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Neuruppin Rockband spielt in Gefängnis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Rockband spielt in Gefängnis
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18:24 13.09.2018
Die Rockband "Ram" spielt in der Justizvollzugsanstalt Wulkow in der Reihe „Kultur hinter Mauern“. Quelle: Annika Jensen
Wulkow

In dieser Woche nutzten zahlreiche Inhaftierte ihre Chance zur Flucht – zur Flucht vor dem Alltag. In der Sporthalle der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Wulkow trat nämlich die Rockband Ram auf. Ram steht für „Rock and Memories“ oder auch „Rock aus Moabit“. Die fünf Berliner Musiker und ihre Techniker spielten ohne Gage vor 47 Gefangenen und knapp zehn JVA-Bediensteten.

„Die Inhaftierten sind ein dankbares Publikum“

„Wir finden es eine gute Sache, den Jungs das Gefühl geben zu können, dass sie nicht abgeschrieben sind“, sagt der Gitarrist Peter Michalak (56). Für seine Band ist es der zweite Auftritt in einem Gefängnis. Im vergangenen Jahr spielte sie in der JVA in Tegel. Sein Kollege Rainer Sommer (54) ergänzt: „Die Inhaftierten sind ein sehr dankbares Publikum. Wir bekommen viel zurück.“ Alle sechs Männer sind Hobbymusiker. Sie arbeiten als Anwälte, Ingenieure und Betriebstechniker.

Der Auftritt von Ram ist das zweite Konzert in der JVA Wulkow in diesem Jahr. Im April unterhielt der Rapper Sentiro die Gefangenen. Damals lauschten knapp 60 von ihnen.

Nicht nur Konzerte finden statt

Seit mehr als sechs Jahren gibt es in der JVA Wulkow zwei- oder dreimal im Jahr Konzerte. Sie sind Teil der Reihe „Kultur hinter Mauern“. Der Koordinator Bildung und Freizeit der JVA, Jürgen Zimmermann, und der Dortmunder Kunst- und Literaturverein für Gefangene organisieren die Auftritte. In ganz Deutschland arbeitet der Verein mit Gefängnissen zusammen und bietet so den Männern und Frauen die Gelegenheit, Kultur hinter den dicken Mauern zu erleben. Nicht nur Konzert werden gespielt. Es gibt auch Lesungen, Theaterstücke und Stand-up-Comedy.

Jürgen Zimmermann, Koordinator Bildung und Freizeit in der JVA Wulkow Quelle: Annika Jensen

„Wir für uns haben aber festgestellt, dass Konzerte am besten angenommen werden“, sagt der Freizeitkoordinator Jürgen Zimmermann. „So ein Konzert ist immer ein Glanzpunkt.“

Tanzen ist zu unübersichtlich

Und doch: Stimmung wie bei einem normalen Rockkonzert kommt bei dem Ram-Auftritt nicht auf. Vereinzelt nicken Köpfe oder wippen Füße im Takt der Musik. Dabei spielen die Berliner mit Inbrunst Metallicas „Nothing else matters“ oder Bryan Adams „Summer of 69“. „Eine Tanzfläche können wir nicht bieten“, sagt Zimmermann. „Die wäre zu schwer zu beaufsichtigen.“

Von Annika Jensen

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