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Neuruppin Die drei Wölfchen im Tierpark gedeihen gut
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00:21 01.07.2018
Tierparkleiter Peter Mancke mit Bela, dem verschmustesten der Brüder. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti
Kunsterspring

Als Peter Mancke sich am Zaun blicken lässt, kommt Bela freudig angesprungen. Seine Brüder Arik und Boris wälzen sich währenddessen in der Nähe auf einem Mini-Sandhügel im Gehege. Verspielt bis zum Gehtnichtmehr. „Ganz normal für Kleinkinder, die die kleinen Wölfe ja jetzt sind“, sagt Peter Mancke, Leiter des Neuruppiner Tierparks Kunsterspring. „Mit 16 Tagen haben wir sie geholt.“

Nicht viel später sollte eine Übernahme passieren, meint Mancke, damit sich der vierbeinige Nachwuchs an Menschen und neue Umgebung gewöhnen kann. Jetzt sind die drei kleinen Neuen sieben Wochen alt. Ihre erste Impfung gegen Parvovirose (Katzenseuche des Hundes) haben sie schon hinter sich, nächste Woche folgt die Vierfach-Impfung.

Am 24. Mai waren die drei Wolfswelpen aus dem Tierpark Perleberg nach Kunsterspring gekommen. Sie haben sich seitdem gut entwickelt. Aus den zerknautschten Tierbabys sind mittlerweile kleine Wölfe geworden mit spitzen Öhrchen, längeren Beinchen.

Mit gerade mal 16 Tagen kamen die drei kleinen Wolfsrüden vom Tierpark Perleberg nach Kunsterspring. Dort sollen sie das Rudel verstärken.

Sie gehen noch sehr staksig. „Bei ihnen ist alles weich und dehnbar.“ Doch Klein Bela versucht immerhin schon mutig, sich an der Bank im Freigehege hochzuziehen, auf der Peter Mancke sitzt. Geschafft. Das Wolfsjunge lässt sich vom Tierparksleiter den Bauch kraulen, dann den Kopf. Flauschig fühlt das Fell an.

Ein Rückzugsort ist für die Tiere wichtig

Ihre „Kinderstube“ haben die drei kleinen Wölfe am Wirtschaftshof, der sich am Tierparkeingang befindet. Im Außenbereich und in der Hütte können sie sich nach Lust und Laune bewegen. „Dass sie nach drinnen können, ist wichtig. Die Hütte ist ihr Rückzugsort. Den brauchen sie, wenn ihnen Geräusche und Situationen zu viel werden.“ Immer öfter sind die drei Brüder nun draußen beim Toben zu sehen. „Fressen, spielen, schlafen, die Umgebung erkunden, so sieht ihr Tag aus.“

Bela, den man gut am schwarzen Fleck auf der Nase erkennt, genießt immer noch die Streicheleinheiten von Tierparkleiter Mancke. Seine Brüder Arik und Boris haben erst noch ein wenig herumgetollt und mit Eimern gespielt, sich dann aber nach drinnen verzogen. Ihnen ist es draußen zu tumultig geworden. Eine Kindergartengruppe steht zwei Zäune weiter und plappert vor lauter Begeisterung über die kleinen Wölfe.

Wolfswelpen Arik, Boris und Bela im Tierpark Kunsterspring Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Die Nähe zu Besuchern ist gewollt und wichtig. „So gewöhnen sich Arik, Boris und Bela von klein auf an Menschen und gehen später entspannt mit den Besuchern um.“ Von ihnen trennt sie später im Tierpark nur ein Zaun.

Im Moment sind die Tiere aber eben noch scheu, schnell geschafft von zu vielen Eindrücken. Immer an ihrer Seite ist Ziehmutter Christiane Kricheldorf. Sie schläft mit in der Hütte, umsorgt und sozialisiert sie. Eine Rundumbetreuung. Sie bräuchten einen Menschen als Bezugsperson, der ihnen Sicherheit gibt: „Ich zeige ihnen Verhaltensweisen, die bei Wölfen normal sind.“ Dabei kann es schon mal vorkommen, dass sie mitheult: „Heute morgen war Bela in Heulphase.“ Das sei niedlich und gleichzeitig wichtig, sagt die 57-jährige Biologin: „Es stärkt den Rudelzusammenhalt.“

Noch kuscheln die Drei gern mit ihrer Ziehmutter

Sie genießt die Momente mit dem Nachwuchs, ist ihm eine gute Betreuerin. „Noch kommen die kleinen Wölfe zu mir, kuscheln sich an mich.“ Doch die Zeiten werden sich ändern, so wie immer. Es sind nicht die ersten Wolfswelpen für Christiane Kricheldorf. Sie wird immer dann geholt, wenn der Tierpark Kunsterspring eine neue Wolfsaufzucht hat. „Die Alttiere freuen sich immer, wenn Christiane später zu Besuch kommt, und erkennen sie sofort“, sagt Mancke. „Sie hat schon mehrere Rudel kleiner Wölfe großgezogen. Wir haben zum vierten Mal Wolfswelpen in Kunsterspring. Die erste Generation an Wölfen haben wir im Jahr 2000 aufgezogen.“

Mit dem Tierpark Perleberg besteht in der Hinsicht eine gute Kooperation. „Auch Juri und Aslan sind von dort“, erzählt Peter Mancke. Das jetzige Rudel besteht aus vier Rüden, damit es nicht zu Konflikten unter Geschlechtern kommt. Da wären Artus (14), der in einem eigenen Gehege wohnt, die Brüder Juri und Aslan (6) und der vier Jahre alte Solo, der als einziger von seiner Mutter großgezogen wurde.

Die Wolfswelpen Arik, Boris und Bela im Tierpark Kunsterspring. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti

Ende Juli sollen die drei Neuzugänge Bela, Boris und Arik, die dann im besten Halbstarkenalter sind, zu Alphawolf Juri und dessen Bruder ziehen. „Bald sind Ausflüge an der Leine geplant“, sagt Ziehmutter Christiane, „hoch ins Wolfsgehege.“ Um bei ihren Artgenossen schon mal vorzuschnuppern.

Die drei Kleinen sind ein Team. „Wölfe sind soziale Wesen, leben in Gemeinschaft“, sagt Mancke und krault Bela noch mal am Bauch, bevor das Jungtier herunterspringt und zu seinen Brüdern in die Hütte verschwindet.

Das Thema Wolf spaltet die Gesellschaft

Warum hält der Tierpark Kuns­terspring überhaupt Wölfe? „Um Besuchern die Lebensweise der Wölfe zu vermitteln“, sagt Peter Mancke. Das mache sich besser, wenn man echte Tiere vor sich hat, als präparierte. Gerade beim Thema Wolf spalte sich die Gesellschaft. „Tier- und Schafzüchter sind die einzigen, die wirklich von den Wölfen betroffen sind und Schutzmaßnahmen ergreifen müssen. Die Wölfe sind nur durch die Medien präsent, ansonsten würden die normalen Bürger gar nichts von ihnen mitbekommen.“

Unter Honecker waren Wölfe zum Abschuss freigegeben

150 Jahre gab es den Wolf in Deutschland nicht. Unter Honecker war er zum Abschuss freigegeben. „Ich habe meine tierpflegerische Ausbildung zu DDR-Zeiten in Berlin gemacht“, erzählt Mancke. „Damals gab es ein Prozent Wissensstand zu den Wölfen.“ Seit der Wende stehen die Wildtiere unter Naturschutz und die Fakten und Erfahrungen nehmen zu. „Über Polen sind die Wölfe nach der Grenzöffnung wieder eingewandert, weil sie früher auch ihren Lebensraum hier hatten.“ Im Jahr 2000 kamen die ersten freilebenden Eurasischen Wölfe, auch Grauwölfe genannt, wieder in Deutschland zur Welt.

Zwei der drei Jungtiere. Quelle: Tierpark Kunsterspring

„Natürlich verhalten sich Zootiere anders als wilde Wölfe, wo Eltern mit Jungtieren und dem frischen Nachwuchs zusammenleben. Bei uns wiederum gibt es Rangordnungen, Alpha-, Beta-, Omega-Tiere.“ Mal sehen, welchen Platz die drei Neuen im Rudel einnehmen werden. Im Moment legen sie erst einmal kräftig zu. Mit jedem Tag werden sie größer und reifer. „Am Anfang haben sie zwischen 300 und 500 Gramm gewogen, jetzt sind es schon fünf Kilo. Ein ausgewachsener Rüde erreicht bis zu 40 Kilo“, sagt Tierparkleiter Mancke.

Zum Mittag gibt es Reh

Christiane Kricheldorf kommt mit zwei Eimern über den Hof. Das Mittagessen der Wolfswelpen: „Heute Mittag gibt es Reh. Ein Jäger hat es angeliefert.“ Die Ziehmutter hat es zerkleinert und bringt es ihren Schützlingen. Morgens gegen sechs Uhr bekam jeder von ihnen ein Fläschchen mit Hundewelpen­ersatznahrung, abends gibt es noch mal eins. Bald werden sich die drei Wolfsjungen von Christiane Kricheldorf abnabeln, nicht mehr direkt an sie gekuschelt schlafen, sondern neben der Liege. Spätestens dann wenn die Kleinen zu den Altwölfen ins Gehege kommen.

Bela, Boris und Arik sind derzeit die Attraktion im Tierpark Kunsterspring. „Es kommt nicht jedes Jahr vor, dass wir Wolfswelpen haben“, versichert Peter Mancke. Mit etwas Glück können Besucher die kleinen Vierbeiner im Freigehege am Wirtschaftsbereich erspähen. Gute Zeit: Zwischen 10 und 11 Uhr – oder zwischen 12.30 bis 14.00 Uhr, dann ist das Futter fertig.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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