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Neuruppin Schüler sollen Leitungswasser trinken
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Schüler sollen Leitungswasser trinken
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01:15 15.02.2019
An manchen Schulen können sich die Kinder schon lange aus Trinkbrunnen bedienen, etwa in Fehrbellin. Quelle: Peter Geisler/Archiv
Neuruppin

1400 Euro – so teuer ist das Gerät, mit dem die Jugendlichen der Evangelischen Schule Neuruppin ihren Beitrag zur Rettung der Welt leisten sollen: ein Brunnen, der Leitungswasser zum Trinken liefert, auf Wunsch frisch gekühlt, in bester Qualität und direkt bis in den Pausenraum.

Trinkwasser statt Cola, Eistee oder Fruchtsaft, direkt aus der Leitung statt aus der Plastikflasche: Wenn es nach den Mitarbeitern des Vereins „A Tip: Tap“ geht, müsste es das in viel mehr Schulen geben.

Seit zehn Jahren auf Überzeugungskurs

Seit zehn Jahren werben die Berliner inzwischen für Leitungswasser als idealen Durstlöscher. In Berlin haben sie bereits mehrere Schulen überzeugt, Trinkwasserspender für die Schüler und Lehrer aufzustellen.

Jetzt sind sie in Neuruppin unterwegs. Zusammen mit den Stadtwerken wirbt der A-Tip-Tap-Verein in dieser Woche an der Evangelischen Schule dafür, mehr Wasser aus der Leitung zu trinken.

„Durch Plastikflaschen werden wahnsinnig viele Ressourcen vernichtet“, sagt Elisa Sommerkorn von den Stadtwerken Neuruppin. Nicht nur aus ökologischer Sicht sei es völlig unsinnig, Wasser in Flaschen zu kaufen. Das aus der Leitung sei mindestens genauso gut, dabei noch besser kontrolliert und vor allem sehr viel billiger.

Ein Brunnen für den Pausenraum

In der Evangelischen Schulen wollen die Stadtwerke demnächst einen ersten Wasserspender aufstellen. Sie wollen testen, wie Leitungswasser als Getränk bei den Schülern ankommt.

Der Verein Tip Tap aus Berlin und die Stadtwerke Neuruppin werben im Café Tasca bei Schülern aus dem Evangelischen Gymnasium Neuruppin dafür, mehr Wasser aus der Leitung zu trinken. Quelle: Reyk Grunow

Die Abgeordneten der Neuruppiner CDU, FDP und SPD wollen noch mehr: Sie fordern, dass die Stadt solche Wasserspender möglichst schnell in allen 13 Kitas und Horten und in ihren neuen Schulen aufstellen lässt. Schon zum Beginn des neuen Schuljahres sollen die Spender überall stehen, heißt es in ihrem Antrag.

Doch der ist nicht unumstritten. Wasser mag ja gesund sein. Aber wollen die Schüler überhaupt Wasser trinken?, fragt sich etwa der Neuruppiner Stadtverordnete Helmut Kolar (Kreisbauernverband).

25.000 Euro Miete jedes Jahr

Immerhin sind die Wasserspender nicht ganz billig. Rund 38.000 Euro müsste die Fontanestadt nach erster Schätzung ausgeben. Knapp 13.000 Euro wären allein nötig, um die nötigen Leitungen zu verlegen. Neben Wasser- und Abwasserrohren werden auch Stromleitungen benötigt. Denn die Spender sollen das Leitungswasser auch kühlen und mit dem Sprudelgas Kohlendioxid versetzen.

Die Geräte soll die Stadt nach den Vorstellungen der Abgeordneten mieten. Rund 100 Euro kostet das pro Spender und Monat. Für ganz Neuruppin würden im Jahr rund 25.000 Euro Mietkosten anfallen.

Wasser als „gelebter Klimaschutz“

Das Geld ist gut angelegt, findet Michael Peter von der Neuruppiner CDU: „Das Trinken von Leitungswasser ist gelebter Klimaschutz.“ Trinkwasser sei das am besten kontrollierte Lebensmittel und überall verfügbar.

Nicht nur für Schulen

Der Verein „A Tip: Tap“ trägt sein Anliegen schon im Namen. „A Tip“ steht für einen Rat, „Tap“ ist im Englischen der Wasserhahn.

In vier Bundesländern laufen inzwischen seine Projekte für „leitungswasserfreundliche Schulen“.

Der Verein hilft auch Gastronomen, den Verbrauch von Flaschenwasser einzuschränken.

Es fehlten in den Kitas und Schulen nur „Übergabestellen“, um das Wasser in Trinkflaschen abfüllen zu können. Das soll mit den neuen Geräten möglich sein. Die Kinder müssten lediglich eine leere Flasche mitbringen und nicht immer eine volle mit der ohnehin schon schweren Mappe von zu Hause mitschleppen.

Zwar gibt es in allen Schulen etliche Wasserhähne. Aber dort zu Trinken, wo sich andere die schmutzigen Hände waschen, sei keinem zuzumuten, sagt Nico Ruhle von der SPD.

Andere Schulen haben schon Erfahrungen

Dass Schüler solche Wasserspender durchaus nutzen, weiß Mathias Jäkel aus Erfahrung. Er leitet Neuruppins größte Grundschule. An der Karl-Liebknecht-Schule gibt es schon seit einigen Jahren einen Trinkwasserbrunnen.

Der bietet zwar nicht ganz so ausgefeilte Technik wie die Wasserspender, die jetzt geplant sind. „Von den Schülern wird der Trinkbrunnen sehr rege genutzt“, sagt Jäkel.

Der Schulleiter würde sich solche Spender überall wünschen. Immer vorausgesetzt, sie kosten nicht zu viel.

Von Reyk Grunow

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