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Neuruppin Lebensretter für Bäume
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Lebensretter für Bäume
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00:21 30.07.2018
Das Bewässerungssystem aus den USA: 60 Liter sind im Bewässerungssack, 195 Bäume in Neuruppin bekommen einen solchen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Dieser Sommer hat es in sich –Temperaturen um die 30 Grad und kein Regen in Sicht. Unter der Hitze und der Trockenheit leiden Menschen, Tiere, aber auch Bäume und Pflanzen. Die Stadt Neuruppin hat nun einen neuen Weg beschritten, um ihre Straßenbäume vor dem Verdursten zu retten: Sie setzt auf eine Bewässerung mit dem Handelsnamen Treegator. Mancher Neuruppiner wird sich schon über die grünen Säcke am Fuß mancher Bäume gewundert haben. Das sind sogenannte Bewässerungssäcke. 195 solcher Beutel aus reißfestem Gewebe sind im Stadtgebiet insbesondere an jungen Stämmen installiert.

Im Boden der Säcke sind kleine Löcher, über die das Wasser in kleinen Mengen stetig an das Erdreich abgegeben wird. Das Fassungsvermögen beträgt 60 Liter pro Behälter. Es dauert etwa fünf bis sieben Stunden, bis dieser leer ist. Der Vorteil dieses aus Amerika stammenden Bewässerungssystems ist, dass der trockene Boden so das Wasser besser aufnehmen kann. Beim normalen Gießen würde das kostbare Nass einfach ablaufen, ohne in den Boden einzudringen. Die Bewässerungssäcke eignen sich besonders für kleiner und jüngere Bäume, deren Wurzeln noch nicht so tief sind, um in tiefere Bodenschichten zu gelangen.

Wie die Stadt mitteilt, sind von der anhaltenden Trockenheit insbesondere Kugelahorne und Rotdorne mit kleinen verdichteten Baumscheiben betroffen. Um eine möglichst kostengünstige und gleichzeitig effektive Bewässerungsmöglichkeit zu finden, haben die Baumwarte der Stadtverwaltung Neuruppin sich schlau gemacht und sind bei ihrer Recherche auf diese Bewässerungssäcke gestoßen. Die werden bereits in vielen Kommunen angewandt. In Ulm setzt man seit Jahren auf das Wasser aus dem Sack, auch in Landau wird das System schon lange erprobt, andere Städte wie Dresden, Wolfsburg oder Düsseldorf haben nachgezogen.

Das Wasser wird langsam abgegeben, damit die Pflanze jederzeit versorgt ist. Quelle: Peter Geisler

„Es funktioniert fantastisch. Das Wasser verdunstet nicht, es versickert ganz langsam“, schwärmt Christian Hintz, Chef der Firma Bau und Gartenservice, der mit der Wasserversorgung beauftragt ist. Zwei Mal die Woche sind er und sein Mitarbeiter im Stadtgebiet mit einem großen Wasserbehälter unterwegs, um die Beutel zu befüllen. Dafür brauchen sie jeweils einen ganzen Tag. Zwischen 4000 und 6000 Liter sind nötig für die Bewässerung. Wenn Hintz und sein Kollege schon einmal dabei sind, wässern sie auch gleich die Rabatten am Eingang der Karl-Marx-Straße. Seit Anfang Juli sind sie im Einsatz. „Seitdem haben sich die Bäume merklich erholt“, sagt Christian Hintz.

Aber auch für relativ neu gepflanzte Bäume, die sich noch in der Gewährleistungsfrist befinden, wird gesorgt. Deren Wässerung und Pflege sind Aufgabe der Firmen, die die Bäume gepflanzt haben. Bei Bepflanzungen im öffentlichen Bereich gießen die Unternehmen, die von der Stadtverwaltung mit der regelmäßigen Pflege beauftragt sind.

Aber was wäre die Stadt ohne ihre engagierten Bewohner, die sie nach Kräften unterstützt. Dem Aufruf der Fontanestadt im Juni, beim Wässern kleinerer Straßenbäume mitzuhelfen, kamen viele Neuruppiner nach. Sie gossen mit Kannen und Eimern vor ihren Häusern und sicherten damit das Überleben der von der Trockenheit geplagten Natur. Die Stadt hofft auch weiterhin auf die tatkräftige Unterstützung ihrer Einwohner – denn die Hitze und die Trockenheit werden uns laut Wettervorhersage noch einige Zeit erhalten bleiben. ds

Von Dagmar Simons

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