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Neuruppin Mehr Schornsteinbrände in der Region
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01:15 02.03.2019
Bezirksschornsteinfegermeister Karsten Valentin aus Neuruppin bei der Arbeit. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Alternativen zum Heizen mit Gas- oder Ölheizungen liegen im Trend. Die Zahl neu installierter Kamine, Kaminöfen, Heizherde und Kachelöfen steigt. Während bei einer Gasheizanlage oder Ölheizung Fachleute für die richtige Einstellung der Brennstoffzufuhr sorgen, können Betreiber von Öfen für feste Brennstoffe auch viel falsch machen.

Erst im Januar hat es gebrannt

„Es kommt in letzter Zeit wieder vermehrt zu Schornsteinbränden“, sagt Bezirksschornsteinfegermeister Karsten Valentin aus Neuruppin. Erst im Januar wurde er von der Feuerwehr zu einem Schornsteinbrand in der Eichendorffsiedlung, die in seinem Kehrbezirk liegt, hinzugerufen. Weitere Schornsteinbrände gab es im Januar in Damelack im Amt Neustadt oder im Herbst in Mühlenbeck.

So entsteht Ruß im Schornstein

Die falsche Bedienung der Heizanlage, feuchte oder ungeeignete Brennstoffe oder eine ungeeignete Brennmaterialgröße führen zur Rußbildung im Schornstein. Wer dem Feuer den zur Verbrennung benötigten Sauerstoff entzieht – den Zuluftregler also zu früh schließt – provoziert einen Schwelbrand. Schmierruß, Glanzruß und Hartruß, der dann bei Entzündung flüssig wie Teer wird, sind die Folge.

Auch zu feuchte Brennstoffe fördern diesen Prozess. „Eine Plane über dem Holzstapel im Garten ist grundverkehrt“, sagt Karsten Valentin. Darunter kann das Holz nicht richtig durchtrocknen. Für Leute, die hier ganz sicher gehen wollen, gibt es in Baumärkten geeignete Feuchtigkeitsmessgeräte.

Was tun, wenn es brennt?

Schornstein mit leichtem Glanzruß-Ansatz. Quelle: Peter Geisler

Wenn erst Flammen aus der Schornsteinmündung lodern, Rauch und Funkenflug zu beobachten sind und die Esse heiß wird, muss sofort die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 alarmiert werden. Brennbare Gegenstände sollen vom Schornstein abgerückt werden.

Auf keinen Fall darf mit Wasser gelöscht werden. Durch die hohen Temperaturen würde das spontan verdampfen, sich dabei extrem ausdehnen und so den Schlot sprengen, erklärt Valentin.

Damit der Schornstein nicht explodiert

Die Feuerwehr wird den zuständigen Schornsteinfeger informieren und versuchen, den Brand mit Pulver zu löschen. Gelingt das nicht, muss der Schornstein kontrolliert ausbrennen.

Der Schornsteinfeger, gesichert durch eine Atemschutzmaske, hält dabei den Querschnitt des Schlotes mit einem mit Wucht an einer Kette herabgelassenen Stahlbolzen, einer „Fallgranate“ offen, damit der Schornstein nicht explodiert. Ist das Feuer aus, werden Schornstein, Feuerstätte und angrenzende Räume auf Brandsicherheit geprüft.

Stellt ein Schornsteinfeger bei den Routinekontrollen vermehrte Rußbildung fest, die sich nicht mit dem Kehrbesen beseitigen lassen, wird er versuchen, den Ruß auszuschlagen oder ihn mit einem Ausbrenngerät Stück für Stück auf jeweils kleinen Flächen zu beseitigen, damit es gar nicht erst zum Brand kommt.

Der Glücksbringer

„Früher fielen ja ganze Städte dem Feuer zum Opfer, weil verrußte Rauchabzüge und Schornsteine in Brand geraten waren. Wenn dann die Schornsteinfeger, damals fahrende Gesellen, ins Städtchen kamen und mit ihrer Arbeit großes Leid zu vermeiden halfen, brachten sie das Glück. So ist wohl das Image des Schornsteinfegers als Glücksbringer entstanden“, sagt der Meister aus Neuruppin.

Von Peter Geisler

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