, die sowohl im Sommer als auch im Winter Vorteile hätte.“

Im Gegensatz zum Naturrasen würde ein Kunstrasenplatz in der Unterhaltung viel weniger kosten. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) geht davon aus, dass ein Kunstrasen im Jahr zwei Euro pro Quadratmeter, Naturrasen dagegen zwischen vier und sechs Euro kostet. Dabei wird allerdings von Rasen auf dem Niveau der Bundesliga ausgegangen. Doch selbst die Bewirtschaftung von Rasenflächsen der „Dorfvereine“ kostet rund 5000 Euro jährlich. Mähen, Düngen, Bewässern und Vertikutieren haben ihren Preis.
Neben den Fußballplätzen ist auch den anderen Grünflächen im Stadtgebiet das fehlende Wasser anzusehen. Doch der Bauhof bewässert grundsätzlich keine Rasenflächen, sondern kümmert sich nur um Neuanpflanzungen. Alles andere würde die Kosten für Wasser und Arbeitskraft zu stark nach oben treiben.

Nur eine Ausnahme gibt es: Auf dem Alt Ruppiner Friedhof ist das anonyme Urnenfeld mit Rollrasen überzogen, der bewässert wird. Welche Kosten dabei entstehen, ist noch nicht bekannt.

Von Thomas Leitert

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