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Neuruppin „Wir können nicht überall gleichzeitig sein“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin „Wir können nicht überall gleichzeitig sein“
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12:34 29.03.2018
Über 200 Kilometer lang ist die Route, die der Räumdienst bei Schnee fährt. Manchmal muss die Strecke auch häufiger gefahren werden. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Sie sind die ersten auf den Straßen, wenn Väterchen Frost über Nacht zuschlug und die Straßen mit Eis und Schnee bedeckte – der Räumdienst. Die Fuhrwerke mit den monströsen Schaufeln und die kleinen Bürsten-Fahrzeugen bedienen in Neuruppin etwa 20 Mitarbeiter des Stadtbauhofs, die die weiße Pracht beiseite schieben und die Straßen rutschfester machen. Sie tun dies, damit andere sicher zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt fahren können – zu einer Zeit, wenn die meisten Menschen noch tief schlummern.

In den vergangenen Tagen haben sich die Angestellten des Stadtbauhofs Neuruppin oft zu vier Uhr in der Früh verabredet. Bei starken Schneetreiben verlassen 19 Männer in 15 Fahrzeugen gegen fünf Uhr das Gelände. Doch damit die Männer die Situation auf den Straßen überschauen können und ihren Tag planen können, sitzt zwischen zwei und halb drei bereits ein Mitglied des Teams in seinem Wagen und begutachtet die Straßen. Von der Heinrich-Rau-Straße bis über Buskow Richtung Fehrbellin und in die andere Richtung bis nach Binenwalde. Dann startet das gesamte Team. Von der Fahrbahn gerutscht sind die Mannen noch nicht. „Aber wir müssen sehr langsam fahren“, erzählt Christian Wacker, technischer und stellvertretender Leiter des Stadtbauhofs Neuruppin.

Räumung nach Plan

Wer meint es gut zu haben, in der Nähe des Bauhofs zu wohnen, denn diese Straßen würden ja zu Beginn geräumt, der irrt. Der Räumdienst fährt sein zu räumendes Gebiet nach einem Prioritätenplan ab. Die Heinrich-Rau-Straße beispielsweise fällt in die Straßenkategorie A, die Friedrich-Ebert-Straße in die Kategorie B. „Die sind nach Wichtigkeit sortiert“, sagt Christian Wacker. Neben der großen Technik wird bei der Arbeit aber auch der gute alte Schneeschieber häufig zur Hand genommen. Unterstützung bekommen die Männer in leuchtenden Orange von einigen privaten Dienstleistern, die vor Häusern oder Einfahrten schippen.

Wie sich das Wetter an einem Arbeitstag in den nächsten Stunden und am folgenden Tag entwickelt, können Wacker und seine Kollegen an einem Wetterfax ablesen. Einmal am Tag bekommen sie von dem Wetterdienst Meteogroup eine Übersicht mit den Temperaturentwicklungen, den zu erwartenden Niederschlagswerten und weiteren Daten – stundenweise aufgelistet. Für eine spontane Abfrage steht dem Räumdienst darüber hinaus eine App des Wetterdienstes zur Verfügung.

Damit die Straßen nicht nur schneefrei, sondern größtenteils auch eisfrei sind, werden die Wege gestreut. Salz wird aus umweltschonender Sicht längst nicht mehr überall eingesetzt, nur auf den Hauptverkehrswegen wird ein Salz-Solegemisch verstreut. Die Gehwege werden mit Kies benetzt.

Ohne Ende

Etwa fünf Stunden dauert eine morgendliche Schicht. Doch manchmal, so scheint es, ist das Schneeschieben wie eine Sisyphusarbeit. „Ja“, bestätigt Wacker. Wie vergangenen Mittwoch. Als zum Nachmittag starker Schneefall einsetzte, versammelten sich die Bauhof-Mitarbeiter nach bereits getaner Arbeit und begannen aufs Neue mit dem Räumen. Nur gut, dass die Fahrzeuge da schon wieder mit Salz und Kies aufgefüllt waren.

Doch nicht jede kleine Schneeflocke können die Arbeiter an den Rand drängen. „Dieser Matsch, der sich immer mal wieder durch den nassen Schnee bildet, bleibt liegen“, sagt Wacker. „Wir würden die Leute nur dreckig machen“, erklärt er weiter. Das Schneegemenge ist zwar dreckig, aber nicht das Schlimmste. „Am schlimmsten ist“, weiß der technische Leiter des Bauhofs, „wenn der Berufsverkehr ansteht.“ Morgens sowie an Sonntagen ist es am angenehmsten, so Wacker. „Aber dennoch können wir nicht überall gleichzeitig sein“, sagt er und wirkt ein wenig erschöpft. Wegen der manchmal ungewöhnlichen Arbeitszeit, ist sein Abend auch nicht allzu lang. „Nach der Tagesschau gehe ich ins Bett“, sagt Wacker und lacht. Es sei denn, der Winter hält ihn davon ab.

Von Lisa Neumann

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