Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Sind Wölfe tagsüber durch Neuruppin spaziert?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Sind Wölfe tagsüber durch Neuruppin spaziert?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 01.03.2019
Die Facebook-Meldung hat dazu geführt, dass am Dienstag in der Grundschule Gildenhall in allen Klassen Belehrungen durchgeführt wurden. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Mit den Worten „Achtung, Wölfe“ beginnt eine Nachricht, die am Montagabend eine Neuruppinerin auf Facebook in die Gruppe „Ruppiner Stadt- und Landgeflüster“ geschrieben und innerhalb kurzer Zeit für jede Menge Diskussionen gesorgt hat.

In der Nachricht schildert die Frau, dass ein Paketbote am Montag gegen 9 Uhr in Gildenhall drei Wölfe gesehen habe und verknüpft diese Vermutung mit einem Appell, die Grundschule und Kindertagesstätten der Umgebung zu warnen, sodass die Eltern ihre Kinder nicht mehr allein gehen lassen.

Haben Sie Angst davor, einem Wolf zu begegnen?

Ein Paketbote soll am Montag gegen 9 Uhr Wölfe in Neuruppin gesichtet haben. Der Vorfall sorgt für Diskussionen in sozialen Netzwerken und für Unsicherheit bei den Neuruppinern.

Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Haben Sie Angst davor, einem Wolf zu begegnen?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Wölfe, die am Tag durch Neuruppin spazieren: Kann das sein? Oder hat sich der Paketbote möglicherweise geirrt und nur eine Gruppe wolfsähnlicher Hunde gesehen?

Hat der Paketbote Wolfshunde in Gildenhall gesehen?

Auch Robert Franck, Wolfsbeauftragter aus Zechow, hat die Meldung aus Neuruppin auf seinem Telefon gelesen und steht ihr kritisch gegenüber: „Mit mutmaßlich gesehenen Wölfen kann ich nichts anfangen. Vielleicht hat der Paketbote auch ein Foto gemacht, sodass man eindeutig identifizieren kann, welche Tiere er dort gesehen hat“, sagt der 54-Jährige.

Seiner Auffassung nach sei es eher unwahrscheinlich, dass die Tiere um diese Uhrzeit in Gildenhall unterwegs waren, aber er könne es auch nicht ausschließen.

Er erinnere sich an einen Fall bei Rheinsberg, bei dem Tschechoslowakische Wolfshunde gesichtet und voreilig als Wölfe bezeichnet wurden: „Wolfshunde sehen Wölfen zwar sehr ähnlich, aber mehr auch nicht“, sagt Franck.

Grundschule Gildenhall reagiert auf Facebook-Meldung

Der in der Facebook-Nachricht eingebaute Appell an Kitas und Schulen scheint zumindest an der Grundschule Gildenhall angekommen zu sein.

„Wir haben von dem Vorfall gehört und unsere Schüler über angemessene Verhaltensweisen bei Begegnungen mit Waldtieren belehrt“, sagt Schulleiterin Birgit Weißkopff.

Sie betont, dass es sich dabei lediglich um eine Vorbereitungsmaßnahme gehandelt habe und zweifelt den Wahrheitsgehalt der Wolfssichtung an: „Wie sollen wir prüfen, ob das so passiert ist? Richtig wäre doch, bei einer Sichtung von Wölfen das Ordnungsamt, Forstamt oder die Polizei zu informieren“, sagt Weißkopff.

„Bisher haben noch keine Eltern angerufen“

Bei der Stadt Neuruppin hat sich bis Dienstag niemand zu einer Wolfssichtung in Gildenhall gemeldet. „Nach Rücksprache mit der Polizei ist auch dort dazu nichts bekannt“, sagt Stadtsprecherin Michaela Ott.

Ein Kontakt zur Verfasserin der Facebook-Nachricht kam nicht zustande.

Ihre Meldung hat nicht nur die Grundschule Gildenhall, sondern am Dienstagnachmittag auch die Kita Tabaluga in der Gildenhaller Allee erreicht: „Bei uns haben noch keine Eltern deshalb angerufen, aber ich habe in der Mittagspause die Nachricht auf Facebook gelesen“, sagt Kita-Mitarbeiterin Julia Bartz.

Sie persönlich versetze die Nachricht nicht in Unruhe. Schließlich seien Wölfe menschenscheue Tiere: „Das habe ich selbst erlebt, als mir beim Joggen in Alt Ruppin ein kleiner Wolf begegnet ist, der mich mit meinen Laufschuhen offenbar nicht gehört hat und dann weggerannt ist“, sagt Bartz.

Wie die Leiterin der Kita Birkengrund die Meldung aufgenommen hat

Ähnlich ruhig beschreibt Carola Rossow, Leiterin der Kita Birkengrund, die Situation am Dienstag. „Wir sensibilisieren die Kinder sowieso regelmäßig dafür, fremde Tiere nicht anzufassen“, sagt sie.

Auch habe in der Kita noch kein Elternteil aufgrund der mutmaßlichen Wolfssichtung angerufen. Die Nachricht lässt für Rossow nur ein Fazit zu: „Wir sollten im Sinn behalten, dass Wölfe in unseren Wäldern leben. Das Einzige, was wir dann machen können: unsere Augen offen halten“, sagt die Kita-Leiterin.

Verdacht auf Wolfssichtung in Neuruppin: So reagieren die Nutzer auf Facebook

Der Facebook-Beitrag, der am Montag um 20.44 Uhr online gegangen ist, hat bis Dienstagnachmittag (Stand 16 Uhr) für 74 Kommentare gesorgt und wurde 51 Mal geteilt.

Auch die Kommentatoren in der Neuruppiner Facebook-Gruppe sind sich uneinig, wie sie mit der Meldung umgehen sollen. „Wurde das Rotkäppchen auch schon gesichtet?“, fragt eine Facebook-Nutzerin.

Eine Frau aus Radensleben mahnte zur Besonnenheit: „Lasst die Angstmacherei. Wölfe tun dem Menschen nichts. Oder gibt es dafür irgendwelche Beweise?“

Von Fabian Lamster

Bei Verdacht verlangt das Jobcenter von Vermietern und Arbeitgebern Belege zu den Einkommens- und Vermögensverhältnissen. Diese Verfahrensweise hat das Landessozialgericht jetzt in einem Fall gerügt – ob das was ändert, ist offen.

25.02.2019

Die Kreuzung am Neuruppiner Kuhburgsberg, an dem es Richtung Storbeck, Rägelin und Herzsprung geht, gilt als Unfallschwerpunkt. Deshalb will der Landesbetrieb Straßenwesen die Kreuzung noch in diesem Jahr entschärfen.

28.02.2019

Während der Rentner im Reha-Zentrum Aqua-Gymnastik betrieb, knackte ein Unbekannter seinen Spind in der Umkleidekabine und räumte ihn aus.

24.02.2019