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Neuruppin Für den Klang der neuen Zeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Für den Klang der neuen Zeit
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01:16 14.12.2018
Kantor Matthias Noack und seine Orgel: links die bisherige, rechts (in Weiß) ein Modell der geplanten Ergänzung. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Schönes Spiel mit schnellen Läufen? Das ist im Moment gar nicht so einfach auf der Orgel in der Neuruppiner Klosterkirche. Eigentlich ist sie ein schönes Instrument. Besser: Eigentlich war sie ein schönes Instrument. Doch die Jahrzehnte haben ihr zugesetzt. Tasten klemmen, die Mechanik will nicht mehr, wie sie soll. Töne bleiben hängen und pfeifen auch dann, wenn sie eigentlich stumm sein sollen. Nicht immer, aber immer öfter.

Seit drei Jahren arbeitet Kantor Matthias Noack schon an einem Plan, wie sich die Situation verbessern lässt. Und je länger er darüber nachdenkt, umso klarer wird, dass es sich um ein großes Unterfangen handelt. „Die Orgel muss komplett zerlegt werden“, sagt Noack.

In 30 Jahren hat sich vieles verändert

1984 hatte die Orgelbaufirma Sauer aus Frankfurt/Oder das Instrument in der Klosterkirche eingebaut. Mit ihren 24 Klangfarben und gut 1300 Pfeifen ist sie zwar nicht die größte in der Region, aber eine besonders, sagt Matthias Noack. Wo sonst sitzt der Organist auf Augenhöhe mit den Kirchenbesuchern, wo sonst können Konzertgäste ihm beim Spielen direkt zusehen?

Eine komplexe Mechanik sorgt dafür, dass die richtigen Pfeifen ertönen, wenn der Organist eine Taste drückt. Viele Teile müssen überholt werden. Quelle: Peter Geisler

Die Sanierung der Orgel ist kompliziert und teuer. Der Aufwand ist so groß, dass die Kirchengemeinde ihn gleich noch für einen anderen Zweck nutzen will. „Wenn die Orgel schon einmal zerlegt ist, wollte man vielleicht noch mehr machen lassen“, sagt Noack. Zum Beispiel Dinge einbauen, an die in den 80er Jahren schon gedacht war, für die es aber nie Geld gab.

Bisher wollte Neuruppins Kantor darüber noch nicht groß reden – jetzt hat er aber grünes Licht von der Denkmalbehörde: Die hat zugestimmt, die Orgel der Klosterkirche deutlich zu erweitern.

Ein zweiter Teil an der Wand gegenüber

Zu den 24 bestehenden Registern mit je 56 Pfeifen sollen zehn weitere Klangfarben hinzukommen. Ein zweiter Orgelteil soll dafür entstehen an der Wand gegenüber der jetzigen Orgel.

„Damit haben wir sehr viel mehr Möglichkeiten“, sagt Noack. Die bisherige Orgel ist vor allem auf barocke Kompositionen ausgelegt. Mit der geplanten Erweiterung würden auch die typischen Klänge entstehen, die für moderne Orgelstücke benötigt werden und für solche aus der Romantik.

Die Klangfarben der Orgel heißen Register. 24 davon hat die Orgel bisher, jede mit 56 Pfeifen. Ja nach Klang sind die wenige Millimeter groß oder mehrere Meter, aus Metall oder Holz, rund oder eckig. Quelle: Peter Geisler

Die Kirchengemeinde rechnet mit Kosten von rund 365.000 Euro. Dass sie davon überhaupt träumen kann, liegt am Land Brandenburg. „Das Land ist in unserem Projekt völlig überzeugt“, sagt Matthias Noack. Von dort kommen 100.000 Euro.

Um die restliche Summe aufbringen zu können, hofft die Kirchengemeinde auf großzügige Spender. Wer will, kann zum Beispiel die Patenschaft für eine der 560 neuen Pfeifen übernehmen. Die kostet ja nach Größe zwischen zehn und 300 Euro.

Ende 2020 muss der Umbau geschafft sein

Wann genau die Sanierung 2019 beginnt, ist noch unklar. Bis Januar hofft Matthias Noack auf die Angebote zweier weiterer Orgelbaufirmen. Eines von der Firma Sauer hat er schon – erstellt vom selben Mitarbeiter, der die Orgel 1983 geplant hatte. Ende 2020 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das ist eine Bedingung des Landes für seinen Zuschuss.

Der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin hat ein Spendenkonto mit der Iban DE08 1605 0202 1730 0063 68 eingerichtet. Spendenzweck: Orgel Klosterkirche Neuruppin.

Von Reyk Grunow

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